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Mittelfrcie —
Bezirksämter. Hauptstadt ist Ansbach, die größte u.wichtigste Stadt des Regbez. aber Nürnberg. Berns.
Mittclfreie, die Grundeigenthllmer, welcheRitterdienste zn leisten hatten.
Mittelgebirge, 1) Gebirge mit einer Erhebungzwischen 500 u. 2000 Iw. 2) (Böhmisches M.) Ge-birge in Böhmen, zu beiden Seiten der Elbe, zwi-schen der unteren Eger, Biela u. Polzen, besteht ausBasalt- u. Phonolithkegeln, der höchste Berg ist derMilleschauer ob. Donnersberg (s. d., 2).
Mittelhochdeutsche Sprache, siehe Deutsche
Mittelkraft (Phys.), s. Kraft. (Sprache.
Mittelländisches Meer (Mittelmeer) (hierzu1 Karte), das Meer, welches sich von der Meerenge vonGibraltar anzwischenEuropasS.-u.AsrikasNKllstenbis an die WSeite Asiens erstreckt, durch die Meer-enge von Gibraltar mit dem Atlant. Ocean u. durchden Snezkanal mitdem Rothen Meerbezw. dem Indi-schen Ocean zusammenhängt. Es hat tiefe Busen od.Becken, nämlich die Golfe von Lyon, Genua, Tarent,das Adriatische, AgäischeMarmara-, Schwarze undAsowsche Meer, Busen von Sidra (große Syrte).Charakteristisch ist der Gegensatz seiner Küstenbildun-gen. Während die nördl. Küsten nämlich eine über-aus reiche Gliederung zeigen, erscheinen die südlichenohne jegliche Gliederung; dazu kommt, daß sämmt-liche Inseln mit nur ganz geringen Ausnahmen demnördl. Theil des Meeres angehören. Die wichtigstensind: Corsica, Sardinien, Sicilien, Kreta, Cypern,Negrop onte. Überaus inselreich ist das Ägäische Meer.Die Größe des M-nM°es wird auf 2,735,000 Usicm(50,000 !H>Icm), seine größte Länge und Breite auf3800, bezw. 1600 km, seine mittlere Breite auf070 km, seine größte Tiefe (zwischen Malta und dergroßen Syrte) über 3900 m angegeben; am seichtestenist es in den Theilen nördl. vonTunis und Ägypten(200 m und weniger). Es empfängt seine Zuflüsseaus einem Theil Spaniens (Ebro, Jucar), einemkleineren Frankreichs (Rhone), aus ganz Italien(Tiber, Po, Etsch), einem Theile Deutschlands, fastganz Ungarns (Donau), der europäischen Türkei(Donau, Drina, Maritza), Rußlands (Dnjestr, Don,Dnjepr, Kuban rc.), Kleinasiens (Kisil Jrmak rc.),Afrikas (Ägypten mit dein Nilgebiet). Unter diesenZuflüssen gibt es aber nur wenige Ströme erstenRanges: Nil, Donau u. allenfalls Dnjepr, auch rei-chen dieselben bei weitem nicht zum Ersatz der durchdie Verdunstung absorbirten Wassermenge hin, wiedie starke ans dem Atlantischen Ocean kommendeEinströmung beweist. Mit diesem Verhältniß hängtauch der Umstand zusammen, daß sein Salzgehaltden des Atlantischen Oceans um etwa 4 "/» übertrifst.Ebenso ist seine Temperatur an der Oberfläche umIH "U. höher. Ebbe u. Flnth sind im Ganzen schwach;die Winde auf ihm sind sehr veränderlich. Das M.M. war im Alterthum ein Hauptelement und einerder wichtigsten Träger u. Förderer der Cultur, auchblieb es bis zur Entdeckung Amerikas und des See-weges nach Ostindien das wichtigste Meer für denWelthandel (Venedig und Genua). Obwol seitdemb«s. durch den Atlantischen Ocean weithin überflü-gelt, behauptet es dennoch eine hervorragendeStelle,und wenn man die Anzahl der Schiffe und nichtden Tonnengehalt in Betracht zieht, ist es immernoch das verhältnißmäßig am stärksten befahreneMeer. Die Erwartungen, die man an den Suezkanal
Mittelstimmen.
