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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Mittelamcrika -

Las Papstthum zur allgemeinen gcistlichenAntorität,im Zusammenhänge mit dem Feudal- oder Lehns-wesen bildete sich das Kaiserthum; gleichzeitig be-ginnen die Kämpfe einer stolzen Aristokratie nachoben wider das Königthum, nach unten wider dieFreiheitendes Volks. In der zweiten Periode,welche von der Theilung des Reichs der Karolingerbis gegen Ende des 13. Jahrh. reicht, treten nebendie feudalistische Aristokratie als mächtiges Elementdie Städte, mit deren Hilfe es der königlichen Ge-walt hier mehr, dort weniger möglich wurde, einecentrale Staatsgewalt zu begründen, so daß ein ge-wisses Gleichgewicht der Gewalt m Macht zwischenKönigthum, Adel und Volk eintrat, obgleich letzteresfast nur durch die Städte repräsentirt wurde. NurindenVerhältnissen dieser Zeit waren Erscheinungen,wie Städtebündnisse (Hansa), Ritterwesen u. Minne-dienst, Landfrieden u. Fehmgerichte möglich. In derKirche erreichte die Hierarchie die Höhe ihres Glan-zes, vermochte zwar nicht, sich die höchste Staats-gewalt im Abendlande zu unterwerfen, wußte aberalle freieren Regungen auf dem Gebiete des Glau-bens zu unterdrücken. Zugleich vereinigten sich abergeistliche u. weltliche Macht oder Hierarchie u. Feu-dalwesen zu dem großen Kampfe des Christenthumsgegen den Islam, welcher unter dem Namen derKreuzzllge bekannt ist, u. zwar in seinem eigentlichenZiele scheiterte, aber dafür den Gesichtskreis dereuropäischen Völker durch Erwerbung näherer Kennt-nißdes Morgenlandes erweiterte. Mit der fortschrei-tenden Bildung des Zeitraums beginnt seitdem dieCultur der Nationalsprachen, namentlich wandte sichdie feudalistische Aristokratie der Poesie u. dem Ge-sänge zu; zugleich entwickelte sich, vorAllem in Ita-lien u. Deutschland, eine neu bildende Kunst, wäh-rend die Wissenschaft, namentlich die Philosophie,nur erst als Scholastik auftrat. In der drittenPeriode bereiteten sich die Ereignisse vor, mit wel-chen gegen Ende des 15. und im Anfänge des 16.Jahrh. der Umschwung des Lebens u. der Ideen, diemoderne Zeit, in die Erscheinung trat. Im Allge-meinen ging die Wichtigkeit des Lebens von der sin-krndenFeudalaristokratie auf das Bürgerthum über,während sich über beide hinweg ständische Staats-sormen zu höherer u. allgemeinererFreiheit ausbil-deten oder, wie in Frankreich, das autokratische Kö-nigthum begann. Die Anwendung des Schießpul-vers, die Erfindung der Buchdruckerkunst, dis Auf-findung des Seeweges nach Ostindien, die Entdeck-ung von Amerika waren die wichtigsten Factoren,welche diese Umwandelungen förderten und beschleu-nigten. In der Kirche riefen dieMißbräuche, welchePäpste und Hierarchie mit der errungenen Gewalttrieben, eine immer mächtiger werdende Oppositionhervor, welche theils von der Kirche selbst (Concilevon Constanz n. Basel), theils von einzelnen kühnenu. talentvollen Männern, namentlich Lehrern an denUniversitäten (Melisse, Hus), theils von den sogen.Mystikern (s. d.) ausging und die Reformation vor-bereitete. Allcrwärts erhob sich infolge seines kräf-tigen Volksgeistes, seiner Betriebsamkeit und seinergereisten Einsicht der Mittelstand, wogegen am Endeder Epoche das Kaiserthnm, die Hierarchie, dasFen-dalwesen immer mehr verfiel; mit der überwiegendwerdenden Neigung zur Reflexion und der höherenItttlichenReife beginnt die neuere Zeit. DasByzan-

- Mittelfranken.

