990 Antiochus schreibet an d. Juden, 2Macca
15. Und die Juden, die er zuvor nicht Werthgeachtet, daß sie sollten begraben werden, son-dern den Vögeln und Thieren zu fressen gebenwollte, die wollte er frey lassen, wie die Bürgerzu Athen.
16. Und den heiligen Tempel, den er zuvorberaubet hatte, wollte er mit allerley Schmuckwieder zieren, und viel mehr heiliges Geräthdahin geben, weder zuvor da gewesen wäre;und was jährlich auf die Opfer ginge, das wollteer von seinen eigenen Renten reichen.
17. Dazu wollte er selbst ein Jude werden,und an allen Orten die Gewalt Gottes preisenund verkündigen.
18. Da aber die Krankheit nicht wollte Nach-lassen, denn es war Gottes gerechter Zorn zuhart über ihn gekommen; verzweifelte er an seinemLeben, und schrieb diese demüthige Schrift andie Juden, wie folget:
19. Antiochus, der König und Fürst, entbie-thet den frommen Juden seinen Gruß.
20. So ihr samt euern Kindern frisch undgesund seyd, und gehet euch wohl, deß dankeich Gott. Ich aber bin sehr krank.
2<. Dieweil ich gerne wollte einen gemeinenFrieden erhalten, wie es denn die Noth erfor-dert , nachdem ich auf der Reise aus Perstenkrank bin geworden: denke ich gnädiglich aneure Treue und Freundschaft;
22. Wiewohl ich hoffe, daß es soll besser mitmir werden.
23. Und nachdem mein Vater, als er in dieobern Länder zog, einen König nach ihm machte;
2^. Damit man wüßte (wo sich etwa ein Unfallzutrüge, oder sonst Unfriede würde) wer Herrseyn sollte, und das Reich nicht zerrüttet würde:
25. Also auch ich, weil ich sehe, daß die um-liegende Fürsten nach meinem Königreich trachten,wo mirs übel ginge; habe ich meinen Sohn An-tiochus zum Kötlige gemacht, welchen ich euch ofttreulich befohlen habe, wenn ich in die obernLänder gezogen bin; denselben befehle ich euchjetzt auch.
26. Derhalben vermahne und bitte ich euch umaller Wohlthat willen, so ich allen insgemeinund insonderheit gegen einen Jeglichen erzeigethabe, daß ihr mir und meinem Sohne fortanfreundlich und treu seyn wollet.
27. Denn ich versehe mich zu ihm, er werdesich gnädiglich und freundlich gegen euch haltenund meiner Weise folgen.
28. Also * starb der Mörder und Gotteslästerer
aer 9.10. stirbt jämmerlich. Freude der Juden.
Antiochus in großen Schmerzen, wie er andernLeuten gethan hatte in einem fremden Lande undin der Wiidniß eines jämmerlichen Todes.
* i Macc. 6 / 16. 2 Macc. 1 / 16.
29. Und Philippus, der mit ihm auferzogenwar, bestattete ihn zur Erde. Und weil er sichvor des Antiochus Sohne besorgte, floh er inEgypten zum Könige Ptolemäus Philometor.
Das 10. Capitel.
Von unterschiedenen Siegen, so JudaF erhalten.
i.Islso gab Gott dem Maceabäus und seinem^ Haufen den Muth, daß sie den Tempelund die Stadt wieder einnahmen;
2. Und zerstöreten die andern Altäre und Kir-chen, so die Heiden hin und wieder auf denGassen hatten aufgerichtet.
3. Und nachdem sie den Tempel gereiniget hat-ten, machten sie einen * andern Altar, und nah-men Feuersteine, und schlugen Feuer auf, undopferten wieder, welches in zweyen Jahren undsechs Monathen nicht geschehen war, und opfer-ten Räuchwerk, und zündeten die Lampen an,und legten die Schaubrote auf. *iMa«. 4,47.
Da nun solches alles geschehen war, fielensie auf ihr Angesicht nieder vor dem Herrn undbetheten, daß er sie ja nicht mehr in solchenJammer wollte kommen lassen; sondern ob siesich mehr an ihm versündigen würden, daß ersie gnädiglich strafen und nicht in der Gottes-lästerer, der grausamen Heiden, Hände gebenwollte.
5. Und Gott schickte es also, daß auf den Tag
der Tempel gereiniget ward, auf welchen ihndie Heiden verunreiniget hatten, nähmlich aufden * fünf und zwanzigsten Tag des Monaths Cas-leU. * 1 Macc. 4 , L2.
6. Und sie hielten mit Freuden acht Tage Feyer,wie ein Fest der Lauberhütten, und gedachtendaran, daß sie vor einer kleinen Zeit ihr Lau-berhüttenfest in der Wildntß und in den Höh-len, wie die wilden Thtere, gehalten hatten.
7. Und trugen Meyen und grüne Zweige undPalmen, und lobten Gott, der ihnen den Sieggegeben hatte, seinen Tempel zu reinigen.
8. Sie ließen auch ein Geboth ausgehen durchdas ganze Judenthum, daß man diesen Tagjährlich feyern sollte.
9. Also hat Antiochus der Edle ein Ende.
10. Nun folgt von dem ' Antiochus Eupatoe,des gottlosen Antiochus Sohne, was für Kriegeunter ihm für und für gewesen sind. *iMacc. 6 ,t 7 .
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