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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Gedike.

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Das Waisenhaus zu Züllichau, die uneigennützige und zärtliche Sorgfalt seines dama-ligen Leiters Steinbart und der eigene unermüdliche Fleiß Gedike's ließen den bisherfast aufgegebenen bald alle seine Mitschüler übertreffen und den Lieblingsschüler Stein-barts werden. Die Dankbarkeit, welche er stets seinem Wohlthäter bewahrte, und vondem er in der Jubelrede über die Freuden des Schulmanns 1781 sagte:Wenn ichnützlich bin in den Sphären, die die Vorsehung mir zum Wirkungskreise anwies, so istdieser Nutzen mit dein Werk," gehört zu den schönsten und fruchtbringendsten Seitenseines Charakters. Er bezog schon 1771 die Universität Frankfurt a. O., um Theologiezu studiren. Er betrieb das Studium der Gottesgelahrtheit und der alten Sprachenmit rastlosem Eifer und von seiner damaligen Seelenstimmung zeugt ein kleines Gedicht,das mit den Worten beginnt:Heiter wie ein Traum von Götterfreuden eilt mein ju-gendliches Leben hin." Sein Biograph und Schwiegersohn Franz Horn meint zwarvon dieser Zeit, daß man ihm eine fröhlichere Umgebung und vielleicht auch eine freiereLebensansicht hätte wünschen mögen; aber G. gehörte zu den Naturen, die von denäußeren Verhältnissen sich nicht beherrschen lassen, sondern umgestaltend auf sie einwirken.So errichtete er hier in Verbindung mit seinem später in der Kirche hervorragendenZeitgenossen Zöllner eine literarische Gesellschaft. Die Berufung Steinbarts zumProfessor der Philosophie nach Frankfurt führte ihn wieder in das Haus seines väter-lichen Freundes und hier begann er seine pädagogische Thätigkeit mit dem Unterrichtemehrerer Studenten. Im Jahr 1775 ging er als Privatlehrer der Söhne des PropstsSpalding nach Berlin und 1776 wurde er Subrector des Friedrichs-Werder'schen Gym-nasii. Er war damals, wie er in der Jubelrede am 27. December 1781 und in sei-nem Abschiedsprogramm 1793 sagt,ein Jüngling, der so eben selbst erst die Hörsäleseiner Lehrer verlassen, ein Jüngling ohne alle Erfahrung und Menschenkenntnis, abervoll Wünsche, voll Enthusiasmus, voll Riesenpläne, voll Ungeduld." Wohl ihm, daßans dieser Anstalt der noch schüchterne aber muthig aufstrebende Jüngling das Feld fürdie Entfaltung aller seiner edlen Regungen fand, oder vielmehr er sich ein Feld darausmachte, denn ein gewöhnlicher Lehrer wäre auf der gesunkenen Anstalt mit verkommen.Er fand in den 3 oberen Classen nur 12 Schüler vor, aber seine Lehrtätigkeit unddas Interesse, das er für die damals wichtigsten Fragen der Pädagogik öffentlich, na-mentlich als er 1778 Prorector geworden war, durch seine SchriftAristoteles undBasedow" an den Tag legte, erwarben der Schule, an welcher er wirkte, das Vertrauendes Publicums und ihm schon 1779 die Berufung zum Directorat derselben.

Von jetzt an gleicht seine Lebensbahn einer Reihe von Triumphen, bei welchen ihmfördernd zur Seite stand die Gunst des damaligen Etatsminister Freiherrn von Zedlitz,dem er 1779 sein BuckAristoteles und Basedow" gewidmet hatte, und dessen fast täg-lichen Umgang er frühzeitig dadurch erwarb, daß er ihn in der alten Literatur, beson-ders in der griechischen Sprache unterrichtete. G. wurde 1784 Ober - Consistorialrath,1787 in dem auf Vorschlag des Ministers Zedlitz neu errichteten OberschulcollegiumOberschulrath, 1790 ,Mitglied der K. Akademie der Wissenschaften und Assessor derAkademie der Künste, 1791 Mitdirector des damals vereinigten Berlin'schen und Köln'-schen Gymnasii, gleichzeitig Doctor der Theologie, 1793 nach Büschings Tod allei-niger Director dieses Gymnasiums. Außerdem hatte er am 9. October 1787 ein philo-logisch-pädagogisches Seminar unter seiner alleinigen Leitung gegründet.

Bei den Ansprüchen, die heutzutage an ein Amt, wie G. deren viele bekleidete,gemacht werden, möchte es unmöglich scheinen, auch nur einigen derselben zugleich zugenügen, aber die größere Einfachheit der Geschäftsführung und der glückliche Umstand,daß G. als Director zugleich seine oberste Behörde war, erleichterten ihm die Führungdesjenigen Amtes, dem str vorzüglich lebte und in dem er in einer so selbständigenWeise wie selten jemand seine Einsicht konnte walten lassen und seine ganze Kraft ent-falten, nämlich des Directorats seines Gymnasii. Die Periode von 1779 bis 1793,Wo er Director des Friedrichs-Werder'schen Gymnasii war, ist als die Blütezeit seines