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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
Entstehung
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211
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©pmnaftum, fein SScr^dttniS pm ©bttffentfmm ec. 211

gür bie 93el)anblung ber beutfdjen Literatur ift 33ilmar8 ausgezeichnetes 33ud) bahn=bred)enb geworben. 3Ijw ßerbanfen wir aud) bet ber fdjwierigen grage über baS 33er»hältnis xtnfrer neueren claffifdjen ©lanperiobe pm Kljriftentbum btejenigen Sünljalts»puncte, oon benen aus eine rid)tige Sffiürbigung jener großen ©eifteSheroen miiglid) ift rbie einer Kpod)e angeboren, in ber bie äfttjetifche Sffiiebergeburt beS antifen ©eifteS,bet bem ganjen bamatigen 3uftanbe ber eßangetifdjen ffirdje, bie ©efapr in ftd) trug,eine Humanität außerhalb teS KhriftentljumS p fudjen. .Spier gilt eS, fid) ebenfo ßor 33er=götterung wie cor 33erfej3erung p hüten, ©o grob bie 33erirrung ift, für bie bie3ugenb ber ©hutnafien teidjt empfänglich ift, bie 2öeltanfd)auung jener ßeit ptnSWaßftabe für bie äBaljrheit beS KoangeliumS p madjen, fo befchränft ift eS, oom©tanbpuncte eines bogtnatifd)en ÄirdjentlpmS aus über bie herrlidjften @eifte8fd)Bpfun=gen, an benen fid) nod) bie fpateften ©efdjledjter erfreuen unb nähren toerbeit, baS33erbamntung8urtl)eil gu fprechen. Slber wie in ihren SSorjügen fie unoergänglidj feinWerben, fo Weifen fie and? in ihren -Dlängeln auf eine Krfüdung hiß, bie ber 9?ad)Weltbefdjieben fein wirb, fpier hilft für baS SDtaß beS KoangeliumS, bem fid; nidjtS ent=jiehen fann, baS fdjöne SBort 9?eanber8 nad):3ldeS wa§ in bie fpöhe «nb in bie©iefe führt, ift bent ffteligiöfen ßerwanbt unb geeignet, baSfelbe lebenbiger l)erßorp=rufen." 3ebe8 aufrichtige unb reine ©treben nad) 2BaI)rl)eit, aud; wenn eS nicht un=mittelbar an bie Dffenbarung hirtanreicht, h fl t feine Stellung innerhalb ber Greife beSKl)riflenthum8.

3d) unterlaffe eS, weiter auf baS Söfateriale ber einjelnen Unterrid)t8gegenftänbe einp=gehen, ba eS nid)t fdjarf genug h^borgehoben werben fann, baßbiefßerfönlidjfeitbeSSehr er 8, in Weldjem gad) er aud; unterrichtet, bie Trägerin beS eßangelifcf)en ©eifteSfein muß, ber fein Sßerf lehrenb unb bilbenb an unfrer 3ugenb treiben fod. SJfanlegt noch immer p ßiel SÜSertl; auf dltethoben unb £h et >rien beS UnterridjteS unb ber©rjiehung unb ßergißt babei p leicht, baß baS ©eheintniS alles SSilbenS unb Krjieljengin ber Sßerfßnlidjfeit unb in bem Kharafter beruht. Unferen ©hmnafien fehlt eS nichtan 2Biffenfd)aft unb ©etehrfamfeit, Wohl aber an ergiehenber Äraft. 3Bir Ipben plange einem SlbStractum allgemein wiffenfd)aftlid)er SMlbung nad)geftrebt unb mehr bieSSMffenfdjaft als bie Silbung in ben 33orbergrunb geftedt. ©er SÖfittelpunct aller33ilbung aber muß bie fittlichc ©efimtung fein, bie mehr burd) IBorbilb als burth Sehremehr burd) 2lnfd)auen als bttrd) Semen angeeignet wirb. SDcan hat mit 3fed)t gefagt:wer lernen wid, muß ©tauben haben. Siber ebenfo muß berjenige, ber lehren wiß rfid; fo htrrfteHert, baß man ©lauben p ihm haben fann. SÖJangel an fßietät unb£ud)t, an Shrfurdjt unb ftfefpect ßor ber 2luctorität Bon ©eiten ber ©d)üler ift jnraSlheil burd) bie Seljrer felbft oerfdplbet. ©ie ©thüler foden nid)t bloß oon ihrenSel)revn lernen, fonbern noch mehr burd) biefelben. 93or adern wirb eoangeüfd)e8@laubenS= unb Siebesleben bie fierjen ber 3ugenb bann etnpfänglid) finbeit, wenn ftebie Sßerfönlidjfeit ihres Sel)rerS unb KrjieherS felber baßon erfüllt fehen. Sffiemt bieSfxtfgabe einer d)riftlidjen Krgiehung bie ift, aus bem SDfenfcfjen eine neue Kreatur pmachen, bann fann nur ber bap berufen fein, ber an fid) felber eine SBiebergeburterfahren hat. SRoth (SI. ©djriften, I. ©. Y.) fagt:um anbere p erphen, mäßenWir uns immerfort erjiehen laffen." 33ergeffen wir es nur nidjt, baß BaS Sel)ramteben fo wie baS geifllidje 2tmt eine feelforgerifdje ©Ijätigfeit erhcifd)t unb baß feit feUner Kinfelpng burd) ben SSefehl beS §errn: SBeibe meine Sämmer! bie §irtentreuebaS rechte fiennjeid)en djriftlidjer Sel)rer unb 3ugenbbilbner geworben ift, bie ihrenGingang p ben ihnen anßertrauten ©eelen burd) feinen anbern fud)en foden, als burd)ben, ber fid) felbft bie Sllpr genannt hat. ®iefe feelforgerifche Shätigfeit fod befonberSben Ipauftlehrer ber Klaffe als ben ßäterlid)en Grjiel)er mit feinen 3ögüngen ßerbinben.©rößere SluSftattung mit äußerer 31uctorität, nad) ber ftch oft fdjwacfje Sehrer fehnen,hilft nichts, wenn bie Sugenb ihrem Grjieher nicht aus adern, WaS er mit ihr ßorI)at,ben 3»ä beS ©eifteS abmerft, ber ba fpridjt: bie Siebe bränget ntid) alfo. ©aS S3ilt>