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[1] (1821) [Altes Testament]
Entstehung
Seite
742
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742 Güte des Herrn. Klaglieder 3. 4. Jammerlied über der Juden Trübsal.

26. Es ist ein köstliches Ding, geduldig seynund auf die Hülfe des Herrn hoffen.

27. Es ist ein köstliches Ding einem Manne,daß er das Joch in seiner Jugend trage;

2 8 . Daß ein Verlassener geduldig sey, wennihn etwas überfällt;

29. Und seinen Mund in den Staub stecke,und der Hoffnung erwarte;

30. Und lasse sich auf den Backen schlagen,und ihm viel Schmach anlegen.

31. Denn der Herr verstößt nicht ewig-lich;

32. Sondern er * betrübet wohl, underbarmet sich wieder nach seiner großen

Güte. * <ksaj. 34 , 8 .

33. Denn er nicht von Herzen die Men-schen plaget und betrübet;

3^. Als wollte er alle die Gefangenen aufErden gar unter seine Füße zertreten,

35. Und eines Mannes Recht vor dem Aller-höchsten beugen lassen ,

36. Und eines Menschen Sache verkehren las-sen , gleich als sähe es der Herr nicht.

37. Wer darf denn sagen, daß * solches ge-schehe ohne des Herrn Befehl?

* Esaj. 45/ 7. AmoS 3/ 6. Mich. 1, 12.

38 . Und daß weder Böses noch Gutes kommeaus dem Munde des Allerhöchsten ?

39 . Wie * murren denn die Leute im

Leben also? EinJeglicher murrewiderseine Sünde. *Joh. 6 ,43.

^0. Und laßt uns forschen und suchen unserWesen, und uns zum Herrn bekehren.

^1. Laßt uns unser Herz sammt den Händenaufheben zu Gott im Himmel.

^2. Wir, * wir haben gesündiget und sindungehorsam gewesen. Darum hast Du billignicht verschonet : ' Ps-i°6,6.

^3. Sondern du hast uns mit Zorn überschüttetund verfolget, und ohne Barmherzigkeit er-würget.

4^. Du hast dich mit einer Wolke verdeckt,daß kein Gebeth hindurch konnte.

^5. Du hast uns zu Koth und Unflath gemachtunter den Völkern.

^v. Alle unsere Feinde sperren ihr Maul aufwider uns.

^7. Wir werden gedrückt und geplagt mitSchrecken und Angst.

^ 8 . Meine * Augen rinnen mit Wasserbächenüber den Jammer der Tochter meines Volks.

* Jer. 9/ 1. c. 13, 17. c. 14, 17.

^ 9 . Meine Augen fließen und können nichtMassen, denn es ist kein Aufhören da,

so. Bis der Herr vom Himmel herab schaue,und sehe darein.

5 1. Mein * Auge frißt mir das Leben wegum die Tochter meiner Stadt. * e. i, 16.

52 . Meine Feinde haben mich gehetzet, wieeinen Vogel, ohne Ursach;

53 . Sie haben mein Leben in einer Grubeumgebracht, und Steine auf mich geworfen;

5 ^,. Sie haben auch mein Haupt mit Wasserüberschüttet; da sprach ich: Nun bin ich gardahin.

55 . Ich rief aber Leinen Nahmen an, Herr,unten aus der Grube;

56 . Und du erhöretest meine Stimme. Verbirgdeine Ohren nicht vor meinem Seufzen undSchreyen.

57 . Nahe dich zu mir, wenn ich dich anrufe,und sprich: Fürchte dich nicht!

58 . Führe du, Herr, die Sache meiner Seele,und erlöse mein Leben.

59. Herr, schaue, wie mir so Unrecht geschiehet,und hilf mir zu meinem Recht.

60. Du flehest alle ihre Rache, und alle ihreGedanken wider mich.

6 1. Herr, du hörest ihre Schmach, und alleihre Gedanken über mich,

62. Die Lippen meiner Widerwärtigen, undihr Dichten wider mich täglich.

63 . Schaue doch, sie gehen nieder oder stehenauf, so' fingen sie von mir ein Liedlein.

' Hiob 30, S. Ps. 69, 13.

6 ^. Vergilt * ihnen, Herr, wie sie verdienethaben. * Ps. 137, 8. Irr. 50, 29.

65 . Laß ihnen das Herz erschrecken, und deinenFluch fühlen.

66. Verfolge sie mit Grimm, und vertilge sieunter dem Himmel des Herrn.

Das 4. Capitel.

Klage über der Juden Trübsal.

1. AAie ist'das Gold so sehr verdunkelt und ,

das feine Gold so häßlich geworden,und liegen die Steine des Heiligthums vorneauf allen Gassen zerstreuet? * Esa>. i, 22.

2. Die edlen Kinder Zions, dem Golde gleichgeachtet, wie find sie nun den irdenen Töpfenverglichen, die ein Töpfer macht?

3 . Die Drachen reichen die Brüste ihren Jun-gen, und saugen sie; aber die Tochter meinesVolks muß unbarmherzig seyn, wie ein Straußin der Wüste.