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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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3ttititut§cräidjuitg.

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jüngeren gegenüber fid) gemötjnt; bie bet aller natürlichen ©ebunbenljeit große Beweg»lidjfeit, loetcfje ber Snbioibualität geftattet, Wie bie forgfältige Beobachtung ltnb Beriid»ftdjtigung, weldje ihr gewibmet roerben fnnn, unb bie bamit gufammenljängenbe (Ent=widluug beS ©emütljSlebend — alle biefe Bcrtljeile ber (Ergieljuug in ber gamilie tonnenburd) feine aitbere Berbinbung erfe( 3 t Inerben, ja ber ©egen beS gamilienlebenS ift fogroß, baß man felbft ba, Wo eS in lleßßigfeit unb SBeltfmn, ober itt (Dürftigfeit unbHoheit oielfältig oerfommen ift, unb wo eS barutn in oieler Begieljuug offenbar un=gunftig auf bie Äinber einwirft, benuodj Bebenfen tragen muß, ob eS locht gethan ift,tie hinter auS bem Sebeit mit ihrer gamilie oöttig Ij^auSguneljmen. 9lnbererfeitS abergetjort ber ÜKenfdj bodj auch ber gamilie nicht allein an; fonbern loie bie gamiliefelbft nur ein fleinerer DrganiSmuS ift in beut größeren beS ©taateS unb ber ©efelt=fdjaft, fo ift and; ber einzelne SDfenfdj beftimmt, als ein felbftänbigeS unb lebettbigeS ©liebin biefe größeren ©enteiufdjaften einjutreten, unb er muß auf tiefe feine Beftimmungin ßeiten Vorbereitet »erben. (Dagu nun reidjt bie gamilienergieljung nidjt aus. (DaSÄiitb muß fid) gewöhnen, and) bie Sluctoritat fotdjer auguerfernten, 31 t Weldjen eS nichtitt bem Berljältniffe natürlicher dlbljängigfeit fteljt; empfangend unb mittheilenb auchmit foldjeu 31 t leben unb fid) gu oertragen, mit welchen eS nicht burd) baS Banb natilr»lieber Bermanbtfdjaft oerbunbeu ift; unb fein @efid)tsfreis muß fid) über bie befdjränfteSphäre beS elterlidjen fpaufeS hinaus erweitern. Sind; genügen, um tiefes adeS gu be=Wirten, nidjt bie gufäHigen Berührungen mit ber ©efellfdjaft in weiterem Streife; fon=bem eS muß biefe in einer bie feften Ordnungen beS ©taatS unb bie fefte ©itte beSgeselligen SebenS gewißermaßen Oorbitbenben unb bod) bem finblidjen SlitffaffungS» unb Sei»ftungSoermögen entfpredjenben Sßeife als georbitete ©emeinfdjaft bem 3öglinge gefliffent»lieh entgegengebracht Werben. (Diefe gorberung erfüllt bie ©d) ule unb baburd) forgt fiebafiir, baß ber innige gatnilienfhm nicht in furgfidjtige unb engherzige gamilieubefdjränft»l;eit auSartet, baß neben bem 9fedjte ber Snbioibuatität, weldjeS oorgugSWeife im l;äitS=liehen Seben feine pflege finbet, auch bereu fßftidjt gegen bie ©efammtheit gur liter»fennung femnte, unb baß neben ber (Sntwicflung beS ©emüthSlebenS aud) bie (ErfenutniSerweitert unb in ber Söfung mannigfaltigerer Slufgaben unb int Satnpfe mit fräftigerentSBiberftaube auch ber SBille geübt Werbe. ©0 betrachtet, erfdjeint ber (Eintritt beSÄinbeS in bie ©d;ule nidjt als eine traurige SRothwenbigfeit, gu welcher man fid) ent»fdjließen muß, weit bie (Eltern nicht bie 3^t ober nidjt bie gäljigfeit haben, bie (Er»gieijung innerhalb ber gamilie felbft 3 U oollenben; fonbern bie ©djule tritt als eineburd) bie Dfatur ber ©adje geforberte, an fid) felbft notl)Wenbige unb Wefentlidje (Er»gäugung ber gamilienergieljung gur ©eite. Unb gwar am ooUftäubigften bie öffentliche©djule im ftrengen ©inne, b. fj- bie, weldje oon bem ©taate gegrünbet ift unb unter»halten unb geleitet wirb; beim biefe oertritt aud) am beften bie fefte Ordnung berftaatlidjen ©emeinfdjaft, für Weldje ber 3 ß gliug oorbereitet Werben fotl, unb inbem iljreSeljrer hinlängliche greiheit haben, um auf bie Süöiinfdje ber (Eltern unb auf befonbereSebürfniffe ber Sinder jebe billige 9tüdfid)t 3 U nehmen, oor bem hemmenden (Einfluffeunbilliger ülnfpriidje aber, welchen bie fßrioatfdjule fid) niemals ooOftänbig gu entgiehenoermag, gefidjert fiub, wohnt iljr gugleidj eine eigentümliche SEriebfraft bei, weldje^rioatfdjulen nicht in fid) beftfeen (Jßerbart, Umriß päbagogifdjer Borlefuugeu §.334).

Sine foldje (Ergängung oon gamilie unb ©djule bietet nun aber aud) in allennormalen inneren unb äußeren ßuftänben nidjt bloß baS für bie (Srgieljung 9cotljWen»bige, fonbern aud) baS bafür 9 tü( 3 lidje fo oollftäubig bar, baß, abgefehett oon bemUnterridjte in fünften unb tedjnijdjen gertigfeiten, felbft ber nad)helfenbe fßrioatunter»rieht, Wenn nidjt ein aus befonberen Umftänben IjefOorgeljenbeS bringenbeS Bedürfnisbarnadj oorliegt, oermieben werben feilte, gür bie 3 ß glinge, Weldje in bem Greife beSeinfadjen Betriebes beS SanbbaueS unb ber @ewerbtl)ätigfeit ftehen unb barin iljrenfünftigen Beruf finben feilen, finb bie äußern Bebingnngen für jene normale (ErgängungOon gamilie unb ©djule in jebem ®orfe geboten, weldjeS eine BollSfdjule befiht. (Dem