Französische Sprache.
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Welche großartige Culturumwälzung liegt zwischen dieser llomonaxo „Lehenshul-digmtg" und dein modernen llornmnAs, womit heute ein jeder seiner Dame oder Höher-stehenden „anfwarten" kann.
So interessant und ergiebig die historische Seite der franz. Sprache ist, kann die-selbe doch nicht Gegenstand des Schulunterrichts werden: sie gehört der Universität an.Außerdem ist es, nm die franz. Sprache für die Schule als eine Fortbildung des La-teinischen wissenschaftlich nachzuweisen, nur in sehr seltenen Fällen nöthig, die zwischendem modernen Französisch und dem Lateinischen vorgefallenen historischen Veränderungenzu berücksichtigen. Was z. B. aus dem latein. Ksnitivns xartitivns im Mittelalter ge-worden ist, kann der Schule völlig gleichgültig sein, es genügt derselben, dessen Verhält-nis zu dem entsprechenden neufranzösischen Genitiv zu erfassen; für die Onoinatik wiefür die Syntax gilt dasselbe. Wie weit die Sprachgeschichte über den Kreis der Schulehinansliegt, erkennt man am besten durch einen Blick auf deren Bestanvtheile, sie um-faßt nämlich: 1) die Geschichte der einzelnen Wörter — ein historisches Wörterbuch derSprache —, 2) die Geschichte der Aussprache und Schreibart, 3) die Geschichte der Syn-tax. Leider ist die ganze Disciplin noch ein Embryo. Nach langem Warten hat diefranz. Akademie 1858 den ersten Band ihres Iliotiommiro liistorigns A — ^.bu (368xaZssü) veröffentlicht und die Anlage desselben verspricht, daß die gelehrte Welt denletzten Band im Jahre 1960 oder 70 erhalten wird. (Littrö, welcher ganz der Manndazu ist, soll beabsichtigen den Qnarants zuvorzukommcn).
Es bleibt noch die Synonymik in Betracht zu ziehen. Die Synonymik istdem Wesen der Sprache zufolge ein so wichtiger Theil des franz. Unterrichts, sie bietetso vorzügliche Bildnngsstoffe, daß die geringe Sorgfalt, welche man an vielen Schulendarauf verwendet, sich höchstens durch den Mangel an geeigneten literarischen Hülfs-mitteln erklären läßt. Wir haben allerdings die synonymischen Arbeiten von Bouhonrs,Girard, Beauzse, d'Alembert, Noubaud, Laveanx, Boiste, Gnizot, allein diese haben alleden Grundfehler, daß sie nur selten die Wortbedeutung etymologisch entwickeln. Esfällt z. B. Gnizot, dessen Werk sonst vortrefflich ist, nicht ein, bei ooonr und oouragsvom lat. oor auszugehen; er definirt: Io ooour dannit In orainto ot ln snrrnonto; ilns porinst x>ns cls rooulor oto., Is oonrnAo ost imxntisnt (I'nttagusr; II ns s'oinba-rnsso xns clo In äiküonlts, st ontrsprenck llaräirnont. Damit kann nur ein Franzoseetwas anfaugen; ein deutscher Schüler und meistens auch ein deutscher Lehrer nichts! Essteckt nichts greifbares, nichts lernbares darin! Weit wissenschaftlicher verfährt hierindas bedeutende synonymische Werk von lmtn^s, kario 1858, ein Resultat mehr als zwan-zigjähriger Arbeit und mit Recht von der Akademie zweimal gekrönt; allein dasselbetheilt mit seinen Vorgängern den Misstand, daß es den Deutschen überall im Sticheläßt, wo das Genie, wo die Auffassung beider Sprachen eine verschiedene ist.
deutsch:Ruhm /
Berühmtheit ^furchtbarfürchterlich ^schrecklich vschauderhaft »u. a. ^
Synonym sind:
französisch nach Lafaye:s xloirs und llonuonr; —
) Zloirs fehlt bei oslsbrits, ronommse, ronoin, rsputation u. a.
sllrozmdls, — sponvantnbls.
^ atkroux, — laorribls. —
/ tormiclablo, sowie roclontablo und torribls kommen im/ ganzen Wörterbuch nicht vor.
So stellt der Deutsche „Ufer, Gestade, Strand, Küste" zusammen, der Fran-zose nur borll, rivs, rivnAS, ovto, und der erstere sucht vergebens nach Auskunft überxlags, Arvvo, lnlnios, beiAs, die dem letztern nicht sinnverwandt erscheinen; dem Fran-zosen ist sogar louärs nicht mit solair synonym, sondern nur mit tonnsrrs. Fälle dieser