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2 (1860) Director - Globus
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Französische Sprache.

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weit über die Sphäre der Schule hinausgehe." Weber und Burguh haben deshalbsehr brauchbare Saminlungeu von Aufgaben zusaminengestellt, die aus srauz. Textenübersetzt sind. Dieser Grundsatz ist für Gymnasien wegen des geringen Umfangesdes franz. Unterrichts unbedingt anzunehmen, für Realschulen dürfte jedoch eine Be-schränkung desselben cintreten. Denn wird (in der S. 937 ff. angegebenen Weise) hinläng-lich Synonymik getrieben, wird bei dem Uebersetzcn der franz. Lesestücke auf echtdentschenAusdruck, auf deutsch gedachte und geformte, nicht dem Französischen angcpaßte Sätzegehalten, läßt der Lehrer die jetzt so häufigen, kurzen, springenden Sätze der franz.Prosaiker, wo es sich eignet, zu vollen knnstgemäßen deutschen Perioden, die Ver-zweiflung der franz. Uebersetzer, zusammenziehen, so muß es wenigstens in der ober-sten Classe kein allzuschroffer Uebergang sein, wenn die Schüler ihre gewonnenen Kräfte,ihre Einsicht in das Verhältnis des beiderseitigen Sprachgeistes an einem classischendeutschen Texte einmal erproben.-^ Uns der Hähern Lehrstufe treten auch freie schrift-liche Arbeiten hinzu. Bia» wähle dazu Briefe, Erzählungen, historische Thatsachcn,kleine historische Reden und Beschreibungen, letztere seltener; niemals abstracte didaktischeErörterungen. Jeder Stoff muß dem Schüler aus dem französischen oder aus demübrigen Schulunterrichte bekannt, jedenfalls aber leicht zugänglich sein. Hierzu kommennoch Extemporalien über grammatische Regeln und schriftliche Nacherzählungen vorgele-sencr oder vorgetragener Stücke. An einigen Anstalten haben die Schüler über die ein-gelieferten freien Arbeiten jedesmal auch mündlich freien Vortrag zu halten.

3) Die Lcctüre. «) Beziehungen zur Grammatik. Soll in dem franz.Unterricht ein gedeihlicher Organismus an die Stelle eines geistoerflachenden Mecha-nismus treten, so müßen alle einzelne Factoren desselben in einer innigen Wechsel-wirkung zu einander stehen: eine Lectüre, die bloß Kenntnisnahme der Schriftsteller undder literarischen Ideen bezweckt, ein grammatischer Unterricht, der bloß auf die Bei-spiele des Lehrbuches sich stützt, eine mündliche Uebung der Sprache, die bloß ansPhraseologie besteht, ohne sich an die Lectüre anzuschließen, find eben so viele Extreme,welche das Resultat des ganzen Unterrichts in Frage stellen. Die Lectüre soll dasTriebrad sein, welches mit einem alles umschlingenden Bande den ganzen Unterrichts-organismus in Bewegung hält. Für die Verbindung der Grammatik und Lectürestellt Scheibert das Princip auf:Beobachten, die Beobachtung zur festen Vorstellungerheben, sie wieder im Lesestoff aufsnchen und erkennen lassen und sie damit schon zumeigenen Thun verwenden. Jedes neue, auch das kleinste Sprachgesetz werde der Spracheabbeobachtet, und nicht aus einem Beispiele eine Regel gemacht, sondern dis Regelsei das Ergebnis vieler Beispiele; die feste Ueberzeugung werde durch solches Unter-richten gegeben, daß jede Sprachregel eben eine Regel sei, die man ans der Sprachegenominen habe." Es muß jedoch bemerkt werden, daß dieses Gesetz kein ausnahms-loses ist. Die SelLstthätigkcit, das Selbstbeobachten ist ja der Hauptzweck, und dieserwird ebenfalls erreicht, wenn man zuweilen die Schüler zu den Angaben der Gram-matik z. B. über die Conjunctionen, Präpositionen und drgl. als häusliche Arbeit Bei-spiele im Lesebuch suchen läßt, aus welchen sie den grammatischen Gebrauch in derClasse genau zu rechtfertigen haben. Mager (a. a. O. 414) sagt hierüber:Indem derSchüler bei jedem Satze, den er darauf ansieht, ob er ein Beispiel zu der eben in Redestehenden Regel sei, die Regel selbst wieder überdenken muß, prägt er sich dieselbe festerein, als es durch bloßes wiederholtes Uebcrlescn geschehen könnte; dadurch daß dieSchüler gleichsam Mitarbeiter an der Grammatik ihrer Classe werden, interessiren sie

Es durfte wohl ans naheliegenden Gründen zu empfehlen sein, dazu zuweilen prosaischeStücke des deutschen Lesebuches der Classe zn nehmen. Gegen die Wahl von deutschen drama-tischen StückenLessings: Minna von Barnhelm, Schillers: der Nesse als Onkel n. a."läßt sich nichts eiuwenden.

Pädag. Encyklvpadie. II. 60