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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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§um6otbt, SB. B.

biBibueßen fjreil^eit ju fepr beeinträchtigt patte, fo je( 3 t in ber ©djule beS SebenS-biefe Sinfeitigfeit aufgehoben: er fiat gelernt ben 31nfßrüd)en ber beiben gactoren, berDrbnung, Voie ber fjvei^eit, gletdjmäßig geredet 31 t toerben, unb namentlid) liegt in fei*nen Berfdßebenen 33erfaffungSentwürfen ihre ridjtige 33ermittlung unb lebenbige Serbin*bung in ber audgejeic^netften 2öeife Cor.fpcdjfte Klarheit bet 3lnfidjt, noßße Ueber*jeugung Bon ber 3Bo^)lt^ätigIeit, feftefter SRutp bei ber StuSfüprung," fo l;at er felbftbiinbig unb treffenb ben leitenben ©runbfap feines amtlichen SBirfenS formulirt.

®leid)Wopl Berlor fp. bei aller Eingebung unb Sreue feiner amtlichen SpätigfeitbaS l)Bd)fie 3tel feines SebenS nie auS ben Ülugeit. Sr bejeicpnet eS als untoürbig obertraurig, trenn ber 2 Renfd) bis 31 t feinem £obe' ßdj mit SDingen befcbjäftigt ober befd)äf=tigen muß, WeHje 31 t biefem pöchften 3>ele ber ©elbßbilbung unb bamit 3 U bern Steigenin ber 3eitlid)feit in feiner unmittelbaren ^ietymtg fielen. 33ei feiner 9lnfd)auungS=toeife mußte er eS als bie glücf(id)ße Rügung greifen, baß er nad) feinem notpwenbiggeworbenen SJüdtritte aus bem ©taatSbienft fein Sehen in SRuße befcpließen burfte,toie er eS angefangen batte. 2Bir paben bereits angebeutet, Wie weit biefe SDluße ent-fernt War Bon einem dolce far niente ober einem abßdjtSlofen ©idjgepenlaffen. ®ie3 beale unb ißläne ber 3 ugenb, weldje er mit einer Sreue bewahrt butte, wie fie nureinem in ftd) fo flaren unb felbftbewußten ©eifte möglich, gebieben nun 3 ur IuS=füprung unb Steife. 3mmer l) a ße er feinen beftimmteu 3wecf Bcr Singen unb bienteif)m mit ber regelmäßigften, gewiffenbafteften unb angeftrengtefteu Arbeit, auch in bieferSe 3 iebung baS SDtufter eines burd) unb burd) biScißlinirten ©eißeS. ®ie Älartjeit überfid) felbft unb über feine Slufgabe rubte jugleic^ auf einer ernfteu religiofen ©runbftim*mung feines SöefenS. SS Berftebt fid) bei ber 33ilbuttg feiner 3eß, beren ®'nb er toarfo gut, Wie @ 0 % unb ©tbiHer, baß biefe Steligiofität nicht Berbunben war mit einerbewußten Aneignung ber fßecififdj d)rißlid)en ©ntnbgebanfen. Slber eben barin fdjon,.baß er in bem innersten Kerne ber SnbiBibuaßtät, wo ber enblidje ©eiß mit bem un=enblidjen ßdj berührt, ben eigentlichen ©djWerßunct beS menfdjiid)en SebenS fanb, laggegenüber bem beibnißben SBefen eine SBirfung beS djriftlidjen ißrincißS, gegenüber berantifen 2BeIt eine Dßßofition beS^u bem Sbriftentbum in natürlid)er 33erWanbtfd)aftßebeuben beutfdjen ©cmütbeS. S)ie tiefe 3nnerlid)feit unb ber ßttlidje Srnft feinesgansen SBefenS, Berbunben mit ber auSgebreitetften Kenntnis Ber gefdjidjtlidjen Sßirflidj»feit unb ber liebeBoUften Slnerfeitnung jeber eigentbümlid/eit SebenSäußerung in berfelbenfieberten ihn gegen bie Slrt, wie 3 . 33. ©ötbe eine 3eitlang feines fpeibentpumS ftdjrühmen uub feine Slbneigung gegen unooflfomntene SrfcbeinungSformen beS Stiften*tbumS 3 U einer.33erfennung biefeS felbft ßeigern fonnte, Wie gegen ben allgemeinen foS*moßolitifdjen unb religiofen SntbufiaStnuS, beffen SSerfünber ©d^iller 3 uWeilen würbe,unb eS fonnte beut ©taatSmanne, Welcher baS Sted^t ber freien ißerfönlidjfeit beS Sin*Seinen auf baS fräftigße Bertrat, niept entgehen, Wie Weit feine lEenbenjen Bon einem©taatSleben abfübrten, beßen fdjönße Sntfattung hoch immer bie ©clauerei 3 um bun*fein §intergrunbe pBd^' 21 b £>.S 33eifßiel läßt fid) jene fides implicita nathweifen.Welche and) ber ißroteßant gelten laßen fann unb weld)e barin Beßetjt, baß ber Bon benperrfdjenben firdßidjen formen Unbefriebigte hoch im ©runbe feines SBefenS Bon berbeiligenben unb befeligenben Kraft beS Sl)riftentbumS niepr, als er felbft Weiß, ergriffen, unb im Seben bie beilfame Sinwirfung biefer Kraft betätigt, wenn er aud) in berSehre mit ben djrißlidjen ©laubenSfätjen fid) nod) nid)t 3 ured)t 3 itßnben Bermag. Uebri*genS fehlt eS auch ' n feinen ©cf)riften nidß au 3eugniffen ber beginnenben felbßbe-wußten Anregung beS ©runbgebanfenS beS Sbriftentl)umS Bon ber nicht auf eigenes33erbienß, fonbern auf bie ©nabe ©otteS gegriinbeten SSerfopnung mit ©ott, wenn and)fein glücfiidj angelegtes iftatureß unb feine günftige äußere Sage ipn bie SJJadjt ber©ünbe nicht in ihrer gansen ©röße patte erfennen laßen, unb er baburdj niept 3 urBoßen Snergie ber Aneignung beS SrlöfungSprincißS unb überhaupt nidit 3 U jener fern*paßen, BolfSmäßigen unb ßraftifdjen ßMigiofität gelaugte, Weld)e üftänner, wie ©teilt,.