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Mystisch -
img eines religiösen Gemeinschaftslebens nicht imStande ist. Vgl. Crenzer, Symbolik u. Mythologieder alten Völker, fortgesetzt von Mone, 3. A., Lpz.II. Darinst. 1837—44, 4 Bde.; Schmid, Der My-sticismus des Mittelalters, Jena 1824; Görres,Die christliche M., Regensb. 1836 f., 4 Bde.; Helf-ferich, Die christliche M. in ihrer Entwickelung undihren Denkmalen, Hamb. 1842, 2 Thle.; Noack,Die christliche M., Königsb. 1853, 2 Bde.; DeutscheM-er des l4.Jahrh., heransgeg. von Pfeiffer, Lpz.1845; Carriere, Die philosophische Weltanschauungder Reformationszeit, Stuttg. und Tübing. 1847;Heinroth, Geschichte ».Kritik des Mysticismus, Lpz.1830; Ders., Über die Quellen des Mysticismus,Bremen 1530; W. Preger, Geschichte der deutschenM. im Mittelalter, Th. I., Lpz. 1874; Heppe, Ge-schichte der quietistischen M. in der kathol. Kirche,Berl. 1875. H-pp°-
Mhstisch, so v. w. geheim, geheimnißvoll, dunkel,was in den Mysterien heilig u. bes. an Symbolenbedeutsam u.nur den Eingeweihten bekannt war.
Mystische Person, so v. w. Juristische Person.
Mytacimus, bei den lateinischen Grammatikerndas vielmalige Vorkommen des m nacheinander,meam aniinaw.
Mythe (v. Gr.), so v.w.Mythus,s.u. Mythologie.
Mythe«, zweiAlpengipfel (GroßeMythel903mnnd Kleine Mythe 1815 m) im schweizer. KantonSchwyz, welche sich aus gemeinschaftlicher Basis ansdem Rücken des Hacken, eines grasreichen u. bewal-deten Höhenzuges, erheben. Beide M-stöcke zeichnensich durch ihre elegante, pyramidenförmige Gestaltu. durch ihre kahlen, schroffen Felswände aus. DieAussicht von der Großen Mythe steht der vom Rigiund Pilatus kaum nach.
Mythisch (v. Gr.), sagen-, fabelhaft, erdichtet.M-e Zeit (M-es Zeitalter), frühestes Zeitalter, answelchem sich bloß Mythen erhalten haben. Vgl. Ge-schichte.
Mythographe»,SchriftstellerdesspäterenMter-thnms, welche die Sagen der alten Zeit sammeltenu. je nach dem Standpunkt des Einzelnen wieder-erzählten ».deuteten, bei den GriechenApollodoros,Parthenios, Palaiphatos u. A., bei den RömernHyginus, Fulgentius,Lutatius Placidus, Albericns.Sammlung der LlxtiwAraxlii Arasoi von Wester-mann, Brannschw. 1843, der Ll. latüni von Muncker,Amsterd. 1681 u. Staveren, Leyden 1742; zu diesennoch 3 anonyme, Hrsg, von Bothe, Celle 1834. Th.
Mythologie (griech.) ist die Wissenschaft vonden Mythen der alten heidnischen Völker, nament-lich der Griechen, bei Lenen sich der Mythus amfreiesten u. reichsten ansgebildet hat. /UvAok ist imAllgemeinen Rede, Erzählung, Überlieferung, bei.Überlieferung der Vorzeit, das in ihr von den Göt-tern u. Helden Geglaubte u. Erzählte, was sich all-mählich zu einem bestimmten Cyclus abrnudete u.auf den späteren Bildungsstufen Griechenlands derStofs der Poesie, Kunst, Geschichte u. Theologie ge-worden ist. Bei aller Verschiedenheit lassen sich da-rin zwei Hauptmassen unterscheiden: Mythus nndSage. Beiden ist die Vermengung des Geschehenenri. Gedachten, des Idealen u. Realen gemein, aberder Mythus bewegt sich mehr auf dem kosmogoni-schen und theogonischen Gebiete, bezieht sich auf dieGottheiten ».die Erscheinungen der Natur, während ^
Mythologie.
