832 Jona Gebeth, Erlösung, Jona
(Anfang des 2. Capittls.)
2. Und Jona bethete zu dem Herrn, seinem
Gott, im Leibe des Fisches,
3 . Und sprach: Ich * rief zu dem Herrn inmeiner Angst, und er antwortete mir; ich schrieaus dem Bauch der Hölle, und du Höretestmeine Stimme. * Pf. 120, i. Ps. 130/1. magl. 3, n.
Du warfst mich in die Tiefe mitten imMeer, daß die Fluthen mich umgaben; alle deineWogen und Wellen gingen über mich,
s. Daß ich gedachte, ich wäre von deinenAugen verstoßen, ich würde deinen heiligenTempel nicht mehr sehen.
6. Wasser umgaben mich bis an mein Leben,die Tiefe umringete mich; Schilf bedeckte meinHaupt.
7. Ich sank hinunter zu der Berge Gründen,die Erde hatte mich verriegelt ewiglich: aberdu hast mein Leben aus dem Verderben gefüh-ret, Herr, mein Gott.
8. Da meine Seele bey mir verzagte, gedachteich an den Herrn; und mein Gebeth kam zudir in deinen heiligen Tempel.
9 . Die da halten über dem Nichtigen, verlas-sen ihre Gnade.
10 . Ich aber*will mit Dank opfern; meineGelübde will ich bezahlen dem Herrn, daß ermir geholfen hat. * Ps. n, 14. Ps. ns. 17.
11 . Und der Herr sprach zum Fisch, und der-selbe speyete Jona aus ans Land.
Das 3. Capitel.
Jonä fruchtbare Büßpredigt.
1. Nnd es geschah das Wort des Herrn zum^ andern Mahl zu Jona, und sprach:
2 . * Mache dich auf, gehe in die große Stadt
Ninive, und predige ihr die Predigt, die ichdir sage. * e. 1,2.
3 . Da machte sich Jona auf, und ging hin genNinive, wie der Herr gesagt hatte. Ninive aberwar eine große Stadt Gottes, drey Tagereisengroß.
Und da Jona ansing hinein zu gehen eineTagereise in die Stadt; predigteer, und sprach-:Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive un-tergehen.
s. Da * glaubten die Leute zu Ninive an Gott,und ließen predigen, man sollte fasten, und zo-gen Säcke an beyde Groß und Klein.
* Matth. 12, 41 .
6. Und da das vor den König zu Ninive kam;stand er auf von seinem Thron, und legte sei-
2. 3. 4._Predigt und Unsch uld.
nen Purpur ab, und hüllete einen Sack umsich, und setzte sich in die Asche;
7. Und ließ ausschreyen und sagen zu Ninive/aus Befehl des Königs und seiner Gewaltigen,also: Es soll weder Mensch noch Thier, wederOchsen noch Schafe etwas kosten, und man sollsie nicht weiden, noch Wasser trinken lassen;
8. Und sollen Säcke um sich hüllen beydeMenschen und Thier, und zu Gott rufen heftig;und ein Jeglicher bekehre sich von seinem bösenWege, und von dem Frevel seiner Hände.
v. "Wer weiß, Gott möchte sich kehren, undihn reuen, und sich wenden von feinem grim-migen Zorn, daß wir nicht verderben.
* Dan. 4 , 24 . Jocl. 2, 14 .
io. Da aber Gott sah ihre Werke, daß siesich bekehreten von ihrem bösen Wege; reuete ihndes Uebels, das er geredet hatte ihnen zu thun,und thats nicht.
Das 4. Capitel.
Jonä Ungeduld und Mißgunst.
1. Aas verdroß Jona gar sehr, und ward
zornig;
2 . Und bethete zum Herrn, und sprach: AchHerr, das ist es, das ich sagte, da ich noch inmeinem Lande war; darum ich auch wollte zuvorkommen, zu fliehen auf das Meer; denn ich weißdaß* Du gnädig, barmherzig, langmü-thig und von großer Güte bist, undlässest dich des Uebels reuen. * 2 Mos. 34 , 6 .
3. So * nimm doch nun, Herr, meine Seelevon mir; denn ich -ß wollte lieber todt seyn,denn leben. *iKö„. 19,4. ^ Hiob 7,16.
Aber der Herr sprach: * Meinest du, daßdu billig zürnest? ' v. 9.
Z. Und Jona ging zur Stadt hinaus, und setztesich gegen Morgenwarts der Stadt, und machteihm daselbst eine Hütte, da setzte er sich unter,in den Schatten, bis er sähe, was der Stadtwiderfahren würde.
6. Gott der Herr aber verschaffte einen Kür-bis, der wuchs über Jona, daß er Schattengab über sein Haupt, und errettete ihn von seinemUebel; und Jona frevele sich sehr über denKürbis.
7 . Aber der Herr verschaffte einen Wurm desMorgens, da die Morgenröthe anbrach; derstach den Kürbis, daß er veidorrete.
8. Als aber die Sonne aufgegangen war,verschaffte Gott einen dürren Ostwind; und dieSonne * stach Jona auf dm Kopf, daß er matt
ward.