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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Gedike.

besonders naturhistorischer Begriffe geben. Der Fleiß sollte nicht auf Zwang, sondernauf Lust und Ehrtrieb gestützt sein; vorzüglichen Werth legte er auf den Privatfleiß,auch die Ferien dursten, wie er sagte (Prog. 1796), für seine Scholaren keine Tagedes bloßen Müßiggangs sein, sondern vielmehr genutzt werden, die jungen Leute frühzu eigner Selbstthätigkeit zu gewöhnen." Sein eigner Vortrag war in Materie undForm frei von aller Pedanterie und feine natürliche Lebendigkeit verkündete das Feuer,mit welchem er seinen Beruf liebte. Bei den öffentlichen Osterprüfungen, die damalsnoch die Theilnahme des Publicums erregt zu haben scheinen, und bei denen er gern undviel auftrat, riß er nicht nur die Schüler mit sich fort, sondern gewann auch unter denZuhörern seiner Schule manche neue Gönner. Bei der Schulzucht befolgte er den Grund-satz, Vergehungen lieber zu verhüten als zu bestrafen. In den ersten drittehalb Jahrenam Berlin'schen Gymnasium hatte er nur einmal eine zweistündige Carcerstrafe verhängt;grobe Widerspänstigkeit strafte er in den unteren Clafsen mit körperlicher Züchtigung, inden oberen mit zeitweiliger Degradation in eine tiefere Classe oder mit Einsperren. Seltenrelegirte er, weil er fast nie an einem jungen Menschen verzweifelte. Seine Persön-lichkeit bedurfte um Achtung und Gehorsam einzuflößen wenig äußerer Mittel. Seinefeste männliche Gestalt, seine kräftige Stimme und der biedere ungeschminkte Ton seinerRede athmeten Sicherheit und flößten darum auch anderen Vertrauen ein. Bei Dis-ciplinargeschäften blieb er innerlich stets ruhig und leidenschaftslos, weil er von demGedanken durchdrungen war, daß der Lehrer von seinem Schüler nie beleidigt werdenkönne. Obgleich sein äußeres Benehmen öfters etwas rauhes und zurückstoßendes hatte,war er doch der tiefsten Empfindung fähig und besaß bei aller Strenge eine großeLiebe zu seinen Schülern.Die Liebe meiner Zöglinge, sagte er (Abschiedsrede 1793),war stets ein wesentlicher Bestandtheil meines Glücks. Glücklich werde ich sein, wennauch in Zukunft mein Andenken nicht ganz unwirksam für Ihre ferneren Fortschritte inallem Edlen und Guten ist. Wohl mir, wenn dann auch nur ein und der andere unterIhnen noch spät mein Andenken segnet." Dieser Wunsch ist ihm reichlich erfüllt wor-den; denn das Gymnasium, von welchem scheidend er diese Worte sprach, genießt nochheute die Früchte solches Segens, indem es Gedike drei Stiftungen seiner SchülerWackenroder, K. Witte und Falbe verdankt, welche durch diese That den .in der Jubelrede1781 von ihm ausgesprochenen Wunsch erfüllten, daß auch seinen Schülern einst sein An-denken noch dann Werth sein möge, wenn sie seiner nicht mehr bedürften. Es kannnicht auffallen, daß sein Charakter nicht allen Schülern in gleicher Weise znsagte; so hatteer bei einem seiner geistvollsten Schüler, Ludwig Tieck, nach dessen Biographie von R. Köpke,im ganzen keinen günstigen Eindruck hinterlassen. Kein Wunder! Ein Dirigent, der beieinem großen Institute und den einzelnen Theilen desselben mechanische Ordnung füretwas sehr wesentliches hielt, konnte an der schrankenlosen Genialität Tiecks, an dem erbeständig das Versäumen der Arbeiten und Zuspätkommen, das Nachlassen in Lernbegierdeund Fleiß zu tadeln fand, ebenso wenig Gefallen finden, wie Tieck an seinerRauhe undHärte, ja Ungerechtigkeit," doch mußte auch er zugestehen:Man fühlte seine überwie-gende Kraft, die bei allen Sonderbarkeiten auch den Widerstrebenden zur Anerkennungzwang (Th. I. x. 47.)."

Mit dem Amte des Gymnasialdirectors verband G. schon früh das eines Obercon-sistorial- und Oberschulraths, wodurch sein Einfluß weit über seinen eigentlichen Wir-kungskreis hinausreichte. Prof. Valentin Schmidt, sein mehrjähriger Amtsgenosse und Pro-rector an der Kölnischen Schule, schildert (Schlichtegroll, Nekrolog f. d. 19. Jahrh. Bd. 2.)ihn als Geschäftsmann mit folgenden Worten:Er penetrirte schnell, erwog mit reifemBeurtheilungsvermögen seinen Gegenstand von mehreren Seiten, ordnete seine Ideen undbrachte sie deutlich im Zusammenhangs aufs Papier. Daher entstanden unter seiner HandGutachten, Berichte und Generaltabellen, die mit Recht den Beifall der Kenner hatten. Erwußte bei noch so starken Convoluten von Acten sich leicht durchzuarbeiten und die Schalevom Kern zu sondern." (S. 40.)Fast immer fand man ihn in seinem Zimmer unter