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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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677
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Snbiöibuatttdt.

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d)ifd)e 3 u ^t beS Mittelalters, gegen baS bieleStäupen unb ©d)lagen", woburdj oielfeine Sngcnia berborben »erben, unb anbercrfeitS feine Smpfepiuitg gpnmaftifdjerHebungen, wie feine wahrhaft preppetifdje ©crauSftdjt beS GtinfluffeS, weichen ber ebattge*lifdte ©laute auf baS ©ebeipen ber oerfdßebenen 2öiffenfd)aften, nid)t bloß her pf)ilo=[ogifcpen unb gefd)id)tlid)en ©tubien, fonbern aud) auf bie 9iaturwiffenfd)aft, üben ittüße.SBcnn bann and) bie alteften praftifdjen -ßäbagogen ber eoangelifdjett fi'irdje au§ @ritn=ben, weldje Ijier nicht weiter 31t erörtern finb, unb welche mehr außer ihnen als inihnen lagen, auf heften einer bielfeitigeren Bilbung in ber fjertigfeit im Sateinfpred)enunb »fdjreiben baS fpaupisiel beS Unterrichtes erlannteit unb in biefer Bejiehuttg bonben jefuitifdjen Sel;ranftalten fidj nid)t unterfdjieben, welche, gerabeju auf Unterbrüdungfreier inbioibueHer 9iegung auSgiengen; fo Wehte bod) in proteftantifdten Slnftalten, wiein ber bmt 3oI), ©turnt in ©traßburg, ober in ber unter ihrem dictator perpetuusSrojenborf repubticanifch gegtieberten ©djule 3U ©olbberg ber ©eift eines freieren SebenS.$aS ©ringen auf-einen naturgemäßen, beut 3$g6ug baS fernen angenehm madfenbenUnterridjt, welker ben päbag 0 gifd)en 9teuerem, wie 9latid), ßoitteniuS u. a.eigenthilmlid) ift, fdfloß eigentlich bie gorberung einer Berüdfidjtiguug ber Snbibibualitätfdjen in fid), unb sott einigen würbe biefe gorberung aud) auSbrüdlid) auSgcfprodjen;in ber $rapiS aber führte baS ffiertrauen auf bie abfolut ridjtige 9)tetl)obe, weldje einfeber eutbedt gu haben glaubte, rneift vielmehr baju, baß biefe reformatorifd)e ©äbago=gif gegen bie ©erfdjiebenheit ber Snbibibualitäten gleidjtnadjerifd) fid) berpielt. ülelmlid)»erhält eS fid) mit ber philanthropifchen Srjiehung BafebowS unb feiner Anhänger,in welcher überbieS, wie fd)on bei Sode, bie 9tüdfid)t auf ben äußeren 3»ed,nützlicheSBeltbürger" 31t erziehen, bie Snbibibualität nid)t 3U ihrem bellen 9ledjte fommen ließ.SlnbererfeitS fdjlug bei 9touffeau baS 9ied)t beS SnbioibuumS 3utn Unban! unb Un=red)t beS egoiftifd) ifolirten ©ubjectS gegen bie©attung unb bie©efeHfdjaft um. ©efta=lojji, inbem er bie Siebe 30111 eigentlichenrßrincip ber päbagogifd)en ©hätigleit erhob,eine allgemeine BolfSbilbung forberte unb alfo ben @itt3elnen als organifd)eS ©lieb ber©efammtheit auffaßte, bem er angehörte, unb inbent er enblid) baS Mutterhaus als bieeigentliche ©tätte ber Sr3iel)ung aufah, hatte bamit bie wefentlidjen ©orauSfefcungetigewahrt, unter welchen bie redjte Söerüdficfttigung ber Snbibibualität in ber ßrjieljungmöglich ift. ®od) aud) bei il)nt überwog bie SBerthteguug auf beit fertigen methobifdjen©djematiSmuS 3U fehr, unb eS blieb $h^°f°^ en » f<h on ^ant unb gidjte, befon*berS aber 3. 3. SBagner (ißhilofophie ber Sr3iehungSfünft, Seipgig 1803, ©. 87 ff.)unb firattfe (Urbilb ber Menfdjheit, ©. 385), unb ©idjtcrn, wie @ötl)e, ©d)illerunb 3. )|3aul (Sebatta §. 27 ff.) borbehalten, auf bie päbagegifdje Bebeutung ber 3tt=bioibualität ttad)briidlid)er hiujuweifen. ©teS mag manchmal 3U einer ungehörigen, bienatürliche ©rägheit beS St^ieperS begüuftigenbengreigebigteit mit bem Eingeborenen"geführt haben, mit weldjer auch ber moberneEuItitS beS ©eniuS" jufammenhängt,unb infofern hatte eS feine Berechtigung, wenn Benefe bie erfahrungsmäßig uns ent*gegentretenbe inbioibuetle ©erfdjiebenheit mehr als eine burd) äußere Sinwirfungett ge=Worbene, beutt als eine urfprünglid) angeborene würbigte. Befttmmter l) a t fie in le£*terem ©innerer b art anerfannt; uor allem aber finb SS. b. §untb olbt unb@d)teier*madjer als ©ertreter ber Snbibibualität, wie int allgemeinen, fo namentlich auch aufpätagogifdjent ©ebiete 31t nennen; beibe haben sugleid) burd) ihr eigenes Beifpiel be=wiefett, wie bie ©orauSfefjung einer urfprünglidjen, gottgewollten inbioibuellen Slttlageben ©ifer felbfttpätiger Bilbung feitteSwegS läputt, fonbern, ridjtig berftattbeu, il)n aufbaS fräftigfte förbern muß.

9tad) biefer hiftorifchen ©runbleguttg haben wir nun, jebocf) nur infoweit, als eSnicht in früheren berWanbten Strtiteln bereits gefdjeljen ift, auf bie grage näher eiu3u*gehen, warum unb auf welche ©Seife bie S^ieljitng auf bie Snbibibualität 9ttid|id)t 3Unehmen hat. ©ie © er f <h ieb enh eit ber Snbioibtten ift nun junädjft eine S©hatfache, welchebem (Sr*3ieher fo gebicterifd) fid) aufbrängt, baß er ihrer Berüdfidjtigung fid) unmöglich