486 Bestrafung d. Hurerey u. d. Prozesse. 1 Korinther 6. 7.
Warnung vor Hurerey.
Das 6. Capitel.
Straft des unbefugten gerichtlichen Zankcns / und der Hurerey.
i. IAie darf Jemand unter euch/ fo er einen
Handel hat mit einem Andern / hadernvor den Ungerechten / und nicht vor den Heiligen?
2. Wisset ihr nicht, daß die Heiligen die Weltrichten werden? So denn nun die Welt sollvon euch gerichtet werden; seyd ihr denn nichtgut genug / geringere Sachen zu richten?
3. Wisset ihr nicht/ daß wir über die Engelrichten werden? Wie vielmehr über die zeitlichenGüter?
Ihr aber/ wenn ihr über zeitlichen GüternSachen habt; so nehmet ihr die / so bey der Ge-meine verachtet sind / und setzet sie zu Richtern,s. Euch zur Schande muß ich das sagen. Istso gar kein Weiser unter euch? Oder doch nichtEiner, der da könnte richten zwischen Bruderund Bruder?
6. Sondern ein Bruder mit dem andern hadert/dazu vor den Ungläubigen.
7. Es ist schon ein Fehler unter euch / daß ihrmit einander rechtet. * Warum laßt ihr euchnicht viel lieber Unrecht thun? Warum laßtihr euch nicht viel lieber vervortheilen?
* Epr. 20/ 22 . Matt!,. 3/ 39. Luc. 6/ 29. Rom. 12/ IS.i Theff. 3/ 13. i Pet. 3/ 9.
8. Sondern ihr thut Unrecht/ und vervorthei-let/ und solches an den Brüdern.
9. Wisset ihr nicht, daß die Ungerechten wer-den das Reich Gottes nicht ererben? Laßt euchnicht verführen: * weder die Hurer / noch dieAbgöttischen/ noch die Ehebrecher/ noch dieWeichlinge/ noch die Knabenschänder/
* Gal. 3/ 19. 20. 21 .
10. Noch die Diebe/ noch die GeitzigeN/ nochdie Trunkenbolde/ noch die Lästerer/ noch dieRäuber/ werden das Reich Gottes ererben.
ii. Und solche'sind euer etliche gewesen: aberihr seyd t abgewaschen / ihr seyd geheiliget / ihrseyd gerecht geworden durch den Nahmen desHerrn Jesu / und durch den Geist unsers Gottes.
' Tit. 3/ 3. -j- Ebr. 9/ i4.
12. Ich * habe es alles Macht/ es frommetaber nicht alles. Ich habe es alles Macht/ essoll mich aber nichts gefangen nehmen.
* k. 10/ 23.
13. Die * Speise dem Bauch/ und der Bauchder Speise; aber Gott wird diesen und jenehinrichten. Der-t Leib aber nicht der Hurerey/sondern dem Herrn/ und der Herr dem Leibe.
* Matth. 13/ 17. -f i Theff. 4/ 3.
i^. Gott aber 'hat den Herrn auferwecket/und wird uns auch auferwecken durch seine Kraft.
* Gescb. 3, 13.
15. Wisset ihr nicht / daß * eure Leiber Christi
Glieder sind? Sollte ich nun die Glieder Christinehmen / und Hurenglieder daraus machen ? Dassey ferne! * EB. 4/12.13.
16. Oder wisset ihr nicht/ daß/ wer an derHure hanget/ der ist ein'Leib mit ihr? Dennsie werden (spricht er) zwey in einem Fleisch
seytt. * Matth. 19/3.
17. Wer aber dem Herrn ' anhanget / der istein Geist mit ihm. * J»h. 17/21.22. E„h. 3,30.
18. Fliehet ' die Hurerey. Alle Sünden/ dieder Mensch thut/ sind außer seinem Leibe: weraber huret / der sündiget an seinem eigenen Leibe.
* c. 10 / s.
19. Oder wisset ihr nicht/ daß'euer Leib ein
Tempel des heiligen Geistes ist / der in euch ist /welchen ihr habt von Gott/ und seyd nicht euerselbst? ' c- 3,16.
20. Denn ' ihr seyd theuer erkauft. Darumso t preiset Gott an euerm Leibe und in euermGeiste/ welche sind Gottes.
* c. 7/ 23. 1 Pet. 1/ 18 . 19. -j- Phil. 1/ 20.
Das 7. Capitel.
Bescheid auf manchcrley Fragen vom ehelichen, ledigen / undWitwenstandc.
1. HsZon dem ihr aber mir geschrieben habt/^ antworte ich: Es ist dem Menschen gut/
daß er kein Weib berühre.
2. Aber um der Hurerey willen habe ein Jeg-licher sein eigmes Weib / und eine Jegliche habeihren eigenen Mann.
3. ' Der Mann leiste dem Weibe die schuldige
Freundschaft/ desselbigen gleichen das Weib demManne. ' i P"- 3/ 7.
Das Weib ist ihres Leibes nicht mächtig/sondern der Mann. Desselbigen gleichen derMann ist seines Leibes nicht mächtig / sonderndas Weib.
s. Entziehe sich nicht Eins dem Andern / essey denn aus beyder Bewilligung eine Zeitlang/daß ihr zum Fasten und Bethen Muße habt;und kommt wiederum zusammen/ auf daß euchder Satan nicht versuche/ um eurer Unkeusch-heit willen.
6. Solches sage ich aber aus Vergunst/ undnicht aus Geboth.
7. Ich wollte aber lieber / alle' Menschen wärenwie ich bin; aber ein Jeglicher hat seine eigeneGabe von Gott/ Einer sonst/ der Andere so.
- «Irsch. 26 / 29.