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seufrllchte, Hanf, Flachs, Obst, Tabak; die gewöhn-sichen Hausthiere, viel Wild, n. a. Baren, Wölfe,Fuchse, Hasen, Rehe, Iltisse, Biber rc., Geflügel,Fische. Auch einige Mineralquellen sind vorhanden.Von derGesammtoberfläche sind etwa 46 °/o Acker-land, 8 °/o Wiesen und 27 Wald. Der Viehstandbetrug 1872: 271,200 Pferde, 320,800 Stück Rind-vieh, 327,400 Schafe (darunter 8200 Merinos),31 , 100 Ziegen u. 219,900 Schweine. Die Bevöl-kerung besteht vorwiegend ans Weißrussen, dannaus Juden, Polen, Groß - u. Kleinrussen, Litauernund Deutschen; den Religionsbekenntnissen nach gabes 1870: 779,580 Orthodoxe, 14,700 Sectirer,33,277 römische Katholiken, 1338 Protestanten,118,727 Israeliten und 3 Mohammedaner. AußerAckerbau und Viehzucht treiben die Bewohner auchetwas Industrie, die sich aber hauptsächlich nurauf Branntweinbrennerei, Gerberei, Leinenwebcrei,Fabrikation von Glas, Papier, Messing u. Holzge-schirre, sowie auf Talg-u. Theergewinnnng beschränkt.Der Handel, fast ganz in den Händen der Inden,ist lebhaft. Ausfuhrartikel sind: Getreide, Holz,Holz-prodncte, Leder und Kalk; Einfuhrartikel: Manufac-tur, Galanterie-u.Drogueriewaaren, Salz u. Fische.Die Volksbildung steht noch auf einer sehr nie-drigen Stufe. Eintheilung in die 11 Kreise: M.,Orscha, Bychow, Klimowitschi, Mstißlawl, Homcl,Rogatschew, Ssjenno, Lschaußi, Tscherikow u. Gorki.3) Hauptstadt des Gouv., am Dnjepr; Sitz des Gou-verneurs, der Provinzialbchörden, eines griechisch-kathol. und röm.-kath. Erzbischofs; altes Schloß, 34Kirchen (darunter die schöne griech.-kath. Kathedrale,zu der 1780 von Katharina II. und dem österreich.Kaiser Joseph II. der Grundstein gelegt worden ist,u. die röm.-kathol. Karmeliterkathedrale von 1692),Priesterseminar, 2 Gymnasien für Knaben u. Mäd-chen, mehrere Armen-, Irren- und Krankenhäuser,Rathhaus (von 1679), Kaufhof, große Kasernen,zahlreiche Fabriken, namentlich viele Gerbereien,bedeutender Handel, bcs. mit Getreide, Hanf, Holz,Salz,Fischen,Leder,Branntwein,Zucker rc.; 40,431Ew., größtentheils Juden. — Urkundlich wird M.zuerst im 14. Jahrh. erwähnt; es erhielt 1561 vonSigismund August und 1577 von Stephan Bäthorydas Magdeburger Recht, ergab sich 1654 dem ZarenAlexei Michailowüsch, dann aber nach Ermordungder russ. Garnison durch die Bürger 1661 den Po-len , litt schwer in den Schwedenkriegen und wurde1708 von Peter d. Gr. niedergebrannt. Hier am23. Juli 1812 Gefecht zwischen den Franzosen unterDavoust n. den Russen unter Bagration. 3) (Poln.Mogilow), Kreisstadt, im russ. Gouv. Podolien, amDnjestr; 4 griech.-kathol. und eine armenische Kirche,Kreisschule; Seidenraupenzucht». Seidenfabrikation,Böttcherei, Schuhmacherei, Weinbau, Handel (ganzin den Händen der Juden) mit Getreide, Brannt-wein, Manusactnrwaaren rc., bes. nach Galizien u.Odessa; 18,129 Ew. H> Berns.
