8?8 Fernere Eigenschaften der Weisheit. Weisheit 11 . 12 . Gottes Langmuth richtet mit Gelindigkeit.
12. Und es wurden beyde, die dabey waren,und die nicht dabey waren, gleich geplaget.
13. Denn es kam zwiefältiges Leid über sie,dazu auch Seufzen , so sie des Vorigen gedachten.
i^. Denn da sie höreten, daß diesen dadurchGutes geschah, durch welches sie gequälet wur-den ; * fühleten sie den Herrn. * Gesch. 17, 27.
iZ. Denn den sie etwa verächtlich verstoßenund verworfen hatten, und ihn verlachten; deßmußten sie sich zuletzt, da eö so hinaus ging,verwundern, daß ihr Durst nicht so war, wieder Gerechten.
10. Also auch für die tollen Gedanken ihresungerechten Wandels , durch welche sie betrogen,
* unvernünftige Würmer und verächtliche Thiereanbetheten, sandtest du unter sie die Menge derunvernünftigen Thiere zur Rache;
* c. 12 , 24. Mm. 1/ 23.
17 . Auf daß sie erkenneten, daß, * womitjemand sündiget, damit wird er auch geplaget.
* c. 16 / 1 .
1 8 . Denn es mangelte deiner allmächtigen Handnicht (welche hat die Welt geschaffen aus unge-stallem Wesen) über sie zu schicken Menge derDaren, oder freudige Löwen,
19. Oder von neuem geschaffene * grimmige un-bekannte Thiere, oder die da Feuer speyeten,oder mit grimmigem Rauch schnaubten, odergrausame Funken aus den Augen blickten;
* 4 Mos. 21 , 6. Lciöh. 12 , s.
20. Welche nickt allein mit Versehrung siemöchten zerschmettern, sondern auch wohl mitihrem schrecklichen Gesicht erwürgen.
21. Ja sie möchten wohl ohne das durch einen
* einigen Odem fallen, mit Rache verfolget,und durch den Geist seiner Kraft zerstreuet werden.
* 2 Mos. 15, 8. 10 .
22. Aber du Haft alles geordnet mit Maß,Zahl und Gewicht. Denn großes Vermögen istallezeit bey dir; und wer kann der Macht deinesArms widerstehen?
23. Denn die Welt ist vor dir, wie das Züng-lein an der Wage, und wie ein Tropfen desMorgenthaues, der auf die Erde fällt.
2^. Aber * du erbarmest dich über Alles; denndu hast Gewalt über Alles, und verstehest derMenschen Sünde, daß sie sich bessern sollen.
* Ps. 145, 9. Rom. 11, 32.
2Z. Denn du liebest alles, das da ist, und
* hassest nichts, was du gemacht hast ; denn duhast freylich nichts bereitet, dazu du Haß hättest.
* Ps. 104, 31.
26. Wie könnte etwas bleiben, wenn du nichtwolltest? Oder wie könnte erhalten werden,das du nicht gerufen hättest?
27. Du schonest aber aller; denn sie sind dein,Herr, du Liebhaber des Lebens.
Das 12 . Capitel.
Preis göttlicher Langmuth und Gerechtigkeit»
1. Nnd dein unvergänglicher Geist ist in^ Allen.
(Anfang des 12. Capitols.)
2. Darum strafest du säuberlich die, so da
fallen, und erinnerst sie mit Zucht, woransie sündigen, auf daß sie von der Bosheit loswerden, und an dich, Herr, glauben.
3 . Denn da du feind wärest * den vorigen Ein-wohnern deines heiligen Landes,
* 5 Mos. 9, 3. c. 12 , 29 . 31. e. 18 , 9. Ps. 106 , 37.
-i. Darum, daß sie" feindselige Werke begingenmit Zaubern, *3M°s.i8, 3 .
5 . Und wolltest durch unserer Väter Hände ver-tilgen die * ungöttlichen Opftrer und unbarmher-zigen Mörder ihrer Söhne,*Ps.io 6 , 37 . Weish.i4,2Z.
6 . Die da Menschenfleisch fraßen und gräulichesBlut soffen, damit sie dir Gottesdienst erzeigenwollten; und die, so Eltern waren, erwürgetendie Seelen, so keine Hülfe hatten;
7. Auf daß das Land, so vor dir unter allendas edelste war, eine würdige Wohnung würdeder Kinder Gottes.
8 . Dennoch Verschonetest du derselbigen, als
Menschen, und sandtest vor dir her deine Vor-traber, nemlich dein Heer, * die Hornissen,auf daß sie dieselbigen mit der Weile umbräch-ten. * 2 Ms. 23, 28.
9. Es war dir zwar nicht unmöglich, die Gott-losen im Streit den Gerechten zn unterwerfen,oder ' durch grausame Thiere, oder sonst etwa
mit einem harten Wort alle zugleich zerschmettern:' c. 11 , 18 . 19 .
10. Aber du richtetest sie mit ' der Weile, undließest ihnen Raum zur Buße; wiewohl dir nichtunbewußt war, daß sie böser Art waren, undihre Bosheit ihnen angeboren, und daß sie ihreGedanken nimmermehr ändern würden.
* Röm. 2, 4. Off. 2 , 21 .
11. Denn sie waren ein verfluchter Same*
vom Anfang. So durftest du auch Niemandscheuen; ob du ihnen vergäbest, woran sie gesün-dtget hatten. * 1 Mos. 9 , 25 .
12. Denn wer' will zu dir sagen: Was thustdu? Oder wer will deinem Gericht widerstehen?