686 Vermahnung zur Buße. Ieremia 6. Ursachen Babylonischer Gefangenschaft.
2. Die Tochter Zion ist wie eine schöne undlustige Aue.
3 . Aber es werden Hirten über fie kommen
mit ihren Herden, die * werden Gezelte ringsum sie her aufschlagen, und weiden ein Jeglicheran seinem Ort (und sprechen:) * c. 4, 17.
4. Rüstet euch zum Kriege wider sie: wohlauf,laßt uns hinauf ziehen, weil es noch hoch Tagist; ey es will Abend werden, und die Schattenwerden groß;
5. Wohlan, so laßt uns auf seyn, und solltenwir bey Nacht hinauf ziehen, und ihre Pallästeverderben.
6 . Denn also spricht der Herr Zebaoth: FälletBäume, und macht Schütte wider Jerusalem;denn sie ist eine Stadt, die heimgesucht werdensoll. Ist doch * eitel Unrecht darinnen. * c. 1.
7 . Denn gleichwie ein Born sein Wasser quillet,also quillet auch ihre Bosheit. Ihr Frevel undGewalt schreyet über sie; und ihr Morden undSchlagen treiben sie täglich vor mir.
8 . Bessere dich, Jerusalem, ehe sichmeinHerz von dir wende, und ich dichzum wüsten Lande mache, darinnenNiemand wohne.
y. So spricht der Herr Zebaoth: Was übrigist geblieben von Israel, das muß auch nach-her abgelesen werden, wie ein Weinstock. DerWeinleser wird Eins nach dem Andern in dieButten werfen.
10. Ach, mit wem soll ich doch reden undzeugen? Daß doch Jemand hören wollte! Aber* ihre Ohren sind unbeschnitten, sie mögen esnicht hören. Siehe, fie halten des Herrn Wortfür einen Spott, und wollen seiner nicht.
* «. 5 / 21. c. 7 , 26.
11. Darum bin ich des Herrn Drohen so voll,daß ich es nicht lassen kann. Schütte aus,beydes über die Kinder auf der Gasse, und überdie Mannschaft im Rath mit einander; dennes sollen beyde Mann und Weib; beyde Alteund der Wohlbetagte gefangen werden.
12. Ihre Häuser sollen den Fremden zu Theilwerden, sammt den Aeckern und Weibern;denn ich will meine Hand ausstrecken, sprichtder Herr, über des Landes Einwohner.
13. Denn * sie geizen allesammt, Klein undGroß; und beyde Propheten und Priester lehrenallesammt falschen Gottesdienst,
* c. 8 , 10. Esaj. S 6 , 11.
14. Und trösten mein Volk in seinem Unglück,
daß sie es gering achten sollen, und sagen: Friede,* Friede! und ist doch nicht Friede.
* c. 8, 11. Ez-ch. 15/ 10. 16.
15. Darum' werden fie mit Schanden bestehen,daß sie solche Gräuel treiben; wiewohl sie wollenungeschändet seyn, und wollen sich nicht schämen.Darum müssen fie fallen über einen Haufen;und wenn ich fie heimsuchen werde, sollen siefallen , spricht der Herr. * c. 8 ,12.
16. So spricht der Herr: Tretet auf die Wege,und schauet, und fraget nach den vorigen Wegen,welches der gute Weg sey, und wandelt darin-nen ; so * werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.Aber sie sprechen: Wirwollen es nicht thun.
* Matth. 11/ 29. -s Jer. 44 , 16. Matth. 23, 37.
17. Ich habe Wächter über euch gesetzt. Mer-ket auf die Stimme der Trompeten. Aber siesprechen: Wir wollen es nicht thun.
18. Darum so höret, ihr Heiden, und merketsammt euern Leuten;
19. Du * Erde, höre zu. Siehe, ich will einUnglück über dieß Volk bringen , nähmlich ihrenverdienten Lohn, daß fie auf meine Worte nichtachten, und mein Gesetz verwerfen.
* L Mos. 32 , 1. Esaj. 1 , 2.
20. Was * frage ich nach dem Weihrauch, deraus reich Arabien, und nach den guten Zimmet-rinden, die aus fernen Landern kommen? EureBrandopfer sind mir nicht angenehm, und eureOpfer gefallen mir nicht. * Esaj. i, n.
21. Darum spricht der Herr also: Siehe, ichwill diesem Volk ein Aergerniß stellen, daransich beydes Väter und Kinder mit einander sto-ßen , und ein Nachbar mit dem andern umkom-men sollen.
22. So spricht der Herr: Siehe, es wird* einVolk kommen von Mitternacht, und ein großesVolk wird sich erregen hart an unserm Lande,
* e. 5 / 1L. L Mos. 28 / 49.
23. Die Bogen und Schild führen. Es istgrausam und ohne Barmherzigkeit; sie brausendaher wie ein ungestümes Meer, und reiten aufRossen, gerüstet wie Kriegsleute, wider dich,du Tochter Zion.
24. Wenn wir von ihnen hören werden, so wer-den uns die Fäuste entsinken; es ' wird uns angstund weh werden, wie einer Gebäre: inn.
* c. 4, 31. «. 22, 23. c. so, 6. c. 48, 4i.
25. Es gehe ja Niemand hinaus auf den Acker,Niemand gehe über Feld; denn es ist allenthalbenunsicher vor dem Schwert des Feindes.
26. O Tochter meines Volks, ziehe Säcke an