tausche Kaiserthum kennt kein M. in dem angegebe-nen Sinne; im mohammedan. Orient läßt sich derZeitraum bis zum Sturze des Khalifats u. dem Aus-kommen der Osmanen nur entfernt damit verglei-chen; iuJndicn hat man die Zeit von derAnsbreil-ung des Buddhismus bis zum Einbruch der moham-medanischen Eroberer das Indische M. nennen wol-len; es sind dies willkürliche Parallelen, welche vorgründlicher Betrachtung nicht bestehen. Doch ist merk-würdig, daß z. B. in Tibet die lamaitischeHierarchien. in Japan der Feudaladel gleichzeitig mit den ent-sprechenden Erscheinungen des christlichen Abendlan-des ihre Blllthe erreichten. Das M. wird häufigtheils aus Unkenntniß, theils aus Tendenzeifer nn-gerechter Weise geschmäht. Jedenfalls wird dabeidie Lichtseite des M. übersehen u. außer Acht gelassen,daß jedes Zeitalter seine Schattenseite hat. Haupt-werke über die Geschichte des M-s verfaßten Rühs(Berl. 1818), Nehm (Handbuch, Mark. 182038,4Bde.; Lehrbuch, ebd.1826, 2Bde.; Abriß, Kassel1840), Leo (Lehrbuch der Geschichte des M-s, Halle1830, 2 Bde.), Kortüm (Bern 1836, 2 Bde.) undRückert (Stnttg. 1853). Heime-Am Rhyn.

Mittelamcrika, so v. w. Central-Amerika.

Mittelasien, so v. w. Central-Asien.

Mittelbehörde, Behörde, welche zwischen derOber- und Niederbehörde als zweite Instanz mitteninne steht; so die Oberlandesgerichte zwischen denLandgerichten u. dem Reichsgericht.

Mittelbexbach, Gem. im Bezirksamts Hom-burginder bayer. Pfalz, Hauptstation der Psälz.Eisenbahn (Bexbacher Bahn), ärarial Steiukohlen-gruben, lebhafter Steinkohlenverkehr (bes. aus dennahen preuß. Gruben); 1875 Ew.; das nahe Ober-bexbach außerdem 1350.

Mittelfell, s. Brustfell.

Mittelfleisch , Gegend zwischen After u. äußerenGeschlechtstheilen (Damm, peiinaoum). Das M.wird gebildet durch einen Theil der sich vom Beckenan den Mastdarm und die Scheide ansetzenden Mus-keln (Dammmuskeln), denLlnsvnInslovatornni undspbinebsr ani und beim Weibe den N. ecmotriotoronnsi, und durch ein weiches Zellengewebe, Lasviele Gefäße, namentlich Venen, enthält. In sel-tenen Fällen kommt es hier zur Bildung einer Hernie(M-bruch). Iah"-

Mittelfranken, Regierungsbezirk im KönigreichBayern; 7559,2» (137,2s ÜM) mit (1875)

607,084 Ew. (auf 1 80, in ganz Bayern 66).

Der Regbez. grenzt an Ober- u. Unterfranken, Ober-pfalz, Oberbayern, Schwaben mitNeuburg u. Würt-temberg. Er liegt aus der Fränkischen Terrasse underreicht im O. und S. den Frankenjura (FränkischeAlp mit dem Hahnenkamm und Kesselberg). Flüsse:Regnitz (mit Rezat, Pegnitz u. Aisch) und Altmühl,welche beide der Lndwigskanal verbindet, u. Tauber.Der Boden ist fruchtbar; von der Gesammtoberflächekommen etwa 64 L auf das cultivirte Land; die Wie-sen sind nicht umfangreich, aber vorzüglich. Die Be-wohner treiben Viehzucht, Acker-, Tabak-, Gemüse-,Obst- u. Hopfenbau, in den Städten lebhafte In-dustrie u. Handel; erwähnenswert!) ferner ist die Ge-winnung lithographischer Steine (Solnhofen). DerRegbez. wird von zahlreichen Linien der bayerischenStaatsbahnen, zusammen etwa 620 icm lang, durch-schnitten. Eintheilung in 9 unmittelbare Städten. 17