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©ouMcrnantc.
feljen. D^me Otofj auf iljr Sßiffen, ohne befonbere Eiteffeit, aber audj ohne ©efdjeibemljeit, erflärt fic fid) für fällig, fyrangöfifdj unb ßeidjueu, ©efdjidjte unb ©eograpljie,2)?itfif unb 9ied)nen u. f. w. gu lehren. 9Jian glaubt iljr, unb fie beginnt arglos iljr©efdjäft. Die Däufdjungeit bleiben nid)t aus, aber fie bleibt ungebeugt, unb Weiß mitholbem weiblidjent SDiutlj oerfdjiebenartigeu ©türmen gu wiberftefjen. Dljne^in wirbfie nidjt oorgugSWeife in glängenben, h°h ett Raufern, oielraeljr gerne and} in weijl=Ijabenben, meljr bürgerlich lebenben fyamilien angetroffen, weldje für bie brillanten fertig»feiten in fremben ©pradjett unb in mufifalifdjer Eyecution fein fo fritifdjes 2luge unb Dfjrhaben, wie jene, mo fo häufig gerabe bie Dberflädje, bie 2luSfpradje, ber ülnfdjlag als.Hauptfadje betradjtet wirb, ©ie nimmt eS and) nic^t übel, wenn man iljr einjelne gädjerabuimmt nnb burd) ©rioatunterridjt erfeljt: bafiir arbeitet fie unter Umftänben mit ber9?abel unb in Deutfdjlanb felbft mit bem ©iigeleifen fröhlid) mit: unb bei gantilien-feften fpielt fie SBaljer unb Eontretüuge über ©erg unb 2ü)al, unb feroirt ben Dl) eeunb ftreid)t bie ©utterbrobe. ©ie läßt fid) gerne bei il)rem Daitfnamen nennen; oonmanchen granjBfinnen erfährt man faum einen anbern, als g. 33. MUe. Amelie,Celestine, Octavie, Yirginie big Zephyrine. 3m Unterridjt ift fie meiftenS ftreng,fie tljeilt fet;r accurat mit waS fie weiß, unb man muß genau lernen WaS im ©udjeftel)t. 3lbgefeljen non einer oft unbarmherzigen ©d)ärfe gegen bie kleinen ift fie eingutljergigeS SBefen, ohne oiel ®eift, ohne auSfdjroeifenbe ©h anta fi e r mit fid? felbft gu=frieben; fie ift baljer meift frifd) nnb gefunb, nnb conferoirt fid) gut. Dabei befi^t fiepraftifdjen ©erftanb, ift pünctlidj, geWiffenljaft, unb WaS bie grangofen sage nennen,mohf auch ein loenig auS ©eredjmmg, beim fie weiß, baß ein guter 9fauie gur ©e=treibung iljreS ©efdjüftS gehört. Ebenbarum ift fic and) fparfam, ja man fagt, fieloerbe toohl mit ber 3 e it ein Wenig geigig. ©ie lauft gewiß nicht leidjt einen neuenfput, wenn eS nidjt geboten ift, unb mit ©uj5 fudjt fie feine (Eroberungen gu madjen.SBenn eS erlaubt ift ifre geheimen ©ebanfen gu betaufdjen, fo tarf man tool)l im©ertraucn fagen, baß and) fie gerne eine honette, liebe Hausfrau Werben möchte nnbbagu Wollen wir il)r and) oon Hergen ©litcf wünfdjen. 3 utt? ei!en ift ein Hofmeifter in ihrem©ereidje: unb gwar bann gewöljnlid) nidjt ber geWanbte nnb erfahrene junge Herr, berin ben rorneljmen Streifen ©liicf macht, fonbcrn ber befdjeibenere, Oon etwas unbeholfenem©eneljmen, ber in @efeflfd)aften nidjt öiel gu reben weiß, unb barmn gerne unb mitSluSfcauer in ben Sfotenljeften blättert, unb bte DiteMuftrationen ber SJiufifalien ftubirt.Einen foldjen leitet fie mit oortrefflidjem Daft, fie unterjocht iljn, unb Wenn er eS Werthift, bcfommt er fie gur grau, falls nidjt früljer ein ehrlidjer ©eamter ober Kaufmanniljr fein ^erj unb feine fpanb geboten h<*t. ©ie wirb bann eine etwas pebantifdjeSDJutter, unb eine treffUdje Haushälterin. ©leibt fie aber unoermäljlt, fo wirb fiemeiftenS eine heitere, gewanbte alte Dame, welche iljre fleinen Erfparniffe ftreng guSiatlje hält, unb hoch ihren Siefpect gu behaupten Weiß, ©ie ift in btefer ©egieljungin ber Dljat bewunbernSwerth unb achtungSwerth in hohem ®rabe. SBeldje 9iefignation,weldjeS Helbenthum ein foldjeS weibliches ©ernütlj gang im ftitlen bethätigt, baöonIjat ein oberflädjtidjer ©eurtljeiler feine Slfjnung. ©ei färglidjem, oft fümmerlidjemüluSfotnmen flagt fie nicht, unb lehnt fidj feineSWegS rebeHifdj auf gegen bie unbanf»bare falfdje Söelt, bie nun einmal ©djulnreifter unb ©djitlmeifterinneu meiftenS ärmlichbegaljlt, nnb gleidjerweife in ber SDlehrgaljl ber jyäHe auSrangirt, Wenn fie alt werben,ohne gehörig für fie gu forgen. ©ie’ muß öfters in ßorgerücften Saljren nodj mitHanbarbeit nadjljelfen, wenn fte nidjt im SluSlanbe eine befdjeibene diente erworbenIjat, wooon fpäter. 3moeiIen grünbet fie audj eine Keine ErgieljungSanftalt, in weldjerfie bann eine etwas befpotifdje SDionardjin fpielt gegen Sehrerinnen nnb 3ögliuge. —SQWt btefer ©figge ift ein galjlreidjer ÜJfittelfdjlag ohne fßoefie unb üfomantif gegeidjnet.®S fdjeint faft als ob fidj biefer DtjpuS am auSgeprägteften unter ben ©ouoernantenfrangöfifdjer 3 ull 3 e fmbe, unb — soit dit sans blame — unter ben frangöfifdjen©djweigevinnen. Die festeren foKen häufig rtadj beutfdjem ©egriff folibere Äenntniffe