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2 (1860) Director - Globus
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Französische Sprache.

zu machen und so allen spätern Erfolg der mündliche Fertigkeit bezweckenden Uebnngenzu vereiteln. Was man dieser Methode Uebles nachgesagt hat, stammt alles ans einerQuelle: aus der einseitigen Anwendung und Auffassung derselben. Die mündlicheHandhabung der Sprache ist nur ein Theil des franz. Unterrichts;sieht man darin dessen einzigen Zweck und richtet ausschließlich dieMethode darnach ein (es geschieht leider nicht selten), so wirkt letztereverflachend ans den Geist ein, da statt scharfer Begriffe und genauerAuffassung der Wörter nur Redewendungen und äußerlich verarbei-tetes onomatisches Material in das Gedächtnis ausgenommen werden.ES ist aber andrerseits, abgesehen von dem anerkannten Jrrthum einer später im Lebenleichten Erwerbung der Sprechfertigkeit, ein ebenso nachtheiligcs Extrem, die Erzielungderselben bei einer modernen Sprache gänzlich anSzuschließen. Die Lectüre und diewissenschaftliche Betreibung der Grammatik und Onomatik mit ihrer alle Geisteskräfteanspannenden Gymnastik bilden hier die Vermittelung und liefern in den obern Classenein vollkommen ausreichendes Correctiv gegen die etwa zn befürchtende Geistesverflachnng;es ist schon früher nachgewiesen worden, daß in den untern und Mittlern Classen derlat. Unterricht diese Nolle zu übernehmen hat.

Der enge innere Zusammenhang der Methode erfordert eine ununterbrochene Durch-führung von unten auf; wo die elementaren Vorbedingungen oder die Glieder der mittlerenReihe fehlen, wird man sie in den obern Classen nur mit Mühe und geringeremErfolge anwenden können. Es mag dieses auch der Grund sein, weshalb an so vielenSchulen darin nur wenig erreicht wird.Fertigkeit im mündlichen oder auch nur im schrift-lichen Gebrauche wird auch in Realschulen erfahrungsmäßig nicht gewonnen, weil esnicht möglich ist in mitten deutscher Umgebungen. Was in Schulen hierin erreicht werdenkann, ist leichtes und sicheres Verstehen des in der fremden Sprache Geschriebenen, eineleidliche Aussprache und ein guter Anfang in correctem schriftlichem Ausdruck," sagteine Auctorität in diesen Dingen (Landfermann, in dem bekannten AnssatzeZur Revi-sion des Lehrplanes" re. Mützell 1857). Sollte eine consequente Anwendung der ange-gebenen Methode nicht mehr erzielen können?

2) Die schriftlichen Uebnngen. Untere Stufe. OrthographischeExcrcitien an der Tafel, ebenso Compositionen d. h. kleine Sätze zum Uebersetzen in derClasse; werden beide häufig genug gemacht, so sind bei dem fortwährenden mündlichenExtemporiren in der Classe schriftliche häusliche Arbeiten auch an großen: Anstalten nichtnöthig. Uxpsnsntia ckoovbit.

Mittlere Stufe. Wöchentliche Pensa zur Fixirung derAuswahl von gram-matischen Regeln, welche zur Verarbeitung der Formenlehre dienen; letztere wird vor-zugsweise mündlich eingeübt. Die orthographischen Uebnngen bestehen aus Dictaten;man dictirt den Schülern eine Reihe franz. Sätze orer ein kleines franz. Stück mit be-kannten Wörtern in das Heft oder als Composition ans ein Blatt. Die Uebnngen ander Tafel werden fortgesetzt.

Höhere Stufe. Wenn ans den vorhergegangenen propädeutischen Stufen dieSchüler das franz. Sprachmaterial praktisch bewältigt und im lateinischen Unterrichtihren Sprachsinn geübt und für wissenschaftlichen Unterricht empfänglich gemacht haben,tritt der Zeitpnnct ein, wo sie neben den fortzusetzcnden praktischen Uebnngen zu einergründlichen wissenschaftlichen Erfassung des franz. Wortes, der franz. Syntax herange-zogen werden sollen. Die schriftlichen Pensa haben sich hier nicht bloß systematisch andie Grammatik anznschließen, sondern auch die gebräuchlichsten Wörter, welche den Schü-lern die meisten lexikalischen und synonymischen Schwierigkeiten machen, in systematischerAuswahl zur.Anwendung zu bringen; dabei ist die mündliche Correctur ein wesentlichesMoment des Unterrichts. In Betreff des deutschen Textes der franz. Pensa habenneuerdings Fachmänner daraus aufmerksam gemacht:daß die Uebertragung von deut-schen Stücken, wie etwa die deutschen Lesebücher oder die Classiker solche bieten,