980 Onias Hoherpriester. 2 Mac ca
wir nichts ändern; sondern bleiben lassen, wiesie vorhin geschrieben sind, ohne daß wir es kür-zer wollen zusammenziehen.
30. Und gleichwie ein Zimmermann, wenner ein neues Haus bauet, nicht weiter denkt,denn daß er es also mache, daß es einen Be-stand habe; wie man es aber mahlen und schmü-cken soll, da läßt er einen andern für sorgen:
31. Also wollen wir auch thun, und den,der zum ersten die Historien geschrieben hat, da-fürsorgen lassen, wie er es alles geredet und alleStücke mit Fleiß durcharbettet habe.
32 . Wir aber wollen nicht mehr thun, dennaufs kürzeste die Summa fassen.
33. Und wollen nun zu der Historie greiffen,und dieß also zum Eingang gesagt haben, daßnicht die Vorrede größer werde, denn die ganzeHistorie.
Das 3. Capitel.
Wie der Schatz im Tempel zu Jerusalem wider Hcliodorum beschützet
worden.
1. Ms man nun wieder in gutem Frieden in
Jerusalem wohnete, und das Gesetz feinim Schwangs ging, weil der * HohepriesterOnias so fromm war, und so fleißig darüber hielt:
* 1 Maec. 12 , 7.
2 . Wurden auch die Könige bewogen, die Stadtzu ehren, und schickten herrliche Geschenke in denTempel;
3. Also, daß Seleueus, der König in Asten,aus seinen Aemtern verordnen ließ alle Kosten,so man zum Opfer bedurfte.
-L. Nun war dazumahl ein Vogt des Tempels,der hieß Simon, ein Benjaminiter; der wardem Hohenpriester feind, darum, daß er ihmfeinen Muthwillen in der Stadt nicht gestattenwollte.
5. Weil ihm aber Onias zu mächtig war, zoger zu Apollonio, des Thrasäus Sohne, demHauptmann in Nieder Syrien und Phönicien;
6. Und sagte ihm, wie der Gotteskasten zuJerusalem über die Maße reich von Gelde wäre,und sehr viel übrig, das man nicht bedürfte zumOpfer; und der König möchte es wohl zu sichnehmen.
7. Da nun Apollonius zum Könige kam; sagteer ihm an, was ihm Simon vom Gelde ange-zeiget hatte. Da verordnete der König Helio-dorum, seinen Kämmerer, und gab ihm Befehl,er sollte dasselbe Geld bringen.
8. Der machte sich bald auf, und wandte vor,
bäer 2. 3. Heliodorus fordert den Schatz.
er müßte Renten einnehmen in Nieder-Syrienund Phönicien. Seine Meinung aber war, daßer des Königs Befehl wollte ausrichten.
9. Als Heliodorus nun gen Jerusalem kam,und der Hohepriester ihn freundlich empfangenhatte; erzählte er ihm, was ihm sein Herr be-richtet, und warum er da wäre, und fragte,ob es also wäre oder nicht.
10. Da antwortete ihm der Hohepriester: Esist ein Theil hinter uns gelegt zu treuer Hand,das Witwen und Waisen gehöret.
i i. Das andere ist des Tobias Hircani, wel-cher ein trefflicher Mann war. Und hält sichgar nicht also, wie der Verräther" Simon gesagthat. Denn es sind nicht mehr, denn vier hun-dert Centner Silber, und zwey hundert CentnerGold. * v. 6.
12 . So wäre es ein großer Frevel, daß manes so hinweg nähme; und die, so das Ihre ver-trauet haben dem heiligen Tempel, der in allerWelt so hoch geehret und gefreyet ist, sollte umdas Ihre betrügen.
13. Aber Heliodorus bestand auf dem Befehldes Königs, er müßte es zu sich nehmen,
i^. Und kam auf einen bestimmten Tag in denTempel, und wollte es besehen. Da erhob sichein großer Jammer durch die ganze Stadt.
15. Die Priester lagen in ihrem heiligen Schmuckvor dem Altar, und riefen Gott im Himmel an,der selbst gebothen hat, daß man die Beylagenicht soll veruntreuen, daß er den Leuten dasIhre, so sie an den Ort zu treuen Händen bey-gelegt hatten, wollte erhalten.
16 . Der Hohepriester aber stellete sich so jäm-merlich , daß ihn Niemand ohne großes Mitlei,den ansehen konnte; denn man sähe es ihm an,weil er sich so im Angesicht entfärbet hatte, daßer in großen Aengsten war.
17. Denn er war so gar erschrocken, daß er allerzitterte. Daraus man leichtlich spüren konnte,wie übel ihm zu Sinne war.
18 . Die Leute aber hin und wieder in den Häu-sern liefen zusammen, und betheten mit einan-der ; weil sie sahen, daß der Tempel in Ver-achtung kommen sollte.
19 . Und die "Weiber legten Säcke an, liefen
auf den Gassen um; und die Jungfrauen, sosonst nicht unter die Leute gingen, liefen unterdie Thore und auf die Mauern; etliche lagenin den Fenstern, »Judiths/.
20 . Und * hoben alle ihre Hände auf gen Him-mel , und betheten. * Ps. in, i.