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2 (1860) Director - Globus
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Französische Sprache.

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Die deutsche Sprache ist außerordentlich reich, allein sie hat eine große Anzahl vonWörtern, Complexe einer Menge von Begriffen, die aus Bequemlichkeit oder Nachlässig-keit jeden Augenblick angewendet werden, wo das vorhandene specielle Wort oder einCompositum zu genauerer Bezeichnung an der Stelle gewesen wäre. Der Schüler hatz. B. das vieldeutige WortBewegung" zu übersetzen, dafür findet er in seinemdeutsch-franz.-Wörterbücher monvomsnk, oxorcnos, aZitation, xalxitation, gsstos, Fosti-oulation oto. Da die meisten dieser Wörterbücher den Fehler haben, die Wörter nichtsynonymisch zu behandeln, so ist er rathlos, die paar Beispielsätze helfen ibm selten;er wählt also das erste beste Wort, oder quält sich vergebens ab, daS rechte ohne Kriteriumdafür zu finden. Es ist also für die Uebersetzung aus dem Deutschen und für denfranz. Aufsatz unumgänglich nöthig, daß wenigstens die gebräuchlichsten franz. Wörtermit den entsprechenden deutschen synonymisch verglichen werden. Gerade die franz. Sy-nonymik gewährt dem Deutschen ein unübertreffliches Mittel, sich seiner Sprache nachihren Vorzügen und Mängeln bewußt zu werden: sie zwingt ihn zur scharfen Unter-scheidung der Begriffe und zu einem bestimmten prägnanten Ausdrucke. Für eine solcheVergleichung ist aber die erste Bedingung, daß das franz. Wort selbst auf Grund-lage der Etymologie objectiv genau erkannt werde. Der wissenschaftliche franz. Unter-richt wird darum noch kein gelehrter; denn selbst im Gymnasium und in der oberstenLehrstufe der Realschulen darf derselbe den Schülern niemals mehr geben als was sieauch praktisch verwerthen können. Dieser Grundsatz gilt für die Syntax wie für dieOnomatik; Etymologie oder lat. Syntax ist jedesmal bei Seite zu lassen, wenn dadurchdas Wort oder die Regel nicht unmittelbar und ohne lange Herausgrübelcien und Para-phrasen begriffen werden kann. So wird man bei dem Unterrichte über die Präposi-tionen den Schüler mit den Ableitungen unpros (all illnm xrsssum) n. dgl. verschonen,ihn aber wohl lernen lassen, daß ollsü nur ans Personen bezogen wird, weilcs von vasain der Behausung" (ollo? inoi ckans um maison) stammt, er mag danneinen franz. Text in der Hand selbst finden, daß ollor los Olroos heißt: dort wo dieGriechen wohnen, in ihrem Lande.

Der Grundsatz der Beschränkung des wissenschaftlichen Sprachmaterialsfindet noch eine weitere Anwendung. Nach der gewöhnlichen unheilvollen Bollständigkeitsmanieenthalten nicht wenige franz. Grammatiken 121800 Regeln, Ausnahmen und Anmerkun-gen, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, daß eine Masse Phraseologisches füglich dem lexika-lischen Erlernen überlassen werden kann. Soll der Unterricht zu einer gedeihlichen undklaren Erkenntnis des Sprachgeistes führen, so muß er den Kern der Sprache heraus-nehmen, diesen aber auch gründlich und wissenschaftlich behandeln. Die Praxis sprichtfür den Nutzen einer Vertheilnng der Regeln der Casuslehre und des Gebrauchesder Zahlwörter, Pronomen u. dgl. auf die untern und Mittlern Elasten; eine speciellewissenschaftliche franz. Grammatik für die obern Elasten wird also nur den Gebrauchder Präpositionen, Conjnnctionen, Tempora und Moden darzustellen haben.

-ft Auf die Gefahr hin, heftigen Widerspruch zu erfahren, erkläre ich einen großen Theil derso zahlreichen Regeln über die Stellung der Satzglieder , coordinirte und subordinirte Sätze n. dgl.für einen überflüssigen Schematismus. Für die Stilistik thnt Lectüre und praktische Angewöhnungalles. Hat z. B. lnach dem Usus mancher Grammatiker) ein Schüler nöthig, aus einer Regelzu lernen, daß inan sagen muß mnis mou xvrs pnrtlt und nicht mon xsrs mal» partit, meinVater aber rechte ab, ns ältos pns es gns vsus xsnseir und nicht ns ltitss xns <zue vonsPensen? Unsere Grammatiker haben in dieser Beziehung noch vieles Gestrüpp wegznschaffen. Ob-gleich noch mancher Verbesserungen fähig, dürfte bis jetzt die Grammatik von Buschbek obigenAnforderungen am nächsten kommen, lieber das gebräuchliche Regelgewirre sagt er:Die Schülerwerden dadurch nicht bloß für die Sprache unsicher gemacht und von jeder Ahnung ihres einheit-lichen Geistes (!) fern gehalten, sondern gewöhnen sich noch überhaupt an einen oberflächlichenMechanismus, der ihnen das Gefühl des Unterschiedes zwischen Wissenschaftlichem und Handwerks-mäßigem nicht aufkommen läßt."