Biohl, 1) Robert von, ausgezeichneterStaats-rechtslehrer u. Staatsmann, geb. 17. Ang. 1799 zuStuttgart, Sohn des 1845 gestorbenen Oberconsi-storialpräsidenten und Staatsraths Benjamin Fer-nand v. M.; studirte 1817 —1821 in Tübingen,Göttingen u. Heidelberg, wurde, nachdem er Reisengemacht, 1824 außerordentlicher Professor der Rcchte,1827ordentlicher Professor der Staatswissenschaften
n. 1836 zugleich Oberbibliothekar in Tübingen. Daer 1845 in einem Schreiben an seineWähler für denLandtag sein politisches Glaubensbekenntnis) unver-hohlen darlegte, kam er mitderRegierung inConflictu. trat, infolge dessen als Regierungsrath nach Ulmversetzt, im selben Jahre ans dem Staatsdienste undwurde nun in die Zweite Kammer gewählt. 1847wurde er Professor der Rechte in Heidelberg, 1848Mitglied des Vorparlaments in Frankfurt und dannder Nationalversammlung, wo er sich zum linkenCentruin hielt. Nach dem Austritte Hekschers ausdem Reichministerium übernahm M. 25. Sept. 1848das Portefeuille derJnstiz, trat aber, als der Reichs-Verweser die Vorschläge des Ministeriums zur Durch-führung der Reichsverfassuug verwarf, mit allen sei-nen Amtsgenossen zurück, kehrte zu seinem Lehrstuhlwieder und wurde 1857 von der dortigen Universitätzum Mitglied der Ersten badischen Kammer erwählt.186 l—66 war er badischer Bundestagsgesandter inFrankfurt a. M., wurde inzwischen 1863 zum Mit-glied der Ersten Kammer (deren Präsident er auchseit 1867 war) vom Großherzog ernannt, 1867 Ge-sandter in München, 1871 Präsident der bad. Ober-rechnnngskammer. 1871 in den deutschen Reichstaggewählt, zählte er zur liberalen Reichspartei u. starb4/5. Nov. 1875 in Berlin. Von seinen zahlreichenSchriften sind zu erwähnen: Staatsrecht des König-reichs Württemberg, Tüb. 1829, 2. A. 1840; Polizei-wissenschaft nach den Grundsätzen des Rechtsstaates,ebd. 1832—34, 3 Bde., 3.A. 1866ff.; DieMiniste»Verantwortlichkeit in Einherrschasten mit Volksver-tretung, ebd. 1837; Geschichte u. Literatur der Staats-wissenschaften, Erl. 1855, 1858, 3 Bde.; Encyklo-pädie der Staatswissenschaften, Tüb. 1859, 2. Ausl.1872; Staatsrecht, Völkerrecht u. Politik, ebd. 1860bis 1869, 3 Bde.; Das deutsche Neichsstaatsrecht,ebd. 1873. Seit 1844 gab er mit Anderen die Zeit-schrift für die gesammte Staatswissenschaft heraus.
2) Julius von, bed. Orientalist, Bruder des Vor.,geb. 25. Oct. 1800 in Stuttgart; stndirte Theolo-logie in Tübingen und seit 1823 in Paris die Asiati-schen Sprachen, wurde 1826 Professor der Orien-talischen Literatur in Tübingen, lebte aber bis 1831abwechselnd auch in London u. Oxsord; 1832 beauf-tragte ihn die französiche Regierung, das Schah-Namch des Firdnsi für die Oollsotüon orientale zuübersetzen; demzufolge siedelte er nach Paris über,wo er Professor am OollsAS äs Francs und späterInspektor der orientalischen Drucke wurde. Das er-wähnte große persische Epos mit frauz. Version er-schien seit 1838. Außerdem hat M. lateiuische Über-setzung des Lolli-IcinA (Stnttg. 1830), des T-IcinA(ebd. 1834—39), die Werke alter Mssionäre, zumDruck befördert. Er st. 4. Januar 1876 iu Paris.
3) Moritz, Nationalökonom, Bruder des Vor., geb.1802 in Stuttgart; studirte die Staatswirthschaft iuTübingen, wo er eine gekrönte Preisschrift über dieMittel zur Beförderung der Gewerbe in Württem-berg schrieb, besuchte die landwirthschastliche Anstaltiu Hohenheim u. wurde 1826 Referendar im wllrt-tembergischen Finanzministerium, nach Gründungdes süddeutschen Zollverbandes Assessor bei der württembergischen Oberzollverwaltung und 1831 Assessorder Finanzkammer in Reutlingen. Nach fünfjähri-gem Aufenthalt in Frankreich, um die wirthschast-lichen Zustände u. das Schulwesen dieses Landes keu-