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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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gnftitutSerjielhtng.

Sebürfniffe ber für eine jufammengefefetere 9 Serufgtl)ätigteit innerhalb beS arbeiteten©tanteS, ober für ben gelehrten ©taub bcftimmten göglinge ju bienen, werben in jebergrößeren ©tabt Cie erforberlichen 9 tealanftalten nnb @t)mnafien corl)anben fein; hatber ©taat nid)t bafiir geforgt, ober tfntn feine Stnftatten nid)t gehörig ihre ©d)itlbig=feit, fo treten 31t mei;r ober weniger auSreidjenbetn Erfalj beS Felßenben bie entfpredjenben‘’ßricatfdjulen fjeroor. SHltt ber normalen Wedjfelfeitigen Ergänsung con ©d)ute unb£)auS fid) nid)t jn begnügen unb baS ffinb bem burd) nid)tS 31t erfejsenben ©egen be8Familienlebens 3U entnehmen, ift unter foldjen Umftänben eine äußere 9 lötl)igung nod)nidjt borljanben. ®iefe tritt erft bann ein, wenn Eltern, bereu ffinber ben Unterrichtcon Sfnftatten, wie bie jule^t genannten, bebürfen, con biefen 31t weit entfernt, auf bemSanbe Wofynen. 3 n fold)en Faßen fragt eS fid) nun, ob bie Familie oerfudjen fett, benfel)lenben ©d)ulunterrid)t felbft 31t erfefjen unb bie ©djule gleidjfatu in fid) aufjunel;men;ober ob umgefel)rt bie ©d)ufe poffenber baSjenige Familienleben, in WeldjeS baS fftnbauS bem elterlichen eintritt, in ihre 5 ftäl)e 3iefit, ober gerabeju felbft unternimmt, it)mbaS elterliche fpauS 31t erfe^en: benn baß ber ßögling 3 an J ohne bie I;eilfame ßudjteines Familienlebens, ober wenigftenS einer nid)t bloß in ben ©djulftunben, fonbernand) in feinem übrigen Seben auf ilm einwirfenbeu österlichen Sluctorität ejiftire, baSfefct eine ©elbftänbigfeit oorauS, wie fie nur ba corfyanben ift, Wo eigentlich bie Er=3iel;ung im engeren ©iitne il;r Sßerf bereits beenbigt hat. ®a nun ber eigentliche©djwerpunct ber Ergielmng bod) in ber ryamilie liegt, fo fdjeint jene erfte SluSfunftam nädjften 31t liegen, Wonad) man alfo ben ©djulitnterridjt unb beit fjäbagogifdjenEinfluß beS Sel;rerS in bie Familie l)erein3U3iehen fudjt. Es entfteljt fo bie §of=

meifterergie^ung. Slber gang abgefe^cn bacon, baß nur in ben Wenigften Fällenöfonomifdje unb fonftige Serl;ältuiffe ben Familien geflattert, biefe SluSfunft 31t treffen,fo ift eS and) unter ben giinftigften ©erfyältniffen fel)r fd)Wer, ben richtigen SJtann jufinben; eS ift für bie ÜSielfeitigfeit ber Entwicflung beS ßöglingS nad)tf)eilig, fort»Wäljrenb nur bem Einftuffe eines unb beSfelben SeljrerS auSgefefjt gu fein; e§ ift fürbaS einzelne ffinb ermübenb unb erfd)Bpfenb, Wenn eS, fei eS aud) nur für wenige©tunben beS ©agS, con bem Sebrer fortwätjrenb in Slthem gehalten wirb, ohne con2 ßitfd)ülern abgelöst 31t Werben; unb baS ©d)limmfte ift, baß il)m bie corbereitenbeHebung, in einer größeren ©emeinfdjaft 3U leben, entgeht. ßöenn nun in ben meiftenFällen ber 3iterft angebeutete ©runb Einlaß geworben ift, baß man bie entgegengefefjteäluSfunft Corjog unb baS ffinb lieber bem elterlichen ^>aufe entnahm, fo muß mau auSben gulejst angeführten ©riinben anerl'ennen, baß aud) in tiefem Falle bie 9 iott) gurStitgenb geworben ift. ©aS 9 fatürlid)fte ift nun, baS ffinb einer tüchtigen Familie juübergeben, beren ©teflung unb SebenSweife ber beS elterlichen £>aufcS ähnlich ift, unbeS I)at biefeS nicht bloß Cor bem eigentlichen ffoftl)aufe, weldjeS barauf eingcrid)tct ift,mehreren Solingen, bie in bem gleichen Fade finb, 2öol)nung rtnb ff oft 31t geben, benSolang, Weil l)ßr aud) bei bem beftejt SBißen ber )jabagogifd)e ©efichtSpunct 31: leidjthinter ben öfonomifdjen jurüeftritt; fonbern wir nehmen leinen Slnftanb, für einen fouftWohlgearteten Änaben jenes ®erl)ältnis felbft bem Sieben in bem fpaufe beS ©irectorSober eines anbern £eljrerg ber ©d)ule, welche er befud)t, oorsugiehen, weil nur unterbefonberS günftigen SBecingungen bie an fid) ebeufo heüfame, als natürliche ©d)eu corbem Sel)rer feie wünfdjenSwerthe Unbefangenheit ber 23 ewegung beS ffinbeS in ber Fa°milie nicht beeinträchtigen wirb. 2 lnberS fteßt fid) bie ©adje, Wenn ber ßögling eineftrengere unb sorgfältigere fsäbagogifdje Seitung unb Ueberwad)ung bebarf. 3 n tiefemFade gehört er unter bie Leitung eines ÜDtanneS Con päbagogifd)er S 3 ilbung unb Er»fahrung, eines -ßäbagegen Con Fad); unb ba fid) nicht immer ©elegenheit finbenWirb, ihn bei ©irectoren ober £el)rern in ber angegebenen üßeife uuterjitbringen, and)beren gehäufte 33 erufStl)ätigteit, ober bie Ueberfüßung ber öffentlichen ©djule ber er=ferberüdjen Ueberwad)ung im häuslichen Sieben unc in ben Sleljrftunben hiuberlid) feinlann, fo treten für foldje Füße fadjgemaß ^) 3 ricater§iehung 8 inftitute ergängenb