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[1] (1821) [Altes Testament]
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925
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Sir ach 37.

Rath fragen.

925

Rath geben.

(Anfang des 37. Capitcts.)

20»Der Bauch nimmt allerlei) Speise zu sich;doch ist eine Speise besser, denn die

andere.

21. Wi-e die Zunge das Witdpret kostet: alsomerkt ein verständiges Herz die falschen Worte.

22. Ein tückischer Mensch kann einen in einUnglück bringen, aber ein Erfahrner weiß sichdavor zu hüthen.

23. Die Mütter haben alle Söhne lieb; undgeräth doch zuweilen eine Tochter besser, dennder Sohn.

2^. Eine schöne Frau erfreuet ihren Mann,und ein Mann hat nichts liebers.

25. Wo sie dazu freundlich und fromm ist,so findet man des Mannes gleichen nicht.

26. Wer eine Hausfrau hat, der bringet seinGut in Rath, und hat einen treuen Gehülfen,und eine Sänle, der er sich trösten kann.

27. Wo kein Zaun ist, wird das Gut verwü-stet ; und wo keine Hausfrau ist, da gehet esdem Hauswirth, als ginge er in der Irre.

28. Wie man nicht trauet einem Straßenräu-ber , der von einer Stadt in die andere schleicht:also trauet man auch nicht einem Manne, derkein Nest hat, und einkehren muß, wo er sichverspätet.

Das 37. Capitel.

Wodurch die Beschwerlichkeit des menschlichen Lebens mag gelindert

werden.

1 Ann jeglicher Freund spricht wohl, ich bin^ auch Freund; aber etliche sind allein mitdem Nahmen Freunde.

2. Wenn Freunde einander feind werden, sobleibt der Gram bis in den Tod.

3. Ach wo kommt doch das böse Ding her,daß alle Welt so voll Falschheit ist!

g. Wenn es dem* Freunde wohl gehet, so freuensie sich mit ihm; wenn es ihm aber übel gehet,werden sie seine Feinde. * c. 6, s.

5. Sie trauern mit ihm um des Bauchs willen;aber wenn die Noth hergehrt, so halten sie sichzum Schilde.

6. * Vergiß deines Freundes nicht, wenn du

fröhlich bist , *«- 29,20.

7. Und gedenke an ihn, wenn du reich wirst.

8. Ein jeglicher Rathgeber will rathen, aberetliche rathen auf ihren eigenen Nutzen.

9. Darum Huche dich vor Rathen; bedenkezuvor, ob es gut sey. Denn er gedenkt vielleichtihm selbst zu rachen, und will dichs wagen lassen,

io. Und spricht, du ftvst auf der rechten Bahn;und steht gleichwohl wider dich, und merkt,wie es gerathen will.

i i. Hatte keinen Rath mit dem, der einenArgwohn zu dir hat, und nimm nicht zu Rath,die dich neiden.

12. Gleich als wenn du ein Weib um Rathfragtest, wie man ihrer Feindinn freundlich seynsoll, oder einen Verzagten, wie man kriegensoll, oder einen Kaufmann, wie hoch er deineWaare gegen seine achten wolle, oder einen Käu-fer, wie theuer du geben sollst,

13. Oder einen Neidischen, wie man wohl thun,oder einen Unbarmherzigen, wie man Gnadeerzeigen soll, oder einen Faulen von großerArbeit;

ig. Oder einen Tagelöhner, der nirgend be-sessen ist, wie man nicht aus der Arbeit gehensoll, oder einen trägen Hausknecht von vielenGeschäften. * Solche Leute nimm nicht zu Rath.

' e. 9/ 2l.

15. Sondern * halte dich stets zu gottesfürchtigenLeuten, da du weißt, daß sie Gottes Gebothe

halten, ' Ps. 119/63. Cir 6/33. e. 9/23.

16. Die gesinnet sind, wie du bist, die Mit-leiden mit dir haben, wo du strauchelst.

17. Und bleibe bey derselben Rath, denn duWüst keinen treuer» Rath finden.

18. Und solcher Einer kann oft etwas besserersehen, denn sieben Wächter, die oben auf derWarte sitzen.

19. Doch in dem allen * rufe auch den Allerhöch-

sten an, daß er dein Thun gelingen, und nichtfehlen lasse. * Tob. 4/ 20.

20. Ehe du was anfangest, so frage vor; undehe du was thust, so nimm Rath dazu.

21. Denn wo man was Neues vor hat, damuß derer vier Eins kommen, daß es gut oderböse werde, daß Leben oder Tod daraus folge:und dieß alles regieret allezeit die Zunge.

22. Mancher ist wohl geschickt, Andern zurathen, und ist ihm selber nichts nütze.

23. Mancher will klüglich rathen, und manhört ihn doch nicht gerne, und bleibt ein Bettler.

2^. Denn er hat nicht vom Herrn die Gnadedazu, und ist keine Weisheit in ihm.

25. Mancher ist weise durch eigene Erfahrung,der schaffe mit seinem Rath Nutzen, und trifft es.

26. Ein weiser Mann kann sein Volk leh-en,und schafft mit seinem Rath Nutzen, und trifft es.

27. Ein wei-'er Mann wird hoch gelobet; undalle, die ihn sehen, preisen ihn.