■SinbergtauBe.
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(Erfahrungen bie Klugheit gu lernen, bie, wie ber ©iracibe rätl) ( 6 , 6 ), unter £aufen=ben faum (Einem oertraut, WaS ja gar nid)t hindert, baß man bettnod) jebent QJfenfdienein lauteres 2BoI)lwoIlen entgegenbringt. 2lber baS eben erforbert mtn oiele $orfid)tunb 325eiSljett, um nid)t baS Vertrauen, baS dem Siinbe natürlidj ift, in ein ÜDiiStrauenumfd)Iageu p laffen, baS, Wenn eS einmal bis in beS ^erjenS innerftcS ©ernad) ge=brungeu ift, in fpäteren Jahren ju einem habituellen fittltc^en Hebel toerben fann. 2)iegrage, ob eS beffer fei, baS Äinb auf feinem guten ©lauben an aller ÜDfenfcffen 3feb=lidjleit fo lange ju laffen, bis eS felber (Erfahrungen üom ©egentheil ju machen be=fommen, ober ob man ihm biefe burd) Oorbereitenbe Belehrung über ber 2Belt 2lrterfparcn mäße, beantwortet fid) bamit, baß gtoar foldje (Erfahrung gar feinem erwartbleibt, inbem aud) bie befte SttugpeitSregel gerabe ba am eheften oergeffen wirb, wofie am meiften angewenbet werben foHte; baß aber gteid)Wobl bie (Erfahrung, bie bieeilten bereits befi^en, ben Jungen nicht oorenthalten werben, fonbern ju ftatten fom=men foH. 2Benn ein finb oon irgenb einem ©afte, ber bei uns oorfprid)t, jurn ®egett=befud), gu einem Sanbaufentljalt eingelaben wirb, fo meint baSfelbe gteid) morgen ber(Einlabung golge teiften ju follen unb oerfpridjt fid) golbene SSerge baüon. SBirb ihmnun entgegnet, beriet oon ber Slrtigfeit gebotene (Einlabungen pflege man nid)t fo ernft=lidj ju nehmen, man müße erft ab Warten, ob fie wieberholt werben, fid) überhaupterft oon bern 23eftanb neuer greunbfihaften länger übergeugen: fo wirft baS wie ein @ußfalten SffiafferS auf beS ÄinbeS WarmeS ©emütl); eS wirb im erften Slugenblid eher ge=neigt fein, bem gremben mel;r gu glauben — weit, Was man wünfcht, man aud} glaubt— als ben (Ettern, beren Urtheil ibjm ju hart erfd)eittt. SBirb aber bann einmal eine(Erfahrung foldjer 3lrt gemacht, bann wirft gerabe fette oorbauenbe ^Belehrung febemjftadjtheil entgegen, ben biefelbe für baS ©entüth bringen fönnte; baS ifinb finbet be=ftätigt, WaS bie (Eltern ihm fagten, fein urfprünglidjer ©laube an bie elterliche 3BeiS=heit wirb gerechtfertigt unb geftärft; eS fieljt aber jugleid) an ben (Eltern, baß biefe, obfie gleid) ber 91ienfd)en Unpoerläßigfeit längft fennen, bemtod) SBienfdjenliebe habenunb üben ttnb lernt fo aud; ber Sßelt gegenüber fid) juredjt finben. greilidh barf fene^Belehrung nicht in ber gorrn oon SDecIantationen über ber äöelt galfdjhett unb SoSljettertheilt Werben, WaS jWar ein ergiebiger ©toff für fßebeübungen, aber ein päbagogtfd)fehr unfrud)tbares £h enia iß- ©onbern an baS Seben felbft unb feine fleinen unbgroßen fBegegniffe fnüpft fid; ungefucht baS redjteSßort; tooju fofort auch bie ©elegen=heit fomrat, bie ber Unterricht in biblifdjer unb profaner @efd)id)te 31 t (Erläuterungenunb 9lnwenbuttgen in jener Dichtung barbietet. — Jft eS atfo immerhin nothwenbig,bem ßögling i ene ^ 5DHStrauen gegen bie Sßelt, ober beffer gefagt, jene SefdjränfungbeS StnberglaubenS in betreff ber 2Renfd)en, betten er fid) unbedacht juwenbet, feneSnQoasxsw oLTto zäv äv&QODKwv, WaS ShriftuS fDcattl). 10, 17 feinen Jüngern 3 ur fßflidjtmadjt, an 3 ueignen: fo muß, um bie gefunbe äBurjel jenes ©laubenS unangetaftet 3 Uerhalten, jenem SDiiStrauen ein fräftigeS ©egengeWidjt gegeben Werben. ®ieS beftel)tnun 3 unäd)ft barin, baß baS Äinb weiß, wenn aud) alle ÜD?enfd)en falfd) finb, fo ift©ott bod) wahrhaftig (9iöm. 3, 4); unb Wenn jeder betrogen ift, ber fid) auf 2)lenfd)enoerläßt, fo ift derjenige befto fidjerer geborgen, ber ©ott oertraut (3ereut. 17, 5.,fßf. 118, 8 . 9). 2tber fold) eine abfolute (Eittgegenfejjung gwifchen ©ott unb ben ÜD?en=fd)en ift bem Äinbe gegenüber fchon deshalb unmöglich, weil biefem bod) 9ftenfd)en,nämlich f“ ne ßrjieher, als ©teüoertreter ©otteS beigegeben finb, benen eS glaubettfoH und muß; Wer nie an äüenfdjen geglaubt hat, wirb aud) nie baju fommen, an ©ott3 U glauben, wie man erft menfd)tid)e Siebe empfunden unb genoffen haben muß, beöor manetwas inne wirb oon göttlicher Siebe. Ueberhaupt fann niemand aller 2Bett geinb uttbnur ©otteS greunb fein; wer att ©ott glaubt, ber muß auch an f e i ne 9)iadjt in beraJienfchen f? er S en und ©ewiffen glauben; wer ben SDienfdjen fd)lechthin mistraut, derglaubt nicht an ben dritten Slrtifel beS ©pmboluntS, er glaubt an feinen h e iÜ 8 en ©eift.^Deshalb muß aud) bem Äittbe bie menfd)lid)e 2Bahrf)aftigfett in leibhafter SBirflidjfeit