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Mohammedanische
zu erhalten, Kroja, Skutari, Negroponte und Lem-nos abtraten. 1473 machte er den Khan der Krim-schen Tataren zu seinem Vasallen, 1474 entriß erKassa und Asow den Genuesen. Auch der JonischenInseln bemächtigte er sich n. ließ einen Feldzug gegenUnter-Italien vorbereiten, als er selbst auf einemZuge gegen Persien 1481 starb. Seine vorzüglichenGeisteseigcnschaften (er sprach griechisch, arabisch,persisch, verstand Lateinisch, hatte geschichtliche, geo-graphische, mathematische Kenntnisse, zeichnete undmalte) und seine Erfolge wurden getrübt durch seineTreulosigkeit, Grausamkeit, Sittenlosigkeit, die ihnzum Unmenschen herabsinken ließ. 3) M. III., türk.Sultan,Sohnu.Nachfolger Murads III.,geb. 1586;wurde 1595mit dem SchwertedesProphetennmgür-tet, erwies sich aberalseinerderfnrchtbarstcn Tyran-nen gegen seine eigene Familie wie gegen die Chri-sten; er st. 1603, ohne Wesentliches geleistetzu haben.4) M. IV., türk. Sultan, Sohn des von denJanit-scharen entthronten ».ermordeten Sultans Ibrahim,geb. 1642; bestieg 1648 unter Vormundschaft seinerGroßmutterdenThron,führte abereinehöchstschwacheRegierung, bis die Großvezire Mohammed Köprili,daun Achmed u. endlich Kara Mustafa ihr Kraft u.Erfolge schafften. Als aber letzterer gegen die Deut-schen n. Polen Niederlage auf Niederlage erlitt, wurdeM. 1687 entthront und st.„1691 im Kerker, «azai.
Mohammedanische Ara, s. Jahrrechnung S.364 u. Hedschra.
Mohammedanische Religion, s. Islam.
Mohammedanische Seelen, s. Islam.
Mohammedanismns, s. Islam.
Mohammeds Fahne, die Fahne des Pro-pheten, Sandschak-Scheris, die HauptfahneMohammeds, aus schwarzem Camelot; sie ist miteiner anderen Fahne bedeckt deren sich der KhalifOmar bediente, dann in 40 taffetne Umschläge ein-gehllllt und endlich von einem Futteral von grünemTuche umschlossen u. wird mit dein Mantel des Pro-pheten in der kaiserlichen Schatzkammer aufbewahrt,seit 1595 , wo sie unter Murad III. aus Asien überGallipoli nach Ungarn ins Lager u. dann nach Con-stantinopel gebracht wurde. Sie kommt nie ans demSchatze und hat man zur Entfaltung der M. F. fürden Fall eines heiligen Krieges eine ebenfalls sehralte, von grünem, seidenemZcnge mit goldenen Fran-sen, ohne Aufschrist und Zeichen, nur an der Spitzeder Stange das Wort ^slsm, Fahne; sie wird inmehreren Futteralen und einem mit Silber n. Goldbeschlagenen Kasten von Citronenholz aufbewahrt.Wenn sie auf der Sophienmoschee oder dem Serailentfaltet wird, muß jeder waffenfähige Muselmannsich dem Sultan zur Verfügung stellen, in den Kriegaber wird sie nur mitgenommen, wenn der Sultanselbst auszieht od. ein Bertilgungskrieg geführt wer-den soll; sie wird dann, in einem goldenen Kastenverwahrt, auf einem Kameel vor dem Sultan her-gesührt, kommt aber nie ins Tressen selbst.
Mohär ist kanioum Asrinanionm.
Moharrem (Muharrem), der erste Monat desarabischen Jahres, vom 16. Juli bis 14. Ang.
Mohatra (v. arab. muelrätarali, Gefahr, Wag-niß), Loirbraetns moliabras (mittellat.), ein Schein-vertrag, geschlossen, um einen anderen gesetzwidrigenVertrag zu verheimlichen.
