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Montalcmbertsche Thürme — Montana.
denübergang zur neueren Befestigungsmanier(s. d.). Montalembert wollte das Übergewicht desAngriffes über die Verteidigung, wie es sich durchdieBaubanschen Belagerungen herausgebildet hatte,fortschaffen n. suchte dies durch eine massenhafte Ge-schützaufstellung in kasemattirten Räumen zu errei-chen. DieBastwnärbefestigung verwarf er u. wolltean deren Stelle eine tenaillirte od. eine Polygonal-besesligung setzen. Großen Werth legte er außerdemauf einen Gürtel detachirter Forts u. auf die Anlagestarker Reduits u. zahlreicher permanenter Abschnittein der Festung. Seine tenaillirte Befestigungwill er so anlegen, daß die eingehenden Winkel90°, dieausspringenden mindestens 80° betragen; die Längeder Tenaillenschenkel soll etwa 250 m betragen, damitLeidem Flankenfeuer auch das Kleingewehr noch kräf-tig mitzuwirken vermag. Die eingehenden Winkel derTenaillen werdendurch mehretagigc Kasemattencorpsmit Geschützvertheidigung gebildet, im Hofe der Te-naillen kasemattirte Thürme angelegt. Den ganzenHauptwall umgibt eine Couvreface mit Kasemattenim Redan und vor dieser liegt ein gedeckter Weg mitkasemattirten Reduits. Die Gräben werden möglichstals Wassergräben angelegt. Seiner Polygonal-befestigung gibt Montalembert nur ausspringeudeWinkel. Die Fronten macht er ca. 600 m laug u. legtin die Mitte derselben zur Bestreichung des Grabenseine mehretagige große Geschützkasematte, die ihrer-seits wieder von Geschützkassmatten aus d. Hauptwallbestrichen u. durch ein besonderes mit der um die ganzeFestung herumlaufenden Couvreface in Verbindungstehendes Erdwerk gedeckt wird. Die sich dabei bilden-den eingehendeuWiukelder Couvreface sind ebenso wiedie Reduits im gedeckten Wege wieder kasemattirt.Im Hofe jedes ausspringendeu Winkels des Haupt-walles steht ein Thurm. Die Gräben sind als Was-sergräben construirt. Auch für kreisrunde Befe-stigungen hat Montalembert Vorschläge gemacht, l.
Montalembertsche Thürme, befestigte Thür-me; der äußere Durchmesser derselben beträgt 40 bisSvw. Das tief sundamentirte Souterrain wird be-nutzt zur Aufbewahrung von Pulver u. Vorrätheualler Art, auch zur Vortreibung von Minengalerien.Das unterste Stockwerk wird nicht rund, sondern in12 ein- und ausspringenden Winkeln, gleich einerSternschanze angelegt. Dasselbe erhält Gewehrschar-ten, aus denen nach allen «Seiten hin Kreuzfeuer ab-gegeben werden kann. In den eingehenden Winkelnbefinden sich die Eingänge in den Thurm. In demzweiten u. dritten rund gebauten Stockwerke könnenje lö—20 Geschütze placirt werden. Das dritte Stock-werk ist bombensicher eingewölbt. Die Plattform hateine gemauerte Brustwehr u. ist gleichfalls zur Ge-schützvertheidigung eingerichtet. Auf der Mitte der-selben erhebt sich noch ein gemauerter kleiner zwei-tägiger Thurm für Gewehrvertheidiguug, indessenUnterbau von unten herauf die Treppe angebrachtist. Solche Thürme sollen entweder als Reduits imInneren der ausspringenden Winkel der Festung,auch als Citadelle derselben (Doujon s. d.) oder alsdetachirte Forts vor bedrohten Fronten der Festungangelegt werden. Im letzteren Falle wird jederThurm mit einem eigenen Mantel, aus Brustwehr u.Graben bestehend, versehen. Derartige Thürme fin-den sich in Koblenz, Ulm und vielen anderen Fest-ungen; nach Einführung der gezogenen Geschütze sind
sie nicht mehr znr Anwendung gelangt, weil vondiesen ihr Mauerwerk leicht in Bresche gelegt wer-den kann. l-
Montalto (M. delle Marche, zum Unterschiedvon 5 anderen Orten M.), Stadt in der ital. Prov.Ascoli; Bischofsitz; Geburtsort Sixtus V.; 3213 Ew.
