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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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©yntttaftinn.

33ertheitung beS ©tunbenptanS ei^ugehen, ift ^»ier nid)t am Orte, um fo mehr atSbarauf nottjWenbig mandje locale 93evf>ältniffe einwirfen mäßen, bor alten anbevn aberbie oorherrfdfenbe burdjfdjnittliche grequenj ber ©taffen, bie 3 . 33. in ben »iirttembergi*fcben ©hmnafien faft überall eine geringe, in ben preußifdien bagegen oftmals eineübermäßige ift. 2ltS allgemeines fßrincip aber »irb feftju^alten fein, baß baS SKinimuntber einem ©egenftanbe jujittoeifenben ©tunbengaht, fobalb irgenb ein ©rfotg babott er»»artet »irb unb er nid)t 31 t einer bloßen relaxatio animi l;erabfinfen fott, 2 »öcbeuttidje©tunben betragen muß, unb baß für bie ©rternung beS grattjöfifc^en im allgemeinen(bon et»a befonberS günftigen 33erl;altniffen ift natürlid) al^ufehen) fein irgenb nennend»»ertheS fffefultat ju erwarten ift, »enn ber baju beftimmte Unterricht erft in ber brütenober gar jweiten ©taffe bon oben, »ie man eS bon bieten ©eiten atS genügenb anfiefyt,angefangen »irb. Oer natnrgefdjidfttic^e Unterridß ift, »ie bereits oben angebeutet »urbe,auf bie beiben unterfteu ©taffen, ber phhfUatifdfe auf bie oberfie ju befdjränfen.

OiefeS führt uns bon fetbft jur ffrage ber Organifation, »obei »ir junadjftbemerfen, baß »ir biefen StuSbriid in bem einfachen ©inne ber Sinridjtung beS ©pm»nafiumS nad) feiner ©tieberung in ©taffen unb Orbnungen berfdjiebencr 3trt, unb berbarauf 31 t berttjeitenben UnterridjtSftunben berftefyen, nidjt oon ber ©tettung beSfetbenals ©lieb beS ©efammtftaatS unb ben mancherlei fragen, bie fidj bar an fnüpfen, »etdjeOt)auto» in feiner ©pmnafiatpäbagogif unter biefem Spanien Befaßt. Oie barauf be=3 üglid;en 33etrad)tungen mochten faum irgenb »etdjen praftifdjen SBertl; h a ^ en » unbbiefen mäßen »ir hier altein ins Sluge faffeu.

Sei ber bebeutenben Aufgabe, »etd)e bie ©hmnafien 3 U tefeu haben, ift eS begreif*lid), baß fie jur ©rreidjttng beSfetben eine beträdjttidje Steife bon Sohren in 2lnfprudjnehmen. Oie bon ben berfdßebenen ©djutgefehgebungen bafür geforberte normale £eitbeträgt »enigftenS 8 Satire, »ie in Defterreich unb Sapern, Ijcc£>ftenS 10 Satire »ie inSEBürttemberg, 9 Satire in Preußen unb anbern Säubern. ÜDJit biefer für ben ge»fantmten ©urfuS als normal angenommenen Oauer ftet;en in einer gewiffen SSe 3 iehungbie für ben 33eginn beSfetben, b. i. für bie Aufnahme in bie unterfte ©taffe eines ©pmsnafiumS gettenben Seftimmungen. 3n Sßiirttemberg finbet biefetbe bereits in bem3ahre, in »etdjern baS adße 3ahr jurüefgetegt »irb, ftatt; in Preußen, Oefterreid),S3aben u. f. ». nach boüenbetent neunten, in Supern nad) bottenbetem jehnten 3ahre.Ueber biefen fßunct, fo»ie bie gorberungen an bie geiftige ©nt»idelung ber aufjttneh*menben©d)iiter giebt ber 2trt. älufnahme fo erfd)öpfenbe Oarlegmtgen, baß fidf> faumet»aS »efentticheS möchte ftinjufügen taffen.*) Oer bort auSgefprodjcnen Slnftdjt, baßbie 3eit ber litfnahnte an bie ^nrüdtegung beS neunten SebenSjaljrS 3 n binben fei,baß fie bann aber and) unbebenflid) ftattfinben tönne, ift ge»iß boCtftänbig be^uftim»men. ^ienad) »iirbe bei normalem gortfdjritte ber ©dfüter baS ßiet beS ©hmnafiumSmit bem oottenbeten adftsehnten 3ahre burdffdfnitttid) erreicht Werben.

©S ift felbftoerftänbtid), baß in einem fo langen, bon einer mehr ober Weniger

bei uns fieht’S jefet aubers aus als fonfi: fragen ©ie unfere ©ertianer bon oben bis unten, inWelchem 3 al>r Slttila geboren unb geflorben ift, Wie biet üßeiber unb Wie biel ftinber er gehabthat; was gilts, auch ber unterfte bleibt Shnen bie Stntwort nicht fdjulbig? ©ie fetbft wiffenSnicht unb ich Weiß es auch nicht! — freilich anbereS muß jept ruhen, Was 31 t Shrer Seit gebießunb galt! 1 " $. SReb.

*) ©s fei uns ertaubt, ein einziges Sßort jenes Slrtifels nachträglich ju begrünbeit. ©erfelheberlangt, @. 312 , bie SJorfenntniffe ber Slufnahme fuchenben ©chüler follen Bffentlich geprüftWerben, ©ie Deffentlichfeit Wirb Wohl bon niemanb anberS benüpt werben, als bon SlngehBri»gen unb bisherigen Sehrern ber ©chüler. giir fotdje aber iß es bon prattifchem SBerth, Wennfie ©etegenheit haben, fich ju üherjengen, Wie weit ihre StngehBrigen beim ©intritt itt bie neue©dfute ben üfnforberitngen berfetben entfpred)en ober Wiefern fte benfetben nicht genügen, unbbie ©dfute geigt burd) bie gulaffung ber Oeffentlichleit ihr gutes ©ewiffen unb fchüfct fich and)gegen ben ©<hein bon ißarteilichfeit. $. 3teb.