Französische Sprache.
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(Dieser Satz findet nur eine Ausnahme in den obersten beiden Classen, wo auch eineTextsammlnng zu einer mit den Hauptepochen und Hanptschriftstellern (!) sich beschäf-tigenden Literaturgeschichte vielleicht gestattet werden dürfte.)
2) Die prosaische Lectüre muß die Hauptmasse der Lesestoffe bilden. Es ist alsoausschließliches oder überwiegendes Lesen von poetischen oder dramatischen Stoffen inmehr als einem Semester hintereinander zu verwerfen.
3) Die Lectüre muß Gelegenheit geben, die verschiedenen Stilarten und das damitverbundene onomatische Material, so vollständig als es ans Schulen nöthig ist, kennenzu lernen.
4) Das Princip der Snccession verlangt, daß zuerst Historisches, dann Beschrei-bendes und Didaktisches, zuletzt Dramatisches und Poetisches gelesen werde.
5) Das Princip der Snccession verlangt ferner, daß man zuerst die leichtere Prosades 17. und 18. Jahrhunderts, dann die des 19. stndire.
6) Die Lectüre muß auf das Lanv, den Nationalcharakter und die Geschichte derFranzosen Rücksicht nehmen (was ohne Beeinträchtigung ihrer praktischen Zwecke ge-schehen kann).
7) Die modernen französischen Geschichtschreiber und Romanciers eignen sich nurin Auszügen für die Jugend.
8) Bei der Lectüre treten literarische Zwecke erst in den beiden obersten Classen,jedoch niemals als Hauptsache, hinzu. Die Wahl muß hier die modernen Dichternur in beschränktem Maße und vorzugsweise das ältere classtsche Drama treffen. (Dieneue Unterrichts- und Prüfungsordnung der preuß. Realschulen verlangt ausdrücklichvon dem Abiturienten, Fertigkeit im Uebersetzen ansgewählter Stellen ans prosaischenund poetischen Werken der elastischen Periode.)
9) Canon für die classischfranzösische Lectüre: Oornsillo, 1s dick, Horaoo, 1?c>-h'snote, Oiuna; idaoins: Jllmlio, IpIiiAsuio, Ilritannions, Jlitllriäato (I'Iiöcirs?nach einigen Pädagogen wegen der ethischen Grundlage); Jlolisrs: 1'rdvais, Io öli-santlrrops; für Privatlectüre: Oornsillo, Io ölontonr; llaoino, los Ulaickonrs; 1Uo-lisrs, ls Uartulko, Iss Uomnaos savantos, 1v LonrAsois Aentillromms, Io 21a1acks ima-Ainairo; IlsAnarcl, Io lloaonr; Uiron, 1a Jlstromanio. Es sei noch bemerkt, daßsich zu gleichzeitiger Lectüre 1s Imtrin und einige Latzmss und Upltros von Boilcaueignen; wie man bei dem jetzigen Standpuncte der Kritik und der Kenntnisse der altfranz.Literatur noch dessen ^.rt xosticjms mit den alten Commentaren lesen kann, ist ein Näthsel.
10) In den beiden obern Classen tritt als sprachlicher Zweck der Lectüre dieKenntnisnahme des modernen Französisch in den Vordergrund. (Es sind dabei dieGrundsätze 2) und 3) oben zu berücksichtigen.)
11) Die Beziehungen der modernen franz. Schriftsteller zu den Zeitleidenschastenund zu der Zeitgeschichte mäßen überall bei der Wahl von Stoffen ans ihren Werkenein entscheidendes ethisch-pädagogisches Kriterium liefern.
12) Lesestoffe, die ohne Gehalt und Charakter bloS zu stilistischen Hebungen dienenkönnen, sollen nicht gewählt werden: Inhalt und Sprache müssen gleich vortreff-lich und mustergültig sein. (Einige Pädagogen verlangen zuweilen ein AuSnahmcbei-spiel, „damit die Schüler sich daran ärgern.")
13) Echt Nationales, wenn es auch schroff und in acl lass znrechtgclegten That-sachen ausgesprochen ist, kann zugelassen werden, weil fremde scharf ausgeprägte vater-ländische Gesinnung als Beispiel anregend ans die Jugend wirkt und der Lehrer zudem Thatsächlichen die Correctnren geben kann; dagegen soll alles fern gehaltenwerden, was antinationale Sympathien erregen und durch die Form und Darstellung soauf deutsche Leser wirken kann, wie es auf französische wirken soll. ^)
lieber diesen höchst wichtigen Pnnct vgl. Mager: die genetische Methode :c. S. 186 ff.Es werden hierin in neuester Zeit, durch die herrschende Wnth des Bücherschreibens veranlaßt,