Weinberg verdorben. Gürtel versteckt. Ieremia 12. 13. Gedrohete Verwüstung. 693
10. Es haben Hirten, und derer viele, meinenWeinberg verderbet und meinen Acker zertreten;sie haben meinen schönen Acker zur Wüste gemacht,sie haben es öde gemacht.
11. Ich sehe bereits, wie es so jämmerlich ver-wüstet ist; ja das ganze Land ist wüste. Aberes ' will es Niemand zu Herzen nehmen.
* Esaj. -7, 1.
1?. Denn die Verstörer fahren daher über alleHügel der Wüste, und das fressende Schwertdes Herrn von einem Ende des Landes bis zumandern; und kein Fleisch wird Frieden haben.
13 . Sie säen * Weizen, aber Disteln werdensie ernten; sie lassen es ihnen sauer werden,aber sie werden es nicht genießen: sie werdenihres Einkommens nicht froh werden, vor demgrimmigen Zorn des Herrn.
' L Mos. 28 , 38. Hos 8, 7. Hag. 1, 6.
14 . So spricl r der Herr wider alle meine böseNachbarn, so das Erbtheil antasten, das ichmeinem Volk Israel ausgetheikt habe: Siehe,ich will sie aus ihrem Lande ausreissen, und dasHaus Juda aus ihrem Mittel reißen.
15 . Und wenn ich sie nun ausgerissen habe;will ich mich wiederum über sie erbarmen, undwill einen Jeglichen zu seinem Erbtheil, und insein Land wieder bringen.
16. Und soll geschehen, wo sie von meinemVolk lernen werden, daß sie ' schwören beymeinem Nahmen: So wahr der Herr lebet,wie sie (zuvor) mein Volk gelehret haben schwö-ren bey Baal; so sollen sie unter meinem Volkerbauet werden. *«. 4,2.3 Mos. 6 , 13. c. io, 20.
17. Wo sie aber nicht hören wollen; so willich solches Volk ausreissen und umbringen,spricht der Herr.
Das 13. Capitel.
Straft -er Juden, in Bildnissen von leinenem Gürtel und Weinlä'gel.
1. A0 spricht der Herr zu mir: Gehe hin,^ und kaufe dir einen leinenen Gürtel,
und gürte damit deine Lenden, und mache ihnnicht naß.
2. Und ich kaufte einen Gürtel nach dem Be-fehl des Herrn, und gürtete ihn um meine Lenden.
Z. Da geschah des Herrn Wort zum andernMahl zu mir, und sprach:
4 . Nimm den Gürtel, den du gekauft und umdeine Lenden gegürtet hast; und mache dich auf,und gehe hin an den Phrath , und verstecke ihndaselbst in einen Steinritz.
2. Ich ging hin, und versteckte ihn am Phrath,wie mir der Herr gebvthen hatte.
6 . Nach langer Zeit aber sprach der Herr zumir: Macke dich auf, und gehe hin an denPhrath, und hohle den Gürtel wieder, den ichdich hieß daselbst verstecken.
7 . Ich ging hin an den Phrath, und grub auf,und nahm den Gürtel von dem Ort, dahin ichihn versteckt hatte; und siehe, der Gürtel warverdorben, daß er nichts mehr taugte.
8 . Da geschah des Herrn Wort zu mir, undsprach:
9. So spricht der Herr: Eben also will ichauch verderben die große Hoffart Juda und Je-rusalems.
10. Das böse Volk, das meine Worte nichthören will, sondern 'gehen hin nach Gedünkenihres Herzens, und folgen andern Göttern, daßsie denselbigen dienen und sie anbethen; sie sollenwerden wie der Gürtel, der nichts mehr taugt.
* e. 11, 8. c. 16, 12.
11. Denn gleichwie ein Mann den Gürtel umseine Lenden bindet; also habe ich, spricht derHerr, das ganze Haus Israel und das ganzeHaus Inda um mich gegürtet, daß sie meinVolk seyn sollten, zu einem Nahmen, Lob undEhren; aber sie wollen nicht hören.
12. So sage ihnen nun dieß Wort: So sprichtder Herr, der Gott Israels: Es sollen alle Lä-get mit Wein gefüllet werden. So werden siezu dir sagen: Wer weiß das nicht, daß manalle Läge! mit Wein füllen soll?
13 . So sprich zu ihnen: So spricht der Herr:Siehe, ich will alle, die in diesem Lande woh-nen, die Könige, so auf dem Stuhl Davidssitzen, die Priester und Propheten, und alle Ein-wohner zu Jerusalem füllen, daß sie trunkenwerden sollen.
14. Und will Einen mit dem Andern, die Vä-ter sammt den Kindern, zerstreuen, spricht derHerr; und will weder schonen , noch übersehennoch barmherzig seyn über ihrem Verderben.
15. So höret nun, und merket auf, und trotzetnicht; denn der Herr hat es geredet.
16. Gebet dem Herrn, euerm Gott, die Ehre,ehe denn es sinster werde, und ehe eure Füße sichan den dunkein Bergen stoßen; daß ihr des Lichtswartet, so er es doch gar sinster und dunkelmachen wird.
17. Wollt ihr aber solches nicht hören, so mußmeine Seele doch heimlich weinen über solcherHoffart; meine ' Augen müssen mit Thränenßießen, daß des Herrn Herde gefangen wird.
- t. s, 1 . «. 14, 17.