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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Mythologistren Mzchct. 303

haltenen Vorstellungen offen für Unwahrheit, wieder Eleate Xenophanes u. a. Auch die orphische M.und Mystik trat nunmehr tn das größere Publikum' ein mit den thrakischen und pyrygischen Mysterien.Der mythographischen Thätigkeit der Logographenentspricht in der späteren Zeit die der Periegeten u.Grammatiker, welche Lokalsagen sammelten u. überCnltns, Feste, Opser rc. schrieben (Pausanias, Apol-j lodoros, Hyginus), u. durch Historiker, wie Diodor1 von Sicilien, wurde die Sagengeschichte zum erstenAbschnitt der Universalgeschichte gemacht.

In der wissenschaftlichen Behandlung der M. istaus der neueren Zeit besonders hervorzuhebenHeyne,der sie zuerst als einen Theil der Realphilologie von! 17631817 in Vorträgen u. Schriften behandelte

und den ssrmo s/mbolions als die eigenthümlicheAusdrucksweise der M. »achwisS, dessen Auflösungu. Erklärung die Aufgabe des Forschers sei, um diealteErkenntniß u. Vorstellung zu finden. Ihm folgteCreuzer, der diese symbolische Ansdrncksweise syste-matischer begründete n. unter Görres Einfluß eineUrreligion, aus der alle Religionen entsprossen seien,und die Eintheilung der Tradition in die populäre,allegorisch zu behandelnde u, die esoterische der My-sterien annahm, besonders in seinem Handbuch derSymbolik und M. 1810, 3. A. 183741. GegenHeyne n. Creuzer trat zuerst auf J.H.Voß in seinenmythologischen Briefen, 1794 u. 95, u. bes. gegenden letzteren in der Antisymbolik, Stuttg. 1824 und26. Der Nachfolger von Voß ist Lobeck, der in seinem^glaoxlmmns, Königsb. 1829, die Kenntniß derMysterien u. der mystischen Theologie wesentlich ge-fördert hat. Ferner ist G. Hermann dafür thätig ge-^ wesen in seiner Schrift: Os mxtliologia Orasoornmantigrüssillm (1817), u.dem Briefwechsel mitCreu-zer über Homer u. Hefiod (1817) n. dem Brief überWesen u. Behandlung der M., in welchem er eineverschiedene Behandlung für die verschiedenen Peri-oden fordert; sodann Buttmann in seinem Mytho-logus, Verl. 1828, der das Mythische nicht wesent-lich von dem Historischen verschieden findet, fernerWelcker, bes. in dem Hauptwerke: Die griechischeGötterlehre (3 Bde. 1857 ff.) u. ihm nahestehendSchwenck, zuletzt in der M. der Griechen, Römer u.Ägypterl845, endlich O.Müllerbes. inseineuProle-gomenazueinerwiffenschaftlichen M., Götting. 1825,derdenvolksthümlichenUrsprnngu.Jnhaltdergriech.Mythen hervorgehoben und begründet hat für einemythenproducirende Zeit, in welcher das griechischeVolk sein Denken, Dichten u. Erzählen in der Formdes Mythus ausprägte und Preller (Demeter undPersephone, ein Cyklus mythologischer Untersuch-ungen, 1837, Griechische M., Lpz. 1854, 3. A. vonPlew, 1872 und 1875, Römische M.,Berl. 1858,2. A. 1865, 3. A. in Vorbereitung), der die M. mit

> umfassender Gelehrsamkeit und poetischem, philoso-

I Phischem u. kritischem Geiste behandelt hat. Unter den

. Wörterbüchern der M. istdas bestevon Jacobi, 1835,! 2 Bde. Weitere Literatur s. u. Griechische, Römische

^ und Deutsche M. Einen erweiterten Standpunkt in

> der Deutung der alten Mythen, besonders der alt-griechischenu. altdeutschen, hat die in neuester Zeit sowesentlich ausgedehnte Kenntniß des orientalischen,vorzüglich indischen Alterthums herbeigesührt, obwoldie Resultate noch sehr schwankend u. zweifelhaft sind;f. dar. u. Vergleichende Mythologie. Eichhoff.

Mythologistren, etwas als Mythe behandeln.