die Sage mehr das Historisch-Factische auf die er-sten Menschen u. Heroen des Landes, Gründungenvon Städten». Staaten, Wanderungen rc. bezüglichezum Gegenstände hat. Die allgemeine GrundlagederMythen ist die Naturreligion, der Glaube der Vor-zeit an die göttlichen Kräfte in der Natur, und dieSprache mit ihren lebendigen Schöpfungen, und dercharakteristische Grundzug derselben das Bildlicheu. der Trieb der Personification. Dieser Trieb wirktedann weiter u. man faßte allmählich alles Erschei-nende nnd Factische als das Resultat von göttlichenKräften ».Wirkungen, in deren Erdichtung er sichfrei erging u. die Erscheinungen in der Weit zu er-klären suchte. Aber nur in Griechenland, wo dasPoetische u.Volksthümliche nicht vom Hierarchischenunterdrückt wurde, wie im Orient, oder in seinerEntwickelung vielfach gestört u. unterbrochen wurde,wie inJtalien u. bei den nordischen Völkern, konntees zu einer klassischen M. kommen, nnd wenn auchoffenbar ausländische Elemente in die griechische M.eingedrungen sind, so wurden sie doch hellenisirt u.mit dem ursprünglich Hellenischen zusammenge-schmolzen bis zu den Zeiten, wo die nationale Pro«ductionskraft der M. erlosch. Das ganze Gebiet derM. läßt sich nun näher in drei große Kreise einthei-len, die kosmogonischen und theogonischen Mythen,wo die in den uralten Vorstellungen vorhandenengöttlichen Mächte von ersten Principien abgeleitetwerden u. im Verlaufe der Entwickelung die Formder geschlechtlichenVerbindung(^v--ra/lo/r«) herrschtu. die älteste Naturspekulation niedergelegt ist. Fer-ner dann der Kreis der Dichtungen von den Haupt-göttern des Cnltns, ihrer Besitznahme von Ehrenu. Tempeln, der Segnungen, die sie dem Volke undLande gebracht, ihre Liebe zu den Frauen desselben,mit denen sie die Heroen zeugten; drittens die He-roensage, die das Nationalleben selbst in seinen älte-sten Bewegungen darstellte (wobei man Götter undMenschen als eines Stammes miteinander lebendannahm)u.in großenSagenkreisen von denDichternausgebildet wurde. Die ältesten siir nns in der LiteraturerhaltenenDenkmälerdergriechischen M. sind Homeru. Hesiod, der elftere Repräsentant der heroischen,der andere der kosmogonischen u. theogonischen M.,an welche sich der uns nur in Fragmenten erhaltene,nach Herodot spätere Orpheus, anschließt, bei demein ausländischer mystischer Einstuß sichtbar ist. Anjeden von ihnen reiht sich eine lange Folge jüngererDichtungen, Nachbildungen u. Umbildungen an. Imweiteren Verlaufe wurden dann die Mythen theilsgesammelt und historisch bearbeitet durch die Logo-graphen (s. d.) u. die älteren Historiker, theils ent-wickelten sich daraus neue poetische Gestaltungen beiden Lyrikern und Tragikern (unter den ersteren bes.bei Stesichoros nnd Pindar, unter den letzteren beiÄschylos n. Sophokles) wie auch künstlerische Schöpf-ungen in der bildenden Kunst (Phidias, Polyklet,Praxiteles u. Skopas). Die in verschiedenen Richt-ungen sich entwickelnde Philosophie accommodirtesich entweder der M. durch allegorische Interpreta-tion, indem sie der M. einen tieferen Sinn unter-legte (Metrodoros von Lampsakos, Tenokrates, dieStoiker u. zuletzt die Neuplatouiker), oder bedientesich der mythologischen Form selbständig znm Aus-druck ihrer Ideen, wie Pherekydes von Syros, diePythagoräer u. Plato; oder erklärte die darin ent-