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Französische Sprache.
Sätzen über, welche auf dieselbe Art memorirt werden und wobei man besonders aufgeläufige echtfranzösische Modulation zu achten hat. Eine Veruachläßignug der letztemUednng rächt sich später immer durch das holperige, unbeholfene Lesen der Schüler.Die Sätze werden theils aus dem Buche 2 °) genommen, theils, und das muß schon imzweiten Semester eine Hauptübung zur Erlernung der Formenlehre sein, von dem Lehrerfrei gebildet, von den Schülern übersetzt, wiederholt und memorirt. Diese ersten An-fänge der Sprechübung müßen frühzeitig gesteigert werden durch Stellung von franz.Fragen, ans welche man unmittelbare franz. Antworten verlangt. ES ist daher auchnothwendig, mit dem Zeitwort recht frühzeitig zu beginnen. Für die Stoffe der Sätzegilt das didaktische Princip: „Wenn auch vom ersten Tage an ganze Sätze zu gebensind, so darf doch nichts darin Vorkommen, was vorläufig unverstanden gelernt werdenmüßte." Um die Orthographie zu fixiren, ist es nicht nöthig, das Buch in jederStunde zur Hand zu nehmen; zu schriftlichen Uebungen diene die Tafel und zuweilenein kleines Dictat. Im zweiten Jahre mäßen auch kleinere zusammenhängende Stückememorirt werden.
Mittlere Lehrstufe (2 Jahre). — Die Aufgabe dieser Stufe ist Erweiterungder Wortkenntnisse und vollständige Aneignung der Formenlehre; von der Syntax wirdnur soviel dazu genommen, als nöthig ist um von den Wörtern und Formen eine hin-reichende Anschauung im Satze zu gewinnen. Die Schüler bringen schon genug Kennt-nis der Aussprache mit, um auch häusliches Mcmoriren der Wörter zu gestatten; alleübrigen Satz- und Memorirübungen geschehen in der Classs; es muß dabei der Augel-puuct des Französischsprechens, die Stellung der Pronomina und Negationen beim Verbumganz speciell berücksichtigt werden. — Das hier eintretende Lesebuch wird zu folgenden Uebun-gen benutzt: 1) die einzelnen Sätze verwandelt man in Fragen und Antworten. 2) Klei-nere Stücke werden in der Classe memorirt. Man hüte sich jedoch vor den einfältigenAnekdoten, die in manchen Lesebüchern figuriren. 3) Passende Stücke (historische) wer-den zu Hause schriftlich übersetzt uud in der Classe mündlich retrovertirt. Es ist dabeinach den Erfahrungen alter Praktiker^) für die Schüler höchst anregend, wenn bei ge-schloffenen Büchern und Heften einer der Schüler die einzelnen Sätze deutsch vorliestund ein anderer sie französisch übersetzt. 4) Selbstverständlich werden die Stücke nebenden mündlichen Uebersetzungen auch zu Leseübungen benutzt; dafür gilt jedoch auf dieserStufe dnrchgehends der Grundsatz: „Jeder Satz, jedes Stück muß zuerst von dem Lehrervorgelesen werden, ehe der Schüler au die Reihe kommt." Nur so ist in der Ausspracheein sicheres Resultat zu erhalten. — Im zweiten Jahre (an preuß. Realschulen in derTertia) tritt zu diesen Uebungen noch eine andere: der Lehrer wählt ein nicht im Lese-buch stehendes kleineres Stück (eine kleine Erzählung, eine einzelne historische Thatsache),läßt die etwa unbekannten Wörter memoriren und liest dann das ganze Stück vor, wo-rauf die Schüler den Inhalt deutsch und französisch wiederholen, lieber das Anregendedieser Uebung stimmen alle Fachmänner überein.
Höhere Stufe (4 Jahre). Erste Hälfte: Die Uebungen der vorhergegangenenStufe steigern sich nach der Qualität. 1) Bei der Erweiterung der Wortkenntnis trittdie Synonymik hinzu. 2) Bei der Lectüre erweitert sich die Fragestellung von der Um-formung einzelner Sätze zu Inhaltsangaben oder zu Nacherzählungen von kleinern That-
2 °) Von der unendlichen Menge inhaltsloser geisitödtendcr Sätze zu geschweige», kommenbei der Wahl derselben in mehreren franz. Elcmentarbüchern die abenteuerlichsten pädagogischenMisgrifse vor; so enthält Magers Sprachbuch eine Reihe von Hegelscheu Sätzen, das Elemen-tarbuch von Michaelis, gewiss ohne Absicht? pantheistische. Der Inhalt der Sätze muß wenigstensbei der Mehrzahl aus dem Schulkreise genommen oder auch sonst iustructiv sein ls- Wageler, lieberdie Auswahl des Uebuugsstoffes in den fr. Elementarbüchern. Herrigs Archiv. 18S4. II). Esist schon früher darauf hingewieseu worden, daß allmählich eine Anzahl von Wörterfamilien inSätzen verarbeitet werden müßte.
2 ") s. Bonn, Grundziige einer allgemeinen Methode :c. Aachen 18S3.