Mythus (Mythos), s. u. Mythologie.

Mytilene (Mitylene), alte u. bedeutende Stadtauf der OKüste der Insel Lesbos mit einem treff-lichen natürlichen Hafen, von Äolern gegründet, baldKühend, Hauptstadt der Insel u. Sitz von Tyrannen,deren blutigen Streit mit dem Adel um 590 v. Chr.der Äsymnet Pittakos schlichtete. 427 wurde sie we-gen ihres Abfalls von den Athenern erobert u. grau-sam bestraft. 333 litt sie unter der Eroberung durchdie persische Flotte u. die bald darauf folgende derMakedonier; 79 wurde sie, zu Mithridates überge-gangen, nach langer Belagerung von den Römernerobert. Sie blieb dennoch eine blühende römischeProvinzialstadt, deren Name im frühen Mittelalterden der Insel Lesbos (s. d.) ersetzte; jetzt Kastro (s. d.).Vgl. unter Lesbos (Gesch.). Thielemann.

MyUs (a.Geogr.), Stadt in Karlen, eine der 12Städte des Jonischen Bundes, am Mäander. M.war unter den Städten, welche Artaxerxes dem The-mistokles schenkte; jetzt Ruinen bei Palatscha.

Myvatn (d. i. Mückensee), großer Landsee inIsland, im nördlichen Theile der Insel, etwa 22 kmlang u. 18 km breit, umschließt 34 Lava-Inseln undfriert an einigen Stellen nie zu; sein Abfluß zumSkjalfandifjord ist der Laxa. In der Nähe heißeQuellen und Schwefelablagerungen.

lVI^xogasteros, so v. w. Ll/xomxsotss.

Myxom, Schleimgewebsgeschwnlst,s. Geschwulst.

M^xom^cotes (üh'xoAasb., Mycetozoen Schleim-pilze), höchst eigenthümliche, an der Grenze zwischenThier- u. Pflanzenreich stehende Organismen. Siebestehen während des größten Theils ihrer Vegeta-tionsperiodeausmembranlosenPlasmazcllen, welcheanfangs isolirt sind, sich amöbenartig bewegen u. zugrößeren Plasmamaffen (Plasmodien) zusammen-fließen, welche sich auf faulem Holz, ans Baumstüm-pfen, auf Moos, aus Lohebeeten selbständig bewegenu. dann einen Fruchtkörper bilden, in welchem Zel-len und Zellkörper mit fester Membran unterscheid-bar sind. Der Entwickelungsgang ist im Allgemei-nen folgender: Ans der ruhenden einzelligen (ofteinigeJahre ihre Keimfähigkeitbewahrenden)Sporetritt eine frei sich bewegende bewimperte Zelle (eineSchwärmspore) hervor; diese Zellen werden zu lang-sam kriechenden Zellen (Myxamöben) u. mehrere der-selbenvereinigensich durch Copulation zu einem Plas-modium; diesen Vorgang kann man als Befrucht-ungsact auffaffsn. Darauf sondern sich meist kugel-förmige Massen ab, welche nach 1012 Stundenzu kugeligen oder länglichen, oft gestielten Sporo-carpien erhärten,derenHöhlungvon einzelligen Spo-ren und feinen Faden (dem sog. Capillitium) ansge-füllt ist. Meist sind die gelb, braun od. roth gefärb-ten Sporocarpien nur ein oder wenige mm hoch.Bisweilen verschmelzen mehrere od. zahlreiche Spo-rocarpien schon in der Anlage miteinander u. bildeneinen zusammengesetzten Fruchtkörper, so namentlichbei dem ans der Gerberlohe häufig vorkommendenhellgelben ^.stlmIinmssptienm(Lohblüthe). Anderehäufigere Gatt, sind: ^roxria, Ltsmcmitüs, Mioüia.,Oüx8g.imm. OxcoZala, Oietzwstslinm. Engler.

Mzchet, kleine Stadtim rnff.-kaukasischenGouv.Tiflis, ans einer Höhe über dem Kur, unweit vonTiflis gelegen. Hier Ruinen von Mzchetha (bei denByzantinern ü/ca^rKa), der alten Hauptstadt Geor-