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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Gcdike.

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zweiter Band der gesammelten Schulschristen, dem Propst Teller,seinem frcunvschaft-lichen Collegen und dem mit Luthers Geist (! d. Red.) unermüdeten unerschrockenenWahrheitsforscher," wie er ihn in der Dedication nennt, gewidmet, erschien 1795. G.war ein Gesinnungsgenosse Tellers und Zöllners und mit diesen ein Freund und Be-förderer der Aufklärung; wie er aber in seiner theologischen Anschauung den Boden derReformation nicht verließ, sondern in dem großen deutschen Kirchenreformator M.Luther auch den Regenerator des deutschen Schulwesens erkannte, bewies seine Schrift:Luthers Pädagogik oder Gedanken über Erziehung und Schulwesen aus Luthers Schrif-ten gesammelt" (Progr. v. 1792).

Zur Förderung des sprachlichen Unterrichts, für den er in den damaligen unzweck-mäßigen Hülfsmitteln ein Haupthindernis erkannte, verfaßte er nach einander Lesebücherund Chrestomathien für das Lateinische, Griechische, Französische, Englische, bei welchemer, wie überall, zugleich die Verbreitung sachlicher Kenntnisse im Auge hatte. Seingriechisches Lesebuch für die ersten Anfänger erschien zuerst 1781, gleichzeitig mit Ll. InllliOiovionis bistoria xllilosoxlliaö antignas ex omnidus illius sorixtis oollegit sto.,sein englisches 1795. Alle haben mehrere Auflagen erlebt, am meisten verbreitet istsein 1782 zuerst herausgegebenes lateinisches Lesebuch, das 1857 zum dreiundzwanzigstenMale mit den nothwendigen Erweiterungen in den Beispielen für die Formenlehre er-schienen ist und noch jetzt an hiesigen Schulen gebraucht wird. Daß G. auch den wis-senschaftlichen Anforderungen seiner Zeit an die Philologie gewachsen war, beweist seineAusgabe von Loxlioolis Ulnloototss Oraoes vum notis, LsroUni 1781; manche seinerEmendationen haben noch ihre Geltung. Daß er das Griechische ohne Accente druckenließ, weil sie bei der Lectüre der Dichter unnütz und für das Metrum sogar nachtheiligwären, gehört auch dem falschen Zweckmäßigkeitsprincipe an, dem er vornehmlich in denersten Jahren huldigte. Seine handschriftlich noch vorhandenenBemerkungen aus undüber die elastischen Scribenten der Griechen und Römer" geben auch einen Beweis vonseinen vielseitigen und sorgfältigen philologischen Studien. Eine Sammlung vermisch-ter Schriften, die er 1801 drucken ließ, enthält verschiedene sprachliche und antiquarischeAbhandlungen, welche in mehr oder weniger Beziehung zu den Schuldisciplinen stehen.Außerdem war er fleißiger Mitarbeiter an Zeitschriften und Zeitungen, rühriger undfruchtbarer Gelegenheitsdichter, eifriger Briefschreiber, namentlich wo ihn sein Herz da-zu drängte. Dem Orden der Freimaurer gehörte er mit begeisterter Theilnahme an.Ein genaues Verzeichnis seiner Schriften findet sich in der Allgem. Encyklopädie vonErsch und Gruber, Fr. Gedike von Döring.

Eine merkwürdige Episode mehr von psychologischem als Pädagogischem Interessebildet in Gedike's Leben die Werbung um seine nachherige Gattin. Obgleich schon Gym-nasialdirector stand er doch noch im Jünglingsalter, als ihn eine leidenschaftliche Neigungzu einem liebenswürdigen reichbegabten Mädchen, der Tochter eines Beamten ergriff. Alser nach langer Zögerung ihr Jawort erhalten, zog sie dasselbe acht Tage nachher wiederzurück; in ihm aber war die Macht der Liebe zu der Sprören so stark, daß er unterden heftigsten Seelenqualen um die Wiedererwerbung seiner verlornen Braut rang, bissie ihm nach einem Jahre, das er selbstein schreckliches" nennt, die Hand reichte.Zwanzig Jahre lang bis an sein Lebensende beglückte sie ihn wahrhaft als seine Gat-tin. Seine als Anhang zu seiner Biographie von Franz Horn gedruckten zahlreichenGedichte lassen uns einen tieferen Blick in sein schönes Familienverhältnis und in dasreiche Gefühlsleben des äußerlich oft kalten und abstoßenden Mannes thun.

Durch das Directorat am Berlinischen Gymnasio waren seine äußeren Verhältnissesehr günstig geworden; sein Körper, durch keine Verirrung der Jugend geschwächt, warder gewaltigen Arbeitslast gewachsen, namentlich erfreute er sich seit 1785 einer ununter-brochenen Gesundheit. 1797 reiste er nach Italien, um Turin, Florenz, Rom, Neapelund Venedig in drei Monaten zu sehen; von Venedig, wo er die Nachricht von der ge-fährlichen Krankheit seines Freundes und Stellvertreters Michelsen erhielt, eilte er im