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2 (1860) Director - Globus
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Fürstcnschulen.

hinweggefallen, aber dagegen die Zahl der Stellen allmählich erhöht und erweitert wor-den.*) Alle drei Schulen sind in herrlichen Gegenden gelegen, kurz alle äußeren Be-dingungen zu einem fröhlichen Gedeihen haben sich vereinigt. Zahlreiche Schüler**)sind denn auch aus ihnen hervorgegangen. Pforta rühmt sich seines Klopstock, Meißenseines Lessing, Grimma seines Paul Gerhardt und wir könnten eine große Reihe dernamhaftesten Gelehrten und bedeutendsten Männer aus allen Jahrhunderten aufführen,welche einer jener Anstalten die Grundlagen ihrer Bildung verdankten. Allein alleSchulen haben einzelne große Geister unter ihren Schülern aufzuweisen, und mancherist trotz seiner Schule oder doch mehr durch deren negative Einwirkung zu einem großenManne geworden. Auch die mittleren Talente-sie sind ja stets die größere Mehrzahl gefördert, in der Mehrzahl ihrer Schüler ernsten Sinn, Arbeitsamkeit, Fleiß, kurzdie zur Erwerbung wahrer höherer Bildung erforderlichen Eigenschaften hervorgerufenzu haben ist die wahre Bewährung einer Schule, und darum setzen wir den Ruhm derFürstenschulen in die Bildung so vieler Männer, die zwar nicht geglänzt, aber in ihremKreise und Berufe in ehrenvoller und tüchtiger Weise gewirkt haben, in die zahlreichstenAeußerungen der Dankbarkeit und Verehrung derer, welche die an ihnen geübte Zuchtals einen für ihr ganzes Leben und Wirken fortdauernden Segen gerühmt haben.***)

*) Die ursprünglich beabsichtigte Zahl siehe oben. Bei der Stiftung wurde denen, welcheein geistliches Lehen im Betrag von jährlich 25 fl. zu vergeben gehabt hätten, das Recht, einenKnaben zu einer Stelle in den Landesschulen zu präsentiren zugesagt. Die vielfachen Veränderun-gen im Laufe der Zeit übergehend, theilen wir das jetzt Bestehende mit. In Pforta bestehenlaut der Bekanntmachung des Kgl. Provincialschulcollegium zu Magdeburg vom 20. Fcbr. 1858140 Freistellen, 20 alte Koststellen (deren Inhaber zu den Kosten der Verpflegung einen Beitragzu leisten haben), 20 neu fnndirte Koststellen, 20 Extraneerstellen. Von den Freistellen sind 60königliche, eine (die Organistenstelle) wird von dem Rector verliehen; 69 haben Städte, 5 dasDomstift Naumburg, 5 adelige Familien zu verleihen. Bei der Aufnahme werden 10 Thlr. 25 Sgr.nebst einem freiwilligen Beitrag zur Bibliothek entrichtet, beim Abgang 10 Thlr. 17*/s Sgr-,sonst nach den Vermögensverhältnissen jährlich 6, 8, 10, 12, 14 Thlr. Beitrag zur Schulkasse.Kost, Wohnung, Heizung, Licht, Unterricht werden ganz unentgeltlich gewährt. Die 20 altenKoststellen zahlen jährlich 21 Thlr. 26 Sgr. 3 Pf., die 20 neuen 80 Thlr. jährlich an die Schul-kasse. Die Extraneer haben Wohnung und Verpflegung bei einem Lehrer und nur den Unterrichtin der Anstalt für gegen 14 Thlr. jährlich. In Grimma sind 104 Freistellen (16 königliche,85 städtische, 3 adl.) 16 Kost- und 6 außerordentliche Koststellen, in Meißen 104 Freistellen(16 königliche, 36 adl., die übrigen städtischer Patronate), 16 Kost- nnd 12 außerordentliche Kost-stellen. Die Freistellen zahlen 12 Thlr. Eintritts- und 12 Thlr. Abgangsgcbühren nnd jährlich15 Thlr. an die Schulkasse, und haben sonst alles frei; eine Koststelle erlegt außerdem 40, eineaußerordentliche 70 Thlr. an die Schule. Die Extraneer zahlen 30 Thlr. Aufnahme- nnd Ab-gangsgebühren und 30 Thlr. jährlich Beitrag; das Kostgeld, auf Privatvertrag zwischen den Elternund dem Lehrer beruhend, nie unter 200Thlr., jetzt natürlich beträchtlich höher. Wir könnten die zahl-reichsten Zeugnisse dafür anführe», daß zu allen Zeiten für das Leibliche der Schüler in eineralle vernünftigen Wünsche befriedigenden Weise gesorgt worden ist, ja die Pförtnerkost ist öftersals zu luxuriös verschrieen gewesen. Die Staatszuschüsse zu den Stiftungseinkünften werden beiden statistischen Darstellungen der Länder Berücksichtigung finden. Aufnahmetermine sind Osternnnd Michaelis jeden Jahres. Ausländer können in Sachsen gegen ein Kostgeld von t00 Thlr.als Alumnen ausgenommen werden.

**> Das von Bittcher herausgegebene Pförtneralbnm (Leipzig 1843) hat 542 Seitengroß Octav. (S. auch Schmidt u. Kraft S. 187 f.). Das mit dem bewundernswürdigsten Fleißegearbeitete nnd für Gelehrtengeschichte und Biographie bedeutende Grimmenser-Albnm (Grimma1850) weist auf 450 Seiten gegen 6000 Schüler nach. Für Meißen findet sich keine solche Ar-beit vor. Die während seiner Amtsführung dort aufgenommenen Schüler sind in Kreyssigs vonseinem Sohne heransgegebenem Leben namhaft gemacht.

***) Das ominöse kugitivus Lotus sst (entlaufen) erscheint in den alten Schülcrmatrikelndoch im ganzen selten. Es versteht sich von selbst, daß auch von den Fürstenschnlen Zöglingezu Grunde gegangen sind, immerhin aber weniger als bei anderen Schulen. Wer aufmerksam