Der Studirenden Pflicht Sir ach 39 . 40 . und Nutzen. 927
die Tag und Nacht arbeiten, und schnitzen Bild-werk , und Fleiß haben, mancherlei) -Arbeit zumachen, die müssen denken, daß es recht werde,und früh und spät daran seyn, daß sie es vol-lenden.
29. Also ein Schmid, der muß bey seinem Am-bos seyn, und seiner Schmiede warten, undwird matt vom Feuer, und arbeitet sich müdeüber der Esse.
30 . Das Hämmern schlägt ihm die Obren voll,und er siehet darauf, wie er das Werk rechtmache.
3 1. Und muß denken, wie er es fertige, undfrüh und spät daran seyn, daß er es fein aus-arbeite.
3 r. Also* ein Töpfer, der muß bey seiner Ar-beit seyn, und die Scheibe mit seinen Fussen um-treiben , und muß immer mit Sorgen sein Werkmachen, und hat sein gewisses Tagewerk.
* Wcish. 15, 7.
33 . Er muß mir seinen Armen aus dem Thonsein Gefäß formiren, und muß sich zu seinenFußen müde bücken.
3 ^. Er muß denken, wie er es fein glasure,und früh und spät den Ofen fegen.
35 . Diese alle trösten sich * ihres Handwerks,
und ein Jeglicher fleißigt sich, daß er seine Ar-beit könne. ' Ps. 128,2.
36 . Man kann ihrer in der Stadt nicht ent-behren.
37 . Aber man kann sie nirgend hinschicken; siekönnen der Aemter auch nicht warten, noch inder Gemeine regieren.
38 . Sie können den Verstand nicht haben, dieSchrift zu lehren, noch das Recht und Gerech-tigkeit zu predigen.
39. Sie können die Sprüche nicht lesen, son-dern müssen der zeitlichen Nahrung warten , unddenken nicht weiter, denn was sie mit ihrer Ar-beit gewinnen mögen.
Das 39. Capitel.
Dom Nähr« und Lehrsiande, und was zum Studiren erfordert werde.
1. AAer sich aber darauf geben soll, daß er
das Gesetz des Höchsten lerne, der mußdie Weisheit aller Alten erforschen, und in denPropheten studiren.
2. Er muß die Geschichte der berühmten Leutemerken, und denselben Nachdenken, was sie be-deuten und lehren.
3 . Er muß die geistlichen Sprüche lernen, undin den tiefen Reden sich üben.
Der * kann den Fürsten dienen, und bey denHerren seyn. *«.38,3.
5 . Er kann sich schicken lassen in fremde Lande;denn er hat versucht, was bey den Leuten taugtoder nicht;
6 . U- d denkt, wie er früh aufftehe den Herrnzu suchen, der ihn geschaffen hat; und * bethetvor dem Höchsten. * «ph-s 3 , i 4 . e»l. i, s.
7. Er thut seinen Mund getrost auf, und be-thet ' für des ganzen Volks Sünde.
* 1 Sam. 12, 23. WeiSH. 18, 21.
8 . Und wenn denn der Herr also versöhnet ist,so giebt er ihm den' Geist der Weisheit reichlich.
* Jac. i, 6.
9. Daß er weisen Rath und Lehre geben kanngewalktglich, dafür er dem Herrn dankt in seinemGebelh.
10. Und der Herr 'gibt Gnade dazu, daß seinRath und Lehre fortgehen. * c. 37,24.
n. Und er betrachtets zuvor bey sich selbst:darnach sagt er seinen Rath und Lehre heraus,und beweiset es mit der heiligen Schrift.
12. Und viele * verwundern sich seiner Weis-heit und sie wird nimmermehr untergehen.
* Luc. 2, 47.
13. Seiner wird nimmermehr vergessen, undsein Nähme bleibt für und für.
1^. Was er gelehret hat, wird man weiterpredigen, und die Gemeine wird ihn rühmen.
15. Dieweil er lebet, hat er einen größernNahmen, denn andere tausend; und nach seinemTode bleibt ihm derselbige Nähme.
(Anfang dcö 4 o. CapitelS.)
lö.Ich habe noch etwas mehr zu sagen; dennich bin wie ein Vollmond.
17. Gehorchet mir, ihr heiligen Kinder, und
wachset wie die Rosen, * an den Bächlein gepflan-zet. ' Ps-3.
18. Und gebet süßen Geruch von euch, wie
Weihrauch; * blühet, wie die Lilien, und riechetWohl. * Esaj. 35, 1 .
19. Singet löblich, und lobet den Herrn in
allen seinen Werken; * preiset seinen Nahmenherrlich. * Ps- ^ 4.
20. Danket ihm, und lobet ihn mit Singenund Klingen, und sprechet also im Danken:
21. Alle* Werke des Herrn sind sehr gut, undwas er gebiethet, das geschiehst zu rechter Zeit.
» 1 Mos- 1/ 3l. WeiSh. 1, 14.
22. Und man darf nicht sagen: Was soll das?Denn zu ihrer Zeit kommen sie gewünscht; gleichals da durch sein Geboth * das Wasser stand wie