Montalvan,Juan Perez de, span. Dichter u.Dramatiker, geb. 1602 in Madrid; Freund u. Nach-ahmer Lopes de Vega, sehr, er bereits im Alter von17 Jahren Lustspiele für das Theater. Er trat mit23Jahren in den geistlichen Stand, ward apostolischerNotar der Inquisition u. st. 25. Juni 1638. SeineOomsäias erschienen in Auswahl in Alcala, 1628,in 2 Bdn., u. wurden nach seinem Tode in 2. Aus-gabe zu Madrid 1639 u. ö. aufgelegt. Er schriebferner: Luaosos ^procli^ios on amor on ootio nc>-vstas sjsmptarso, Madr. 1624; eine Reihe von No-vellen, in vorzüglichem Stil geschrieben u. so beliebt,daß sie in ungefähr 39 Jahren elfmal wieder auf-gelegt wurden; Ortes; Uaratoäos, Huesca 1632.ähnlich den Luesoos / prockiAios, eine Reihe hübscherzählter Novellen, die ebenfalls großen Beifall ern-teten und in 30 Jahren 9 Auflagen erlebten; §s.ms.pöstums. äs Oops äs Vs»a, Madr. 1636. Seinebesten novellistischen Sachen uahm Eugenio de Ochoain seinem Issoro cts uovstisbas sspanoiss, Paris1847, auf. Booch- Arloffy.
Montalvo, Luis Galvez de, span. Dichter,geb. 1549 zu Guadalajara, lernte während seinerStudien in Alcalä den geistreichen Cervantes kennen,an den er sich fest anschloß u. der auf seine Bildungentschiedenen Einfluß ausübte. Nachdem er langeZeit als Hofbeamter der reichen Familie Jnfantadogedient, trat er in den Orden der Hieronymiteu u.ging in dessen Auftrag nach Sicilien, wo er 1591bei einem Volksaufstande umkam. Während seinesAufenthaltes in Spanien schrieb er den Schäferro-man: Im ltiliäa, der in kurzer Zeit fünf Auflagenerlebte, und wegen seiner reinen u. guten Prosa mitzahlreich eingestreuten, treffend nachgeahmten Ge-dichten in altspanischen Versmaßen, noch heute be-liebt ist. In Sicilien übertrug er Tausillos: Im-Arivas äi Lanklsbro ins Spanische, 1587, u. hatteer die Absicht, auch Tassos: Osru8g.tsMms1ibsrs.bain spanischer Bearbeitung herauszugeben, als derTod ihn ereilte (s. oben). Booch-Arkossy.
Montan, s. v. w. bergmännisch, mit dem Berg-bau zusammenhängend, dem Bergfiscus überwiesen.
Montana, Territoriumdernordamerikan.Union,zwischen Canada, Dacota, Wyoming und Idaho,372,410 slsiiM (6762,g ffM) mit 20,595 Ew.,außerdem etwa 18,000 nomadisirende Indianer;wird im westl. Theil vondeuRocky Mountainsdurch-zogen, die bis 4550 m ansteigen und im östl. Theilvom Missouri nebst dessen Nebenflüssen Jellowstone,Milk rc., im westl. vom Clarke Forku. seinen Neben-flüssen bewässert. Ein Drittel des Territoriumseignet sich zu Agriculturzwecken, außerdem hat eseinen ungeheuren Metallreichthum, so daß ihm beiseinem günstigen Klima eine bedeutende Zukunft be-vorsteht. Der Werth der landwirthschaftlichen Er-zeugnisse betrug 1873 900,000 Doll., der des Vieh-standes 3,145,000 Doll., derjenige der industriellenErzeugnisse 2,495,000 und der des Bergbaues13,130,000 Doll. Eisenbahnen sind im Ban be-griffen (Northern Pacific mit Anschluß an die Union