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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
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©ttedjtfdjc ©pradjc.

itjre Unterridj tdmittel in ben eyacten unb 9?aturwiffenfd)aften, wie fie in ber ®egenWartfid) geftaltet haben, ferner in ben mobernen ©praßen finben, wäljrenb bie gelehrten©d)ulen ben gufamntenhang mit ber Vergangenheit fefthalten itnb bie ©djä£e ber an=tifen Kultur ald Klemente ber gegenwärtigen bewahren foEen, fo fann, Wenn in bieferantifen Kultur bad griedjifdje Klement bad innerlid) bebentenbfte itnb reid)fte ift, biegelehrte ©djule auf lefstered nimmermehr cerjidjten.

35aß eS nad) örtlichen Verljältniffeu Slnftalten giebt, in weiden aud Slfangel anben nöthigen SJfitteln unb Kräften entweber bie gelehrte ober bie 9Jealfd)ule *) ihrennatiir(id)en Drganidmud nidjt boEfommen entwideln fann, bad räumen wir gerneein; aber bie 9luSnal)tue barf nicht jur Siegel werben, im aEgenteincn foE bie gelehrteWie bie fftealfdjitle ihren Drganidmud Wahr unb folgeridjtig aus ihrem ißrincip ent*Wideln, bie Slnftalt foE bad leiften, Wad ihr 9Jame »erfpridjt.

©erben wir burd) bie innere 9?atur ber gelehrten ©djitle unb ihrer BilbungSmittet31 t biefer Kntfcfjeibung Ijingebrängt, fo barf feine gefäEige 9?iicffid)t auf angebliche Be=bärfniffe unb ©ünfdje hierin und irren. Kd fann fid) in feiner VSeife barum haubeln,bie inneren Kinridjtungen ber ©djufe oon ben jeweiligen unb wanbelbaren Slnfidjtenber Kleinen ober befonberer Klaffen abhängig 31 t machen, je nad) biefen V3ünfd)en bentlnterrid)tdplan für bie Kinjclnen befonberS 31 t uiobificiren. ©ncut fold^eit bemofratifdjenfßrincip barf bie gelehrte Schule um bed aBgemeinen Befteit Willen, um ber 3ugenb,um ihrer eigenen StBürbe wiEen nid)t hulbigen. — SBenn ed bei Drganifation ber9Jlittel=fd)uten nur bie Aufgabe fein fann, eine £)öl)ere aEgemeine Bilbung auf bem hoppeltenVJege ber ©pmnafial* unb ber 3fealanftalten in grünblicher SBeife 3 U fidjern, aEe Kle=mente, weldje in ber ©egenwart bie I)öh erc Kultur conftituiren, unb Weldje bie Bafidber befonbern gadjbilbung fein mäßen, bem eigenen Volf unb ?anb 31 t erhalten unb31 t gewinnen,**) wenn jeber einzelne je nad) feiner 2Bal)l in ber gelehrten ober 9ieal=fdjule eine höhere aEgemeine 2ludbilrung unb in biefer 3 itgleid) eine aitgemeffene Vor*bilbung für bad befonbere Wiffenfd)aftlid)e ober praftifdje gad), bem er fid) wibmen wiE,erhalten fann, bann ift non ©eiten bed ©taated heftend unb genitgenb geforgt, unb manhat nid)t nötl)ig ed 3 U bebauern, wenn auf biefern 28ege mandje mehr lernen foEten,ald fie für ihren Beruf ftreng genominen brauchen. — 35a burd) ben ®uaIiSitiuS bergelehrten unb ber fftealfdjnle .bereits ber wefentlidjften Verfdjiebenljcit in bem Bilbungd*gang unb in ber inbiöibueEen Befähigung Rechnung getragen, unb jebent bie SBaljlfrei gegeben ift, auf bem einen ober bem anbern Söege ed 3 U oerfudjen, fo erfcheinteine weitere ®etegenl)eit, aud ben UnterridjtSfädjem bie conbenabcln attSguWählen, aud)im Sntereffe ber Sugenb felbft Weber ald Bebürfnid uod) als rätl)lid). 2Jfan müßte einNeuling fein an ©djulerfahntng, Wenn man nicht wiffen foEte, einerfeitS, baß bie KItern,Wenn fie in Betreff ber Untcrridjtdfädjer, au beiten ihre ©ohne tbjeilnehmen feilen obernicht, ih« 'Inliegcn bem Vorftanb ber ©dtule äußern, fel)r häufig nur bie Snterpretenber SBüttfdje fiitb, Weld)e bie ©d)üler felbft hegen, anbrerfeitS, baß biefe ©ünfdje »iel=fad) burdj Bequemlid)feit ober anbere SDtomente bebingt fiitb, auf Weldje, Wenn fie offenattdgefprodjen Würben, fein Scljrcr ütiicffidjt nehmen fonnte. SBäre ed nun Wol;l bem

*) 2Bir erlauben uns, auf bie Stnnierfung 31 t bem 2trt. Sidpenfatioit @. 19 unb auf badWürtt. ©orrefponbenjbtatt f. b. ©etefrteu* unb SReatfcfuten 1859, SKär; 31 t berweifen. ©djmtb.

**) Vgl. 3Jiühett, 5päbag. ©Fijjen. *3eitftfjrift für bad ©pmnafiatwefen 1 SSO, 11. ©. 873. 2.„®antnt (Weit fowofl ©pmnafien mit IßaraEetctaffeu ald Qbergpmnafieu unb Steatgfmuafien inparalleler ©leicffteEitng mit gemeinfd)afttid)em Unterbau berworfen Werben) fiitbet bie gänj»tiefe Trennung unb fetbftäubig'e ffintwidtung ber ©pmnafien itnb föferen Vier*gerfcfulett für aEe Orte, benen hinlängliche ÜRittet jur Srritfjtung unb Würbigen Sludftattuugbeiber Strtcn bou Stuftaften 31 t ©ebote flehen, mit Steift lebhafte Vertfcibiger. Snbem beitenbie Süiögticffeit einer bcEftäntigeu (Sntfattung ber ifuen 311 ©runbe Iicgenbcn 3bec geftefert wirb,fefeint fowoft für ifr gegenfeitiged Vernehmen am beßeit geforgt 31 t fein — ald aitcf für bad©ebeifeit ber 2Siffenfcfaft, ber höheren Vitbung, bed öffenttidjen SSoftd,"