Preis dev Liebe. '
1 Korinther 13. 14. Gebrauch der Sprachen. 193
Das 13. Capitel.
Der christlichen Liebe Vortrefflichkeit und Eigenschaften.
(Epistel am Sonntage Qninquageffmä.)
1 .Hierin ich mit Menschen-und mit Engel-zungen redete, und hätte der Liebe nicht;so wäre ich ein tönendes Erz, oder eine klingendeSchelle.
2. Und * wenn ich weissagen könnte, und wüßtealle Geheimnisse, und alle Erkenntniß, und hätteallen Glauben, also, daß ich Berge versetzte,und hätte der Liebe nicht; so wäre ich nichts.
* Matth. 7 , 22.
3. Und wenn ich alle meine Habe * den Armengäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätteder Liebe nicht; so wäre mir es nichts nütze.
* Svr. 25 / 2t. Matth. 6 / 1. Rom. 12/ 8 . 20. 1 Jsh. 3 / 17.
-4. Die Liebe ist * langmüthig und freundlich,die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nichtt Muthwillen, sie blähet sich nicht,
» Spr. 10 / 12. 1 - Ps. 10 / 3 .
L. Sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchetnicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern , sietrachtet nicht nach Schaden,
6. Sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, siefreuet sich aber der Wahrheit,
7. Sie * verträgt alles, sie glaubet Alles, siehoffet Alles, sie duldet Alles.
* Spr. 10/ 12. Rom. 15 / i. i Cor. 9 / 12.
8. Die Liebe höret nimmer auf, so doch dieWeissagungen aufhören werden, und die Sprachenaufhöreu werden, und das Erkenntniß aufhörenwird.
9. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unserWeissagen ist Stückwerk.
10. Wenn aber kommen wird * das Vollkom-mene, so wird das Stückwerk aufhören.
* Eph. 4 / 13 .
11. Da ich ein Kind war, da redete ich wieein Kind, und war klug wie ein Kind, undhatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mannward, that ich ab, was kindisch war.
12. Wir * sehen jetzt durch einen Spiegel ineinem dunkeln Wort; dann aber von Angesichtzu Angesicht. Jetzt erkenne ich es Stückweise;
' dann aber werde ich es erkennen, gleichwie icherkannt bin. *2 Cor. 5,7.
13. Nun aber bleibt * Glaube, Hoffnung, Liebe,
die drey; aber die Liebe ist die Größeste unterihnen.) ' 1 Thess. 1, 3.
Das 14. Capitel.
Vom rechten Gebrauch der Sprachen und der Weissagung.
1. Atrebet nach der Liebe. Fleißiget euch der^ geistlichen Gaben, am meisten aber, daß
ihr weissagen möget.
2. Denn der mit der Zunge redet, der redetnicht den Menschen, sondern Gott; denn ihmhört Niemand zu, im Geist aber redet er dieGeheimnisse.
3. Wer aber weissaget, der redet den Menschenzur Besserung, und zur Ermahnung, und zurTröstung.
-4. Wer mit Zungen redet, der bessert sich selbst;wer aber weissaget, der bessert die Gemeine.
, 5. Ich wollte, * daß ihr Alle mit Zungen redenkönntet; aber vielmehr, daßihr weissagetet. Dennder da weissagt, ist größer, denn der mit Zungenredet; es sey denn, daß er es auch auslege, daßdie Gemeine davon gebessert werde. *4Mos. 11,29.
6. Nun aber, lieben Brüder, wenn ich zueuch käme, und redete mit Zungen, was wäreich euch nütze, so ich nicht mit euch redete, ent-weder durch Offenbarung, oder durch ' Erkennt-niß, oder durch Weissagung, oder durch Lehre?
* c. 12/ 8 .
7. Hält sichs doch auch also in den Dingen,die da lauten, und doch nicht leben, es sey einePfeife, oder eine Harfe: wenn sie nicht unter-schiedliche Stimmen von sich geben, wie kannman wissen, was gepfiffen oder geharfet ist?
8. Und so die Posaune einen undeutlichen Tongibt, wer will sich zum Streit rüsten?
9. Also auch ihr, wenn ihr mit Zungen redet,so ihr nicht eine deutliche Rede gebet, wie kannman wissen, was geredet ist? Denn ihr werdetin den Wind reden.
10. Zwar es ist mancherley Art der Stimmenin der Wett, und derselben ist doch keine un-deutlich.
11. So ich nun nicht weiß der Stimme Deu-tung; werde ich undeutsch seyn dem, der da redet,und der da redet, wird mir undeutsch seyn.
12. Also auch ihr, sintemahl ihr euch * fleißiget
der geistlichen Gaben; trachtet darnach, daß ihrdie Gemeine bessert, auf daß ihr Alles reichlichhabet. * v. 1.
13. Darum, wer mit der Zunge redet, derbethe also, daß er es auch auslege.
1^. So ich aber mit der Zunge bethe, sobethet mein Geist; aber mein Sinn bringet Nie-mand Frucht.
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