622 Verlangen der Braut nach Christo. Hohelied 1. 2.
Freude der Braut Christi.
Das Hohelied Salomoris.
Das 1. Capitel.
Der Christlichen Kirche Verlangen nach ihrem Bräutigam, Christ»/mit dem ste sich in Liebe versprochen und verbunden.
1. Das Hohelied Salomons.
2. sLr küsse mich mit dem Kuß seines Mundes;
denn deine Liebe ist lieblicher, denn Wein;
3. Daß man deine gute Salbe rieche: deinNähme ist eine ausgeschüttete Salbe, darumlieben dich die Mägde.
Ziehe * mich dir nach, so laufen wir. DerKönig führet mich in seine Kammer.' Wir freuenuns, und sind fröhlich über dir; wir gedenkenan deine Liebe mehr, denn an den Wein. DieFrommen lieben dich. 'J-r. 31 , 3 .
5. Ich bin schwarz, aber gar lieblich, ihr Töch-ter Jerusalems, wie' die Hütten Kedars, wiedie Teppiche Salomons. *Ps. 12 »,
6. Sehet mich nicht an, daß ich so schwarzbin; denn die Sonne hat mich so verbrannt.Meiner Mutter Kinder zürnen mit mir. Manhat mich zur Hütherinn der Weinberge gesetzt ;aber meinen Weinberg, den ich hatte, habe ichnicht behüthet.
7. Sage mir an, du, den meine Seele liebt,wo du weidest, wo du ruhest im Mittage, daßich nicht hin und her gehen müsse bey den Her-den deiner Gesellen.
8. Kennest du dich nicht, * du Schönste unter den
Weibern; so gehe hinaus auf die Fußstapfen derSchüfe, und weide deine Böcke bey den Hir-tenhäusern. *«. §, 9.17.
9. Ich gleiche dich, meine Freundinn, meinemreisigen Zeuge an den Wagen Pharao.
10. Deine Backen stehen lieblich in den Span-gen , und dein Hals in den Ketten.
11. Wir wollen dir goldene Spangen machen,mit silbernen Pöcklein.
12. Da der König sich her wandte,"gab meinNarde seinen Geruch. * Marc. 14,3.
13. Mein Freund ist mir ein Büschel Myrr-hen, das zwischen meinen Brüsten hängt.
1^. Mein Freund ist mir eine Traube Copher,in den Weingärten zu Engeddi.
iZ. Siehe, meine Freundinn, "du bist schön;schön bist du, deine Augen sind wie Taubenaugen.
* c. 2 / 14. c. 4, 7.
16. Siehe, mein Freund, du bist schön undlieblich. Unser Bette grünet.
17. Unserer Häuser Balken sind Cedern, unsereLatten sind Cypressen.
Das 2. Capitel.
Lieb und Leid ist Christo und seiner Braut gemein.
1. ^'ch bin eine Blume zu Saron, und eine^ Rose im Thal.
2. Wie eine Rose unter den Dornen, so istmeine Freundinn unter den Töchtern.
3. Wie ein Apfelbaum unter den wilden Bäu-men , so ist mein Freund unter den Söhnen."Ich sitze unter dem Schatten, deß ick begehre,und seine Frucht ist meiner Kehle süße.
* Ps. 61 / 3. Ps. §1/ 1.
Er führet mich in den Weinkeller, und dieLiebe ist sein Panier über mir.
5. Er erquicket mich mit Blumen, und labetmich mit Aepfeln; denn * ich bin krank vor Liebe.
* c. 3/ 8.
ß. * Seine Linke liegt unter meinem Haupt,und seine Rechte herzet mich. * c. 8 / 3.
7. Ich * beschwöre euch, ihr Töchter Jerusa-lems, bey den Rehen oder bey den Hinden aufdem Felde, daß ihr meine Freundinn nicht auf-wecket, noch reget, bis daß es ihr selbst gefällt.
* c. 3/ 3.
8. Das ist die Stimme meines Freundes.Siehe, er kommt, und hüpfet auf den Bergen,und springet auf den Hügeln.
9. Mein Freund ist gleich * einem Reh, oderjungen Hirsch. Siehe, er steht hinter unsererWand, und steht durch das Fenster, und gucktdurch das Gitter. * c. 8,14.
10. Mein Freund antwortet, und spricht zumir: Stehe auf, meine Freundinn, "meineSchöne, und komm her. * c. i/8. c. 4,1.
11. Denn siehe, der Winter ist vergangen,der Regen ist weg und dahin;
12. Die Blumen sind hervor gekommen imLande, der Lenz ist herbey gekommen, und dieTurteltaube läßt sich hören in unserm Lande;
13. Der Feigenbaum hat * Knoten gewonnen,die Weinstvcke haben Augen gewonnen, undgeben ihren Geruch. Stehe auf, meine Freun-dinn, und komm, meine Schöne, und kommher.
* Matth. 24/ 32.
1^. Meine Taube in den Felslöchern, in denSteinritzen, zeige mir deine Gestalt, laß mich