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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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3 nbi»ibualität.

ganj entjiebeit fann. 3ft aber biefe Sl^atfadje lebxcjtidC? eilt -ßrobuct bet- ©inmirfungäußerer SJerUjaltniffe, fo bann ber ©rgieber feine Stufgabe gerabe barin erlernten, biefett©inmirtungen anbere Bon feiner ©eite entgegenjufefcen, um ben ßögliugeit eine anbere©igentl;ümlid;feit an^ubilbeit, als bie nad; ber 2lnfid;t beS ©rjieberS fetjterljafte, tnelc^eunter jenen ©inmirtungen entftanben ift. 2>aS 9ied;t ber 3nbioibualität, als fold^e uonber ©rgietmug anertannt unb gepflegt 31 t «erben, tommt berfelben nur bann ju, «ettn fieeine in bent Sßefen beS 3ügling8 urfpritnglid; begriinbete, «eil Bon ©ott in tl;n gelegteunb bannt angeborene ift. gür bie Urfprünglidjfeit ber Snbioibnatität in biefem©innefprid;t nun fd;on bie ©rmägung, baß je IjBIjer eine ©attung in ber ©tufenrei^e berOrganismen fteljt, um fo meljr and; bie jn tyr gel;örenbeit ©iujelmefen bttrd; eine inihrer befonbern Organifation urfprünglid; angelegte ©igentfyümlidjfeit Bon einanber fid;unterfdjeiben. ferner gehört lieber ber innige 3 u fnmment;ang beS meufd;lid;en ©eifteSmit bem Seibe, beffen angeborene ®igentt;ümlidjfeit uujmeifelbaft ift, ein -fjunct, auf«etd)en fdjon ©icero (De Orat. 1, 25; Bgt. aud; Iperbart, a. a. D.) aufmerffam gemachtbat, «entt and) nur in ber befonbern 9tüdfid;t auf ben SSeruf beS 9tebner8, «eldjeraud; beftinunte leiblidje Dualitäten üorauSfefct. ®a 3 U fommt, baß bie öerfdjiebeiten©eiten beS geiftigen Sehend ber 9Jtenfd;l;eit nur bann recht reid; unb träftig fid; ent»falten tonnen, inenn ihre pflege nicht bloß foldjen iiberlaffen ift, «eld;e nur ber Zufallober bie SBilltür ihnen äugcmanbt bat unb «eld;e mit gleicher innerer 23ered;tigung il;reObätigfeit anbereu ©ebieten bitten jutoenben tonnen, fonbern nur bann, wenn bie con»centrirte ©eifteSfraft urfprünglid; baju berufener 3nbiBibuen fid; auf fie rid;tet. Stufben ©inloanb aber, baß burd; eine fo(d;e urfprünglid;e 23efd;ränfitng feiner Stnlage bieffreibeit bed 5D2enfd;eit beeinträchtigt, ober gar bie göttliche @ered;tigteit Berieft «erben«iirbe, ift 31 t er«ibern, baß ber Sinjelne für biefe 23efd;räntung reidjlid; entfdjäbigt«irb, inbem er, als lebeubiged ©lieb in beit Oicnft beS ©angen eintretenb, aud; anbem Sehen beS ©anjen 2lntl;eil nimmt, meld;e 8 eben baburd;, baß es in feinen Ber»fdjiebenen ©ebieteu burd; befonberS baju SluSgerüftete gepflegt «irb, nur um fo reidjerfid; entmidelt. ©nblid; Iel;rt aud; bie Srfabrang 31 t beutlid), baß unter äußeren SSer»I;ältniffen, «eld;e, fo «eit uienfd;Iid;e 23eurtl;eilung reid;t, Bötlig gleid; finb, baß nichtet«a unter SBriibern bloß, fonbern felbft unter 3'BittingSbrübern, eine oerfdjiebene SSe»gabttng Boit ben erfteit felbftänbigeit Regungen beS ©eifteS an fid; geltenb ntad;t, unb3 «ar als fpecififdje Slntage für eine beftimmte Seben 8 fpl;äre, am beutlidjften im ©ebieteber Äunft, «eil in biefeaud; ein natürlid;eS SJioment als «efentlid; bineinfpielt" ($e=gel, ©ämmtl. SB. X, a, ©. 357); bod; tritt nid;t feiten and; bie Borberrfdjeube Slnlagefür ein inniges unb reid;eS @efül;lsleben, für tlareS, fd;arfeS unb tiefes ©rfenneit, füreine auf fräftige unb oielfeitige SBirtfamteit nad; außen gerichtete SßillenStbätigfeit beut»lid; genug l;eroor.

®ie ridjtige Iteberjeugung Boit biefer ltrfprilnglid;teit ber Slnlage faun nun bem©rgieber mtmöglid; eine 2$crfud;ung 3 ur SSequetnlicljEeit unb jur&rägbeit «erben. 93iel=mehr muß il;n gerabe bie ©rtoägung juut gemiffenbafteften ©ifer anfpornen, baß ereine Bon ©ott in ben 3öö^i n S gelegte Stnlage 31 t pflegen unb 31 t entmicfeln b<it, bamitbiefer feinen Bon ©ott il;m Borgegeidfneten 33eruf unb in biefem fein eigenes «at;reS©lüd finbe, «ie für bie @efammtl;eit nad; feiner ganjen gäl;igteit fid; nühtid) ermeife.©S taun beit©r 3 ieber nid;t uieberfdjlagen, baß bie iitbiBibuelle 23eftimmtl;eit il;nt;inbert,alles «aS er «ill aus bem 3ögliitg 3U ntad;en, ba er ben l;öb eren SSeruf bat, ihn foju bilben, «ie ©ott ihn haben «ill; ihm »inft ein böbjereS 3 iel, als ben 3 Bgli n 3 alt fbie ©tufe ber SluSbilbitng 3 U erbeben, auf «eldjer ber ©in«irfenbe ftel;t (23enefe), er!ann Bielntel;r ftreben,aus allen Kräften, ihn Bortrefflid;er 31 t mad;eu, als er felbftift" (Äraufe), unb barf babei beS göttlid;en Seiftanbeö ge« fein, ©oll aber jeneUeber 3 eugung päbagogifd; «irlfam «erben, fo muß fie mit ber Siebe fid; Berbinben;nid;t nur mit beraUgemeineit Sftenfdjenliebe", fonbern mit ber Siebe ber beftimmtenbßerfönlichfeit beS ©rjieberS, «eld;e «ieberum ber inbiBibueH beftimmten )ßerfönlid;teit