Delila überredet
Richter 16.
Simson.
257
womit man dich binden möge/ daß man dichzwinge?
7. Simson sprach zu ihr: Wenn man michbimde mit sieben Seilen von frischem Bast /die noch nicht verdorret sind; so würde ichschwach/ und wäre wie ein anderer Mensch.
8. Da brachten der Philister Fürsten zu ihrhinauf sieben Seile von frischem Bast/ die nochnicht verdorret waren; und sie band ihn damit.
y. (Man hielt aber auf ihn bey ihr in derKammer.) Und sie sprach zu ihm: Die Phi-lister über dir/ Simsonr Er aber * zerriß dieSeile/ wie eine flächserne Schnur zerreisset/wenn sie ans Feuer riecht; und ward nicht kund/wo seine Kraft wäre. * c. 15, i§.
10. Da sprach Delila zu Simson: Siehe/du hast mich getäuschet und mir gelogen; nun /so sage mir doch / womit kann man dich binden?
11. Er antwortete ihr: Wenn sie mich bündenmit neuen Stricken / damit nie keine Arbeit ge-schehen ist; so würde ich schwach / und wie einanderer Mensch.
12. Da nahm Delila neue Stricke/ und bandihn damit/ und sprach: Philister über dir/Simson ! (man hielt aber auf ihn in der Kam-mer) und er zerriß sie von seinen Armen/ wieeinen Faden.
13. Delila aber sprach zn ihm: Noch hast dumich getäuschet/ und mir gelogen. Lieber/ sagemir doch/ womit kann man dich binden? Erantwortete ihr: Wenn du sieben Locken meinesHaupts flöchtest mit einem Flechtbande / undheftetest sie mit einem Nagel ein.
i^. Und sie sprach zu ihm: Philister über dir/Simson! Er aber wachte auf von seinem Schlaf/und zog die geflochtenen Locken mit Nagel undFlechtband heraus.
15. Da sprach sie zu ihm: Wie kannst dusagen / du habest mich lieb / so dein Herz dochnicht mit mir ist? Dreymah! hast du mich ge-täuschet/ und mir nicht gesagct/ woriunen deinegroße Kraft sey.
16. Da sie ihn aber'trieb mit ihren Worten
alle Tage/ und zerplagte ihn; ward seine Seelematt / bis an den Tod / * c. ii,
17. Und sagte ihr sein ganzes Herz/ undsprach zu ihr: Es ist nie kein Schermesser aufmein Haupt gekommen / denn ich bin ein Ver-lobter Gottes von Mutterleibs an. Wenn dumich beschörest/ so wiche meine Kraft von mir/daß ich schwach würde und wie alle andereMenschen.
18. Da nun Delila sah/ daß er ihr all seinHerz geoffenbaret hatte; sandte sie hin/ und ließder Philister Fürsten rufen/ und sagen: Kommtnoch einmahl herauf/ denn er hat mir all seiuHerz geoffenbaret. Da kamen der PhilisterFürsten zu ihr herauf, und brachten das Geldmit sich in ihrer Hand.
19. Und sie ließ ihn entschlafen auf ihremSchooß, und riefeinen/ der ihm die sieben Lo-cken seines Haupts abschöre. Und sie fing anihn zu zwingen. Da war seine Kraft von ihmgewichen.
20. Und sie sprach zu ihm: Philister überdir / Simson! Da er nun von seinem Schlaferwachte/ gedachte er: Ich will ausgehen/ wieich mehrmahls gethan habe, ich will mich aus-reissen; und wußte nicht/ daß der Herr von ihmgewichen war.
21. Aber die Philister griffen ihn, und ' stachenihm die Augen aus/ und führeten ihn hinab genGasa, und banden ihn mit zwo ehernen Ketten/und er mußte mahlen im Gefängniß.
* 2 Kön. 25, 7. Jer. 39, 7.
22. Aber das Haar seines Haupts sing wiederan zu wachsen/ wo es bescheren war.
23. Da aber der Philister Fürsten sich versam-
melten/ ihrem Gott * Dagon ein großes Opferzu thun, und sich zu freuen/ sprachen sie: UnserGott hat uns unfern Feind Simson in unsereHände gegeben. *i Sam. 2.
2^. Desselben gleichen / als ihn das Volk sah,lobten sie ihren Gott; denn sie sprachen: UnserGott hat uns unfern Feind in unsere Händegegeben, der unser Land verderbete und unserviele erschlug.
25. Da nun ihr * Herz guter Dinge war,sprachen sie: Lasset Simson hohlen / daß er voruns spiele. Da hohleten sie Simson aus demGefängniß/ und er spielte vor ihnen, und siesteileren ihn zwischen zwo Säulen. * e. 19,6.
26. Simson aber sprach zu dem Knaben, derihn bey der Hand leitete: Laß mich, daß ich dieSäulen taste, auf welchen das Haus stehet,daß ich mich daran lehne.
27. Das Haus aber war voll Männer undWeiber. Es waren auch der Philister Fürstenalle da; und auf dem Dach bey drey tausend,Mann und Weib, die da zufahen, wie Sim-son spiclete.
28. Simson aber rief den Herrn an, undsprach: Herr, Herr, gedenke meiner; und stärke
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