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8 (1870) Schule - Sophisten der römischen Kaiserzeit
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©djulc unb -fmuS.

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anguftrengen, laut, beutlid; uub fräftig gtt antworten. Bn einer großen Schule ift lct;=iereS unpermeiblich unb eS wirb et)cr gu befürdjtcn fein, baß bie ©d)ülcr ins ©djreien,als baß fie inS gliftern oerfaßen. 3Bie ber Seigrer, fo muß and) ber ©djiiler oon aßengehört werben. Einen befonbern ßBertlj aber beim gemcinfamen ltntcrridjt mehrererSllterSclaffcn ^at bie Anleitung gur ©elbftbefdjäftigung, *) Weld)e biejenigen ©djiilererhalten, mit welchen ber Selber jeijt nidjt unmittelbar oerlehrt, ferner ber gegenfeitigeSBetteifer, ber l)ier oon fclbft geWcdt wirb unter ©Icidjeu. Sfm Spdbatunterridjt [teilenbie ©djiiler, wenn ihrer mehrere finb, fid) im Sllter gewohnlid) nidjt gleid); wenn aberaud; cingelne gleid) finb, fo finb eS bod) immer nur Wenige. 2lnberS aber ift eS, wo©ugenbe »on gleichen ©d)ülertt in benfelben ©dwanfen mit einanber taufen. 2ßie an=fpredjenb ift in einer gut geführten ©djute ber Eifer, womit fid) bie ^inber gum 2lnt=Worten oorbrängen. .gcbeS wiß, wenn eS ein Bddjett giebt, guerft gefel;en, jebeS, WenneS reben barf, guerft gehört fein. ©a ift Seben, ^Bewegung, gniereffe unb greubigfeitin ßRomenten, in Wellen ein cingelner ©d)üler im Spdoatunterridjt bießeid)t in einergang inbifferenten ©timmung fid) befinbet. SEie aber im offentlidjen Unterricht ein (Siferbett anbern wedt, fo toerbreitei fid; in ber gangen ©dfülergatß ein lebenbiger SEettftreit,ber aud) lahme unb fl)legmatifd)e ßtaturen in feine wohltätigen SBirfungcn h<wdngiel)t.gn ber weifen, richtig bemeffenen 23enüt;ung biefeS SEßetteiferS einer @djule liegt einfebir rid)tigeS päbagogifdjeS SRittel ber ©d)itle, WeldjeS bent fpaufe unb bem ißrioat=unterricht nur Wenig gu ®cbot ftel)t. Stncrfennung, Seifaß, Sob, Prämien am redjtenDrte unb auf bie red)te SEßeife gefpenbet, t;aben fmo da Weit ergiebigeres gelb, als inber gamilie. gn gleidjer ßBeife wirft cffcntlidjc Erinnerung, Stabet, ©träfe fräftigerunb befdjämenber, Wobei wir natürlich nid)t gemeint finb, ber Sßrirätfeelforge, biePieleS beffer unter bier Slugen abmad)t, ihre Seredjtigung abfpred)cn gu woßen. ©ie 2Bir=fungen eines einbringlid)cn, mit cntfdjiebencr Stüdjtigfcit ertfjeilten effenilidjett ltnterrid)tSOcrmogen manchmal in gugänglidjen ©emüthern aud) fchäblit^en Einftüffen beS £>aufcSbie SEage gu halten; ungegogene, oerWbljnte unb oerborbene Äinber finb fd)on mattdjntalgute ©djiilcr geworben unb haben bon ber ©d;ute auS bitrdj ilw Scifpiel, burd) 2Rit=theilungen auS bem öffentlichen ltnterrid)t unb SScrbreiten guter Siidjer ©egen über fonftberwahrloStc unb herabgefommene gamiliett Berbrcitet. ES giebt Scifpiele, baß burd)Äinbcr oon ber ©d)ute auS in ben Raufern baS Stifd;gcbet unb §auSanbadjtcn 2lufnal)megefunben, baß bem offentlidjen ©ottcSbienft mehr ^lrtereffe unb Stljcilnahme gefd)cnftworben ift. SDhnehin VoirEt bie SDrbnung ber ©d)ule notl)Wcnbig aud) auf bie DrbnungbeS fjaufeS guriid. ©ad fiinb muß gur Beit, eS muff orbentlid) angefteibet, gewafd)en,gereinigt in ber ©djulc erfdjeinett; fo muß alfo baS £>attS barauf Sebad)t nehmen, baSÄinb fo gur ©djute gu fdjiden, bamit cS uidjt getabelt ober beftraft unb fo aud; biegamilie befd)ümt Werbe.

SBcnn nun bie ©d)ule in ben d;riftlid;en ©taaten unferer Beit gu einer für bieEichung beS nad)Wacl)fenben ©efd)ted)teS fo bebcutenbcn Stacht erwad)fen ift, baß baS§artS fie nid)t entbehren Eamt, unb wicberum bie ©djule auf baS f)auS angewiefen ift,bon wcldjem fie it;rc Böglinge erhält, mit Weld)cm fie in ber Sefuttg ihrer 2lufgabc fjanbin fjtanb gehen unb welchem fie biefelben wieber als fein Eigenthum gurüdgeben foß, fofolgt barauS, baß beibc Stheile fid) mit einanber pertragen, £mitS unb ©d;ulc mit einanbergur gorberttng beS gemcinfamen SBerfS einen Suttb cingeheit müßen, in weld)em bie©rengen beiber ©ebiete abgeftedt uub bie Sßflidjten unb Dted;te beiber Stheile Pergeid)netfinb. Stau fann hoch wohl in djriftlidjen ©taaten nidjt gitrüdgrcifcn auf bie Einridj=tungen in ben borifd)cn Staaten beS alten ©ried)cnlanbS, ober auf bie Pott 2lriftoteleSbereits gehörig beleud;tetett Spfjaittaficen SßlatoS, wornadj ber gatttilie ihr ßtedjt auf bieErgiehung ber Äinbcr genommen, bie fiinber balbtnBglidjft ber ©ewalt ber Eltern ent-gegen unb Pon ©taatSwegcn gu Sürgcrn twoangcbilbet Werben. Sei S}3lato ift eS auS;

0 SßcrgX. b. SIrt, Stufgaben I. 6. 286.