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3 (1862) Göthe - Kindsmädchen
Entstehung
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©ötljcS Scctüre.

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tßuntS anltingen; baßer mand)e ja fogar ©ötße in retigiöfer SSegießung über ©djifler[teilen. Sßie feßr man nun baS alles and) anerkennen mag, fo bar[ man bcd) and)nid)t überfeßen, ob unb mie jene günftige Urteile eben nur auf biefeS ober jenes Ein=getne fxd^ begießen, unb meiter, mie jene ©todentöne barurn befonberS mit anflingen,meil ber ®td)ter baS fünftlerifdjc ©egenbitb alles beffen fcßaffenb, maß in bcr mirf=lidjen Seitbcbeutenb," fdjeu unb groß ift im ©Uten unb 33öfen, oßne unmaßr gumerben, bie Jone unb färben nütaufneßmen muß, bie eon ber fftetigien unb bemEßriftentßum ßerftammen. 3)aS mag nun für bie ©röße beS 3)id)terS atS ®id)terSfpred)en, aber eS bemciSt nod) nid)t fd)lecf)tl)iu für feine 2Bettanfd)auung unb benreligiöfen unb d)riftlid)en Eßarafter berfetben überhaupt; eS fönnen ja bie eingelnen,bem Eßriftentßum günftig unb giinfiiger lautenben StuSfprücße gu ber SBeltanfdjauungbeS 3)id)terS fid) berßalten nidjt mie baS SB eil, fonbern mie baS Db gleich. 3nS=befonbere fornrnt eS gur richtigen SBitrbigung barauf an, ob bie religiöfe SlnfcßaitungS-meife, bie ber iDidjter 51 t erfeunen giebt in jenen eingelnen ©teilen, and) mirfüd) aufeinem Sutereffe beS SBißenS an.ber 9fetigion beruht, ober nur ber ißßantafie unb bem©efüfjte anget)ört. ß^'fbßen biefem äftßetifcßen unb bem etbjifc^en Eßarafter ber gfrörn»migfeit ift bocß ncd) ein fel)r mefentlicßer Unterfdjieb. Slßein and) ßier ift eS mit bemEingelnen uid)t getrau; eS müßte bielmcßr gegeigt merben unb merben fönnen, baß biegange SBeltanfdjauung beS ®id)terS nid)t bie bem Eßriftentßum entgegengefeßte fei, alsmeld)e fie bieten gilt, baß fie gmar nid)t baS bon mandjen bertangte fpecteß unb un=mittelbar djrifttidje ©epräge trage, aber bocß in ißren mefentlidjften Elementen einenattgemeiu unb mittelbar djriftlidjen Eßarafter, unb überßaitpt foldje SSorgüge berSBaßr»ßeit unb ©röße befiße, meldje aße SRängel unb ©djmädien berfetben meit überftraßtenunb einer djriftlidjen SBettanficßt, menn fie nur fetbft bie rechte fpöße ttnb SBcite 31 tgeminnen miffe, nid)t nur nid)t ftörenb in ben SBeg treten, fonbern in itjrcr Seifefogar forberub entgegenfommen. ttnfer 3 bmd forbert nun aber bod), baß mir, fo meiteS ßier mögtidj ift, etmaS näßer eingetjen auf baS SSerßättniS ©iitßeS gur d)rift(id)eitSßettanfdjauung überhaupt; unb gmar märe baS SBicßtigfte für unS bie ®iffonanj, meld)cgmifdjen beiben fid) barfteßt unb bargufteßen fdjeint. ©ött)e nennt fid) fetbft miebertjotteinen Reiben, unb biefeS .fpeibnifdje an ißm ift bie mit ber ctaffifcfjen, namentlichgried)ifd)en öermanbte, übermiegenb äftßetifdje SBettanfdjauung, metdje bie eißifdje gmarnid)t anSfdjließt, aber fie fid) nnterorbnet; it)r tjöc^fteS 3beat ift bie Harmonie beS®afeinS, baS 3 u famnien[trebeu ber mannigfaltigen enblidjett Äräfte gu einem ©angenber SBirfung, in metd)ern baS ©afein eine eigeutßünilidje SSebeutitng unb ber ntcnfdj»ließe ©eift, tnbem er biefe SEBirfuug ertennt ober fetbft ßerborbringt, eine- innere 23e=friebigung unb einen ©enuß geminnt. ©ötße fetbft fagt in ber Stbßanbtung über 2Bin=fetmann:menn bie gefunbe 9fatur beS -Dtenfdjen atS ein ©angeS mirft, meitu er fid)in ber SBett a(S in einem großen, fdjönen unb mürbigen ©angen füßtt, menn baSßarmonifdie 23eßagen ißm ein reineS, freies Entgiicfen gemüßrt, bann mürbe baSSBettaß,menn eS fid) fetbft empfinben könnte, atS an fein 3iet gelangt, aufjaudjgcn unb ben©ipfet beS eigenen SBerbcnS unb SBefenS bemunbern. ®enn mogu bient aße ber Stuf«manb bon ©onneit, SDfonben, fßtaneten ec., oon gemorbenen unb merbeubeit SBetten,menn fid) nid)t guteßt ein gtiidtid)er SDkenfdj feines ®afeinS erfreut?"'-3ft benn aberfür ©ötl)e mirfiid) ber ©enuß baS teßte unb ßöcßfte 3ml beS üebenS, mie man fo oftfagt? SlßerbittgS nid)t ber grob materieße unb fiunlidje ©enuß, aud) nid)t ber träge,meid)tid)e, feige ©enuß, metd)er oßne Slrbeit unb Stnftrengung bie gotbenen grüdjte bomgrünen 33aurae beS SebenS pftüden miß, jg nid)t einmal ein ©enuß, für melden baSfitttid)e ©efeß unb bie barauf ritßenbe Drbnung beS menfd)tid)en SebenS gar {einerlei©d)ran!e bitbete unb bennodj ber ©enuß in ber Slnfdjauung unb Eroberung ber©üter, aud) ber geiftigen ©ittcr beS £ebenS. ©ötße miß aßerbingS bie ®inge berSBelt aud) bom fitttidjen ©tanbpunct auS beurtßeiten unb beßaitbeln, aber er miß baSuya&ov nur, fofern eS aud) unb fofern eS boraßem baS %aiöv ift, baßer ißm, mie ben