(s. d.) zurHebung des Handelsverkehrs ans dem Mn,M. geknüpft, sind bis jetzt durch die Wirklichkeit beiWeitem nicht erreicht worden. In vorhistorischer Zeitwar das M. M. ein Binnenmeer n. sowol die Straßevon Gibraltar als auch der Bosporus bezw. die Dar-danellen sind bei Durchbrüchen entstanden. Schroot. >
Mittelländischer Stamm (M. Nace), ist derin neuerer Zeit eingeführte Gesammtname für dieVölkerfamilien der Arier, Semite», Hamiten u. eineAnzahl einzeln stehender Völker. S. u. Menschen-racen, S. 784. Er entspricht der Kaukasischen RaceBlumenbachs.
Mittelmark, ehemals ein Theil der KurmarkBrandenburg; 1806: 13,766 Hjkm (250 (ZM) mit560,000 Ew.; 10Kreise: Nieder- u. Ober-Barnim,Lebus, Glien- und Löwenberg, Ruppin, Havelland,Zauch, Luckenwalde, Teltow u. Beeskow mit Stor-kow. Jetzt ist die M. unter die RegierungsbezirkePotsdam u. Frankfurt (Kreis Lebus) vertheilt. Ge-schichte der M. s. u. Brandenburg (Gesch.).
Mittelmecr, so v. w. Mittelländisches Meer.
Mittelniederdeutsche Sprache, s. DeutscheSprache.
Mittelpunkt (Osntrnm), 1) der Punkt, welcherin der Mitte liegt; M. einer geraden Linie, so v. w.Halbirungspunkt; M. eines Kreises, einer Kugel, dervon allen Punkten des Umfanges od. der Oberflächegleich weit entfernt ist; M. einer regelmäßigen Figurod. eines regelmäßigen Körpers, der Punkt, welchervon allen Ecken gleich weit entfernt ist; wenn unregel-mäßige Figuren oder Körper so beschaffen sind, Laßsie sich durch eine Gerade bezw. Ebene in congruenteHälften theilen lassen, so ist der M. der Halbirnngs-linie bezw. -Ebene zugleich der M. jener; Beispielesind die Ellipse, das Ellipsoid. 2) (Mech. u. Physik)Der Punkt, in dem man sich bei gewissen Gleichge-wichts- od. Bewegungserscheinungen eines Körpersod. eines Systems von Körpern alle wirkenden Kräftevereinigt denken kann. Hierher gehört: Der M. desGleichgewichtes, derjenige Punkt, in dem unterstützt,ein System im Gleichgewicht bleibt; im Falle eineMasse nur der Schwerkraft unterworfen ist, derSchwerpunkt, auch M. der Masse oder der Trägheitgenannt. M. von Parallelkräften, der Punkt, in demman sich alle Kräfte vereinigt denken kann; insbes. M.der Anziehung oder der Gravitation, der Punktdes an-ziehenden Körpers, nach welchem die Richtung derganzen Anziehung geht. Ferner bei Rotationen oderSchwingungen M. der Umdrehung, der Punkt, umden sich ein Körper dreht, wie z. B. der Aushängungs-punkt des Pendels oder der Ruhepunkt des Hebels.M. des Schwunges, beim zusammengesetzten Pendel >der Punkt, in dem die Masse des Pendels vereinigtgedacht werden muß, uni dieselben Schwingungenauszufllhren, wie das zusammengesetzte Pendel. M. ^des Stoßes, der Punkt des stoßenden Körpers, indem man sich seine ganze Stoßkraft vereinigt denkenkann. In der Akustik: Phonetischer M., bei einemEcho, das mehrere Silben wiederholt, der Ort, anwelchen sich der Redende stellen muß. Phonokampti-scher M., ebenfalls beim Echo der Ort, von welchemder Schall zurückgeworfen wird. i)Buchruck-r.s) Stahl.
Mittelstimmen, die Stimmen, welche zwischenden beiden äußeren Stimmen Baß u. Sopran liegen.Bei der Vocalmusik sind es der Alt u. Tenor, beiderQuartettmusik die zweite Violine u. die Viola.