Druckschrift 
3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
Entstehung
Seite
186
Einzelbild herunterladen
 

186

©pmnaftum.

bid ju einer gereiften SSotlftänbigfeit ber Senntnid, foreie gur fetbftänbigen £>anb=l^abung bedfelben im ©Treiben unb ©pred)en gu bringen, read im ©riedftfcfjen niept guerreichen ift. Unb bodj ift bieö gerabe für bie Aufgabe bed ©hmnafiumd bon großerSBidjtigfeit. ©etbftberftanblieft aber ift ed, baß beibe alte ©fragen für alte, bie bad©ftmnafium befudjen, obtigatorifd) fein müßen unb eine ©idpenfation bom ©rieeftifthennur unter gang befonbern Umftäuben atd fettene Sludnapme gu geftatten ift (f. oben).

®en alten ©pradjen ftefft gur ©eite atd befonberd gu betonenber Sefirgegenftaub bad®eutfd;e. ®od) ift bad il;m beigutegenbe ©ereicpt nidft foreofft in ber großen bafür 3 «beftimmenben 3 a(ft reödfentlidjer Se^rftunben 3 U fudjen (biefe fönnten immerhin, mit Sud=nähme ber unterften Staffen, burdjreeg auf bie überhaupt 3 ntäßige geringfte 3atft 2 be=fd)räuft fein, reie ed aud) bietfad) ber galt ift); fonbern bielmehr in ber gorberung inten=fioer Slnftrengung bei ben mannigfaltigen münbtidjeu unb fdjriftlidjen Seiftungen, reelepegur gorberung eined immer bottern ©prad;bereußtfeind unb einer immer fidjerern 23e=herrftftung ber üöiutterfpradje bienen. 2 )iefe befdjranfen ftd> aber feinedreegd auf biebem beutfdjen Unterricht int befonbern gereibmeten ©tunben, obreotft fte biefür mit benfteigenben Staffen an SSebeutnng gereimten, fonbern ftüipfen fid) an alte übrigen Unter«ridjtdgegenftänbe, oornelpnlid) an bie ctaffifdjen ©tubien an. ^Dagegen reirb umgefeljrtber SOtatfiematit eine öertjättuidmaßig größere ©tnnbengalft (bie bietfad) angenommene3 a tft 4 fd)eint bad richtige SDtaß 3 U treffen) gugutheiten fein, Wenn fte bie SBirtung, biefte im ©tjmnafiatnnterridft buben fann unb fott, überhaupt erreidjen fett. *) ®enn tfterift bor allem bie in bem Unterricht fetbft ftattfinbenbe Uebung unb ©djutung bon2Bicf)tigfeit, reie in feinem Unterricht bie perfönlid)e Sinreirfung unb bad pabagogifefte©efdftcf beö Sehrerd bon fo großer 23ebeutung ift, atd in biefem. dagegen finb bie anben hüudlid)en gleiß ber ©djfiter gu ftellenben gorberuugen mögtidftt 3 U befdjranfen,unb man reirb ben gefdftcften Sefyrer borneftmtid) baran erfennen, ob er otme hol) e 3Ut=fprüdje an ben I;äudlid)en gteiß bad ben gorbernngen bed ©ftmnaftumd Sntfpreeftenbe3 u leiften berrnag ober nidft. ®er Umftanb, baß bie 3 al)l fotdjer Set;rer nid)t gerabe3 U groß ift (reie fte ja für fein gad) in überftüßiger 3 afft borftanben finb), möchte ammeiften bie häufigen unb bielfach ungerechten unb übertriebenen Auflagen, reetdje neuer«tieft gegen biefen Unterridftdgegenftanb erhoben reorben finb, erftären, bereu ebenfogrünblicfte atd rutftge 3“rücfteeifung burdj Sr r er (f. 3eitfd)r. für @. 2Ö. X, 609 ff.)jeher unbefangene S3eurtt;eiter reirb billigen ntüßen (ogt. aud) b. Strt. Sonceutration bedUnterrichts 1 , 857).**) ®er $3orfd)tag fRott)d (St. ©ehr. 2, 174), ber über bie Srfotge

*) ®ie franjöflfcfte Sinrieptung (f. 95b. II. @.459 unb 46 t), reonaep in Staffe la, Logique,bon ben $umanißen faß audfcptießlicp StJiatftematif getrieben reirb, borher aber toenig genug, reirbreoftl in Sentfcptanb borerß feine ßtaepapmung finben. $. SReb.

**) 3n 33egug auf bie SOfatftematif finb bie ©ptnnaften benn bocft in eigentpümtieper Sage.®d ift äiemlidft allgemein anerfannt, baß fte einen integvirenben Speit beS Unterrieptd bitben muß,unb ed giebt fogar ©timmen, bie bon jebent gur Uniberfität abgepenben ©dpüler ein getoißed2 Jtaß bon matpematifd)en Äenntniffen atd unertäßtiepe SBebingung bertangen, bie niept etrea bnrepeine perborragenbe Seißuitg in einem anbern gaep compenfirt reerben bürfe. Sott tpeoretifepem©tanbpunct aud fönnte man geneigt fein, biefe gorberung Pittig ju finben, fofern ja bie Sitbungeitted äyeco/41 tqt]tos untängbar eine einfeitige unb bad indgentein geßecfte 3 ief in ber Sßtatpe*ntatif nitpt fo ftpreer ju erreichen fei, reenn man auep niept mit £)pm glaubt, ed fei fein ©epütergeißig fo befepränft, baß er niept noep ein tiieptiger ÜJtatpematifer toerben fönnte. Sie Seprerber SDtatpematif fagett ferner, „bie ®rfapruug tepre genugfam, baß ed mögtiep fei, ein gleichmäßige«gortfepreiten ber ©epüter ( 3 . 33.) in ber ©eometrie in bemfetben ©rabe ju ergieleit, reie in an«bem ©idciplinen" (®rter in bem 9trt. ©eometrie 33b. II. ©. 727), unb bie Seiftungen, reetepemanepe ©pmnaften aufguroeifen paben, geben bed Jftuguid. Stber anbererfeitd ftnb naep bem, readman and öerfepiebenen Sänbern bentfeper 3 >mge bernimmt, bie reirftiepen Seißungen ber Stbitnrientenin feinem gaep fo ungteidnnäßig, bie 3ttenge ber tutgenügenben in feinem fo groß, reie in berSDtatpematif, reoraud boep reopt —jrecefntäßige Prüfungen boraudgefept— ben ©eptuß ju giepertertaubt iß, baß bie 3apf btt gezielten Seprer ber SDtatpematif (niept ber gefepieften SlJiatpematifer)