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2 (1860) Director - Globus
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Französische Sprache.

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sachen. 3) Declamationsübungen. 4) Memoriren größerer Stücke in der Classe; dazuwerden nach alter Praxis die Anfangswörter der einzelnen Sätze (oder Verse) an dieTafel geschrieben. 5) Retroversionen, wie früher. Die Stücke sind etwas größer undschwieriger: man kann statt der erzählenden auch einige beschreibende und zuletzt auchdramatische nehmen. 6) Das Vorlesen von zusammenhängenden Stücken historischenStiles wird wie früher fortgesetzt; doch kann der Lehrer füglich (im letzten Jahre) zueinem freien franz. Vortrage über einen Abschnitt aus der Geschichte übergehen, dessenUmfang und Inhalt jedoch dem Angeführten Geschichtsbuche entsprechen muß. lieberdas Vorgetragene wird jedesmal in der Stunde französisch examinirt und von Zeit zuZeit allgemeine Repetition abgehaltcn. 7) Die grammatischen Erörterungen können zu-weilen in franz. Sprache geschehen, um den Besitz der Terminologie zu constatiren. Alleschwierigem Puncte der Grammatik und Synonymik müßen deutsch besprochen werden,weil sonst eine scharfe Auffassung und Analyse der grammatischen Thatsachen unmöglichist.^) Zweite Hälfte: Mit der oben bezeichneten Ausnahme findet der größte Theildes Unterrichts in franz. Sprache statt. Die Uebnngen der vorherigen zwei Jahre wer-den fortgesetzt und einige (1. 2. 6.) qualitativ gesteigert: ans der Synonymik verhandeltman allmählich die gebräuchlichsten der schwierigem Abstracta, bei der Lectüre wirdfranzösisch erklärt und interpretirt, dabei ergreift der Lehrer die Gelegenheit, durch Fragenüber verschiedene Zweige der Schulwissenschasten die Ausdehnung des lexikalischen Wissenszu controliren; es tritt ferner an die Stelle deS VorlesenS oder des Vortrages zusam-hängender von den Schülern zu reprodncirender Stücke (vgl. oben 6) von Zeit zu Zeitein freier Vortrag von Seiten der Schüler über leichtere historische Stoffe, auf welchesie sich anfangs zu Hanse vorzubcreiten haben, später (im letzten Schuljahre, frühergeht es zu unbeholfen und raubt zu viel Zeit) müßen sie sich auch ex tompors überbekannte leichtere Themata anssprechen können. Um die Selbstthätigkeit der Schüleranzuregen, müßen sie auch zuweilen die franz. Interpretation und Exposition von Ge-dichten übernehmen; es können dazu sowohl französische als deutsche Gedichte, namentlichBalladen dienen.^)

Dieses sind die Grundzüge einer Methode, die an Schulen, wo das Französischedie jedem Unterrichte in fremden Sprachen gebührende Stundenzahl hat, zuwege bringt,daß die Schüler die Sprache ans eine naturgemäße und verhältnismäßig leichteWeise erlernen, welche sie von einem großen Theile des Stubenhockens befreit, sie zureger Selbstthätigkeit in der Classe anregt und ihnen eine Fertigkeit mitgiebt, die sieim Leben unmittelbar verwenden können. Die franz. Sprache ist lebendiges Wort, keintodtes, in Schriftdenkmalen niedergelegtes wie das Lateinische; der Unterricht mußdasselbe auch als ein lebendiges, gesprochenes und zu sprechendes behandeln. Es ist ab-surd, von vorne herein schon von der franz. Aussprachegeistbildende Elemente" zuverlangen, deshalb die zur Aneignung derselben auf der ersten Stufe nöthige Methodezu verwerfen, die mündliche Geläufigkeit in den Formen, in der Satzbildung unmöglich

lieber die Frage, ob französisch geschriebene Grammatiken zu gebrauchen seien, s. PLdag.Revue VI. 1843. Mager nennt diese Methodeeine unverständige, die man je nach der Stim-mung beweinen ober belachen müßte", und erinnert an die mittelalterlichen Thierqnälereien un-serer Jugend mit ihrem lateinischen Donatus. Man kann sich Borel's Grammatik, besonders inihren Uebungsanfgaben vortrefflich, schon gefallen lassen; aber Gott behüte unsere Schulen vorden andern.

b") Man giebt z. B. den Schülern ans, die Bürgschaft von Schiller genau dnrchznlesenund sich die Haupttheilc des Inhaltes für den franz. Vortrag zu merken. Man erhält als Stoffefür dis Sprechübung: die Scene im Palast, Moros vor dem Tyrannen die Reise zur Schwe-ster das llngewitter und die Zerstörung der Brücke der Neberfall der Räuber n. s. w.Für stilistische Hebungen, die man hie und da auch schriftlich machen läßt, hat man hier zugleichein treffliches Material: Erzählung und Beschreibung, resnmircnde Darstellung oder detaillirteAuseinandersetzung.