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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Französische Sprache.

Art sind so zahlreich, daß wir zum Nutzen der Lehrenden sowohl, als der Lernenden einsynonym. Wörterbuch durchaus bedürfen, welches überall von dem deutschen Worte undBegriff ausgeht und daraus die Bedeutung der sinnverwandten franz. Wörter aus ety-mologischer Grundlage entwickelt. Von den in Deutschland erschienenen synonymischenArbeiten ist nur das Werk von Lang, Ulm 1807, zn erwähnen, der mit deutscher Gründ-lichkeit den Wörtern durch die Etymologie zu Leibe geht, auch sehr verständig die Oxxo-sita zur Erklärung heranzieht, im übrigen aber die Franzosen reproducirt. Das vie-tiommirs oomplst ckss szmon^inos von M. E. Haag, Leipzig 1853, ist schlimmer alseine Sammlung von Calembonrs. Die Definitionen sind alle in dem Genre der fol-genden:

Dsoackonos, rnins. Hs xrsmisr xrsxars 1s ssooncl, gui su sst orckinairsmsntl'stkst. Gott behüte unsere Schulen vor solchen wissenschaftlichen BildnugSstoffen! DasViotion. szmon. oomplot von I. G. Fries, Stuttg. 1836, enthält ganz dieselben Esprit-machereieu nach Girard, Condillac und Guizot, mit Hinzufügung einiger gut oder schlechtentsprechenden deutschen Wörter. Bei der franz. Synonymik zeigt sich handgreiflich, daßdie Sprache ohne Latein nicht wirklich begriffen und verstanden werden kann, daßauch von dieser Seite die Realschule auf dem lateinischen Unterrichtfußen muß. Man erlaube mir aus tausend Beispielen eins zu wählen. Ein maltrsäs lanAus oder sonst ein des Lateinischen unkundiger Lehrer deS Französischen würdenach Fries seinen Schülern deutsch oder französisch (es giebt leider genug Beispiele fürletzteres!) definircn:

Inoursion, irruption (Einfall), Iss cksux termss inclignsnt 1'aotion clss trou-pss gut sntrsnt ckans um pa^s ouusiui. Ils ckillsrsnt par 1a rnanisrs st 1s ässssiu.

Inoursion, sntrss brusguo cks troupss snnsmiss ckaus uns oontrss izui nsprössnts point ck'obstaols, ckaus 1s ckssssiu cks 1a paroourir ponr 1a rava^sr od z-lairs cku butin. Irruption, sntrss subito otviolsnts cks 1'snnsmi ckans uns oontrssckans 1s ckssssin cks s'sn ronckrs 1s maltrs st ck'^ kairs cku butin.

Kennen die Schüler inonrrors und irruinpsrs, so lernen sie, statt dieser ungreif-baren AbstractionenInoursion von inourro, d. h. das Hineinlaufen, der Einfallvon Feinden, irruption von irrurnpo, der Einbruch, der Einfall" und damit genug!Bei der Lectüre, welche überhaupt neben der Correctur der schriftlichen Arbeiten dieHauptstelle ist, wo synonymische Erörterungen stattzufinden haben, soll der Schüler inder lebendigen Sprache das synonyme Wort au kait ergreifen und da selbst heransfin-den, daß bei irruption stets Widerstand und Gewaltsamkeit vorhanden sind. Nichtsa priori, nichts Gedächtnissache, als nur die Grundbedeutung des Wortes nach derEtymologie. Es braucht nicht weiter auseinandergcsetzt zn werden, wie interessant, wieanregend und belehrend die franz. Lectüre werden muß, wenn statt des geistlosen, gal-lopirenden, nach den Emotionen des Inhaltes haschenden Lesen und liebersetzen einesolche Selbstthätigkeit der Schüler im Durchdrungen des Sprachgenies Antritt. Jeder,welcher aufmerksam einen Schriftsteller kiest, wird außerdem bemerken, daß dieJdeen-association sehr häufig Synonyma und deren Opposita zusammenführt: z. B. bei derBeschreibung eines Sturmes finden sich regelmäßig tsrnpsto, oraZs, ouraZan, tour-rnoirts oto., tlot, laiuo, vaZus, (oiräss) n. dgl. Man wird begreifen, daß wenn dasLesebuch die verschiedenen Stilarten zusammenfaßt, sich eine relative Vollständigkeit desNöthigsten an synonymischem Wissen in den obern Elasten erzielen läßt. Wie bereitsoben gesagt wurde, bietet schon der Mittlern Lehrstufe die Derivation eine ungezwungenenaturgemäße Gelegenheit zur Kenntnisnahme vieler synonymen Realwerten. Will manin den obern Elasten ein kleines synon. Wörterbuch nicht einführen, so müßte jedenfallsdie Schulgrammatik eine beschränkte Anzahl derselben (200 genügen schon) als Anhangenthalten, bei jedem Worte einen Verweis auf Stellen des Lesebuchs. Die Schule darfein solches Bildnngsmittel nicht bei Seite setzen: wo es geschieht, rächt es sich durch denschlechten Ausfall der schriftlichen franz. Arbeiten. Der Grund liegt auf der Hand.