Mohave Desert, Wüste im südöstl. Theil des
Ära — Mohilcw.
nordamerikanischen Unionsstaates Californien, etwa125,000 Uslcm (2270 UM) groß, durchschnittlich650 m ü. d. M., doch mit Erhebungen von 3500 inim N., hat auf der anderen Seite aber Depressionenvon 60—90 in unter d. M. u. besitzt außer dem M.-River der, bevor er sich ganz im Sande verliert,viermal verschwindet u. wieder zum Vorschein kommt,fast gar keine Bewässerung. Die M. D. gehört inden tiefer gelegenen Theilen zu den schrecklichstenWüsten der Erde, wo die Hitze in den Monaten Jnnibis September oft 35" R. übersteigt. In den höhergelegenen Theilen und in den Regenrinnen kommteine kümmerliche Vegetation fort. Sie wird vonder Straße, die von Los Angeles in Californien nachPrescott in Arizona führt, durchschnitten, auch wirdsie von einer der Pacificbahnen berührt. Bewohntwird die Wüste von etwa 3000 Indianern. Schroot.
Mohawks, ein 260 Ion langer Nebenfluß desHudson im Nordamerika». Unionsstaate New-Jork,wird ans eine Strecke weit vom Erie-Kanal begleitetund mündet unterhalb Trotz.
Mohawks, Mohawk(Ganeagaono, Volk mit demFeuerstein), ein Jndiancrstamm Canadas, welcher1700 mit den Seneaca, Caynga, Onondago, Oneida,den letzteren sprachlich sehr nahe stehend, den berühm-ten Fllnfvölkerbnnd (der Irokesen) bildete, welchemnoch 1712 die Tnscarora beitrateu. Einst mächtigund gefürchtet, zählen die M. jetzt nur noch einigeHundert Seelen, welche am Ontario - See zerstreutleben. Die Sprache derselben, nach Cusic (bei School-craft) eine der alterthümlichsten, gehört zu der Jro-kesischen Familie. Vgl. Schoolcrast, Inlorm. rssp.tiis bist, oonckit. mick prospsoks ok tüs Inä. tridss,Philad. 1851. Soyaux.
Mohikaner (Mohegan, eig. Mnhhekanew), ehe-mals mächtiger, jetzt ansgestordener Jndianerstammim O. des Mississippi in NAmerika, nach Trnmbull,Thatcher n. A. mit den Pegnots (Granfüchsen) iden-tisch, welcher zu der östl. Algonkingruppe gehört undam bekanntesten ist, weil er mit anderen Stämmen,bes. den Leni-Lenape, den Fünfvölkerbund der De-laware» bildete; er bewohnte mit den Massachusettsund Narragansetts die Gebiete zwischen Sacco undHudson. Seine Sprache gehörte zu den Algonkin-Sprachen. Vgl. Edwards, Observ. on biio ImiAnaZsoltiis Llnliüslc. Inä., Bost. 1823; Thatcher, Inck.bio^r.,New-Vork1836, u. Schoolcrast, Philad. 1851.
Mohilcw (rnss. Mogilew), 1) Gouv. im europ.Rußland, grenztim SO. und S. anTschernigow,im W. an Minsk, im N. an Witebsk und im O. an
Smolensk; 48,045„sD>cm(872,ggfHM)mit(^10)
947,625 Ew. (auf 1 Uslcm 20, im ganzen enrop.Rußland 15). Das Gouv. ist fast ganz eben u. wirdvon zahlreichen Flüssen und Bächen bewässert, dissämmilich dem Stromgebiet des Dnjepr u. dem derDüna angehören. Die wichtigsten Flüsse sind:Dnjepr, Ssosh, Pronja, Besjed, Jput, Beresina,Düna rc. Die Seen sind zahlreich, aber unbedeu-tend; große Sümpfe sind der Wereteja, Massalskojen. a. Drei Eisenbahnlinien: Dünaburg. Witebsk,Moskau-Brest n. Wilna-Romny, durchschneiden dasGouv. Das Klima ist feucht n. unangenehm, N.-und NWWinde sind vorherrschend; mittlere Jahres-temperatur -i- 3,§ R. Prodncte: Eisen, Kalkstein,Fayence-Erde, Torf, Salz, Getreide (Roggen undWeizen über den eigenen Bedarf), Runkelrüben, Hül-