Druckschrift 
[1] (1821) [Altes Testament]
Entstehung
Seite
656
Einzelbild herunterladen
 

656 Hiskiä Klageschrift, dessen Iesaia 38 . 39 .

Ehrgeiz gestraft.

habe dein Gebeth gehöret, und deine Thränengesehen; siehe, ich will deinen Tagen noch fünf-zehn Jahre zulegen.

6 . Und will dich sammt dieser Stadt errettenvon der Hand des Königs zu Assyrien; dennich will diese Stadt wohl vertheidtgen.

7 . Und habe dir das zum Zeichen von demHerrn, daß der Herr solches thun wirt^ waser geredet hat :

8 . Siehe, ich will den Schatten am Sonnen-zeiger Ahas zehn Linien zurück ziehen, über welcheer gelaufen ist, daß die Sonne zehn Linien zurücklaufen soll am Zeiger, über welche sie gelaufen ist.

9. Dieß ist die Schrift Hiskia, des KönigsJuda, da er krank gewesen, und von der Krank-heit gesund geworden war.

10. Ich sprach: Nun muß ich zur HöllenPforten fahren, da meine Zeit aus war, da ichgedachte noch länger zu leben.

11. Ich sprach : Nun muß ich nicht mehr sehenden Herrn, ja den Herrn im Lande der Leben-digen ; nun muß ich nicht mehr schauen die Men-schen bey denen, die ihre Zeit leben.

12. Meine Zeit ist dahin, und von mir aufge-räumet, wie eines Hirten Hütte; und reissemein Leben ab, wie ein Weber. Er sangt michdürre aus. Du machst es mit mir ein Ende,den Tag vor Abend.

13 . Ich dachte: Möchte ich bis morgen leben!Aber er zerbrach mir alle meine Gebeine, wieein Löwe; denn du machst es mit mir aus,den Tag vor Abend.

i Ich * winselte wie ein Kranich und Schwalbe,

und girrete wie eine Taube; meine Augen wolltenmir brechen: Herr, ich leide Noth, lindre mirs.

* c. -9/ ii.

15 . O wie will ich noch reden, daß er mir zu-gesagt hat, und thut es auch. Ich werde michscheuen alle mein Lebtage vor solcher Betrübntßmeiner Seele.

16. Herr, davon lebet man, und das Lebenmeines Geistes stehet gar in demselbigen: denndu ließest mich entschlafen, und machtest mich leben.

17. Siehe, um Trost war mir sehr ban-ge. DU aber hast dich meiner Seeleherzlich angenommen, daß sie nicht ver-dürbe; denn du wirfst alle meine Sündehinter dich zurück.

18. Denn ' die Hölle lobt dich nicht, so rühmtdich der Tod nicht, und die in die Grube fah-ren, warten nicht auf deine Wahrheit;

19. Sondern allein die da leben, loben dich,wie ich jetzt thue. Der Vater wird den Kinderndeine Wahrheit kund thun.

20. Herr, hilf mir; so wollen wir meine Lie-

der singen, * so lange wir leben, im Hause desHerrn. * Ps. E, 2.

21. Und Jesaia hieß, man sollte ein Pflastervon Feigen nehmen und auf seine Drüse legen,daß er gesund würde.

22. Hiskia aber sprach: Welch ein Zeichen istdas, daß ich hinauf zum Hause des Herrn sollgehen?

Das 39. CapUel.

Hiskiä Ehrgeiz wird gestraft.

1. Du der Zeit "sandte Merodach BalAdan,^ der Sohn DalAdans, König zu Babel,

Briefe und Geschenke zu Hiskia; denn er hattegehöret, daß er krank, und wieder stark gewor-den wäre. *2Kö.2o, 12.

2. Deß freuete sich Hiskia, und zeigte ihnendas Schatzhaus, Silber und Gold, und Speze-rey, köstliche Salben, und alle seine Zeughäuser,und allen Sckatz, den er hatte. Nichts war,das ihnen Hiskia nickt zeigte in seinem Hauseund in seiner Herrschaft.

3 . Da kam der Prophet Jesaia zum KönigeHiskia, und sprach zu ihm: Was sagen dieMänner? Und von wannen kommen sie zu dir?Hiskia sprach: Sie kommen von ferne zu mir,nähmlich von Babel.

Er aber sprach: Was haben sie in deinemHause gesehen? Hiskia sprach: Alles, was inmeinem Hause ist, haben sie gesehen; und istnichts, das ich ihnen nicht hätte gezeiget in meinenSchätzen.

5. Und Jesaia sprach zu Hiskia: Höre dasWort des Herrn Zebaoth.

6 . Siehe, es kommt die Zeit, daß alles, wasin deinem Hause ist, und was deine Väter ge-sammelt haben bis auf diesen Tag, wird genBabel gebracht werden; daß nichts bleiben wird,spricht der Herr.

7. Dazu werden sie deine Kinder, so von dirkommen werden und du zeugen wirft, nehmen,und müssen Kämmerer seyn im Hofe des Königszu Babel.

8 . Und Hiskia sprach zu Jesaia: Das Wortdes Herrn ist gut, das du sagest.- Und sprach:Cs sey nur Friede und Treue, weil ich lebe.