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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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946
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Französische Sprache.

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sich für die Grammatik, auch entsteht so ein Certiren mit den besten Folgen." Da dieLectüre außerdem zu Worterklärnngen, Sprechübungen, Uebersetzungen benützt wird,so hat ein überlegender Pädagog des alten Natichs goldene Regel:Nicht mehrdenn einerlei auf einmal" zu beachten; also die Lesestücke exclusive bald zn diesembald zn jenem Exercitinm zu verwenden. Die cursorische Lectüre, wenn man eine solchezulassen will, macht davon eine Ausnahme, weil es hier bloß auf die rasche Ueberwindungeinzelner Textesschwierigkeiten ankommt und von jenen Hebungen nur bei anregenden,frappanten Bespielen Gebrauch gemacht werden soll.

st) Cursorische und statarische Lectüre. Die cursorische Lectüre in dereben bezeichnten Weise aufgefaßt, eignet sich in beschränktem Maße nur für die beidenobersten Classen, wo sic zur Aneignung von literarischen Kenntnissen, jedoch vorzugs-weise privatim, angewendet werden kann; für die übrigen Classen schließt unsere Lehr-methode dieselbe aus, da sie überall die Lesestoffe zu den verschiedensten Sprachübungenzn benützen sucht. Scharfblickende Schulmänner haben schon längst in ihrer zn frühzeitigenAnwendung einen pädagogischen Fehler erkannt. In der That, wozu soll das Schnell-und Viellescn dienen?Um unfehlbar eine Fertigkeit im Verstehen zu erzielen," sagtNiemeyer. Genau besehen, liegt hierin nur die Erfahrung, daß sich durch das unauf-hörliche Wiederkehren die Wörter und Constrnctionen dein Gedächtnisse allmählich ein-prägen. Gewinnt man aber dasselbe Resultat nicht viel sicherer, consequenter und in-tensiver, wenn der Schüler von einem beschränkten Lesestoffe jedesmal das onomatischeMaterial vollständig in sein Gedächtnis aufnimmt und bei den mündlichen Uebungendas Verständnis der Constrnctionen durch Selbstbethätigung erlangt? Das gewöhnlichecursorische Lesen ist überhaupt ein Arbeiten auf's Gerathewohl hin, eine Lähmung desgründlichen Sprachunterrichts, eine Vorschule für Leihbibliotheken, eine Zuflucht fürDilettanten.Die übereilte und übereilende Lectüre," sagt v. Raumer (III. 110)," ver-führt die Schüler zur Oberflächlichkeit, zum Errathen des Sinnes, ja zum Ueberspringendes Schwierigen, woraus sich in spätem Jahren eine ohnmächtige, tantalische Genuß-sucht entwickelt." Die Realschule muß diese ihr so nahe liegende Gefahr vor allem ver-meiden; sie mag die lateinischen Schriftsteller cursorisch lesen und über deren Inhaltdie sprachliche Seite hintansctzen; bei der franz. Literatur, vor allem Lei der modernen,muß das umgekehrte Verfahren Untreren; so lange dieses Grundgesetz nicht allgemeinanerkannt und durchgcdrungen ist, wird der franz. Unterricht ein Verderbnis fürgediegene Geistesbildung, ein Vehikel aller schlimmen französischen Einflüsse sein.

Die franz. Lectüre soll also in den meisten Classen statarisch sein: jeder Lesestoffsoll grammatisch vollständig verstanden und zu praktischen Sprachübungen ausgebeuterwerden; doch ist dabei die alte Capitalregel Sturmö zn beachten: ita Lominoranckuiu,nt nilaU nisi neoessartnw. exorovatnr! Dieses schließt nicht aus, daß zuweilen ein Stückbloß des Uebersetzens wegen gelesen werden kann; nur muß die Uebersetzung jedesmalecht deutsch, gut stilisirt, ein Gewinn für den deutschen Unterricht sein. StatarischesLesen mit vollständiger Interpretation, mit Wort- und Texteskritik ist nur auf derobersten Stufe an der Stelle; Andeutungen darüber sind schon früher gegeben worden.

x) Grundsätze für die Wahl der franz. Lectüre. Es kann hier wederdie franz. Schnllectüre in Deutschland, jenes vielköpfige monstrum borrsnäum InAsns,einer Kritik unterzogen werden, noch auch daS Detail der verschiedenartigen Unter-suchungen, welche zur Aufstellung der folgenden Grundsätze geführt haben, Platz finden;beides würde ein specielles Werk verlangen. Ohnehin wird der Leser, welcher dieFäden der bisherigen Auseinandersetzungen zusammengehalten hat, mehrere nothwendigeConscguenzeu derselben für die Wahl der Lesestoffe auch ohne weitere Fingerzeige er-kennen und mit den gegebenen Handhaben eine Kritik der vorhandenen Lectüre selbstanstellen können.

1) Die französische Schnllectüre hat die Kenntnis der Sprache, nicht die derliterarischen Ideen zu vermitteln; sie muß also sprachlichen Zwecken angepaßt werden.