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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Fürstenschulen.

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Melanchthon warzur Berathung über die Einführung der 1548 zu Leipzig fest-gestellten Kirchenordnung gehalten wurde, ließ der Kurfürst seinen Entschluß eine dritteLandesschule zu errichten von neuem erklären und der Rath der genannten Stadt er-griff freudig die Gelegenheit, das seit 1529 leergewordene und in seinen Besitz überge-gangene Kloster der Augustiner-Eremiten anzubieten. Unter der Mitwirkung der schonbei den beiden früheren Schulen hauptsächlich thätig gewesenen Räthe vr. Komerstadtund Ernst von Miltitz wurde denn nun auch hier das Werk rüstig gefördert und am14. Sept. 1550 die dritte Landesschule eingeweiht.*) Die Gründung der drei Fürsten-schulen ist eine bedeutende Thatsache in der Geschichte der Reformation, indem sie dieerste aus dem Herzen und Geiste der evangelisch-lutherischen Kirche hervorgegangene,zu ihrer Stützung, Förderung und Erweiterung gegründete Schöpfung sind. Den evan-gelisch-lutherischen Charakter, der von vornherein ihr Wesen war, haben sie fort undfort bewahrt.**) Und schon an und für sich mußte eine Stiftung, welche einer großenZahl junger unbemittelter Knaben die Mittel zur wissenschaftlichen Ausbildung gewährte,als ein Werk eben so hochherziger christlicher Liebe wie tiefer staatsmännischer Weisheitanerkannt werden. Für die Geschichte der Pädagogik hat sie aber auch noch die Bedeu-tung, daß dem längst gefühlten Bedürfnis einer gründlichen Vorbereitung für daseigentlich wissenschaftliche Studium der Universitäten eine fest geregelte und umfassendeBefriedigung zu Theil wurde. Die sächsischen Fürstenschulen haben nun auch stets sicheines großen Ansehens in der pädagogischen Welt zu erfreuen gehabt, sie sind häufigals wahre Musterschulen bezeichnet worden und im eigenen Vaterlands hat man sich desSegens, den sie gestiftet, mit frommer Dankbarkeit stets gefreut. Es ist nicht diesesOrts, eine ausführliche Geschichte der drei Anstalten zu geben, wohl aber in möglichsterKürze die Ursachen, worauf ihre Bedeutsamkeit beruht, darzulegen.

Die Stürme der Zeit haben die drei Landesschulen nicht unberührt gelassen, diegewaltigen Kriege, welche auf Sachsens Gebiete geführt wurden, haben ihr Bestehenmehr als einmal gefährdet,***) die Streitigkeiten in Glaubenssachen wie Zerwürfnisseunter den Lehrern haben zu Zeiten eben so ihr Inneres, wie gewissenlose Verwaltungihr materielles Bestehen gefährdet, aber sie haben gerade auch dann die gnädige Be-wahrung Gottes und die treue Fürsorge der Landesfürsten und der denselben vertreten-den Behörden nach dem Uebertritt Friedrich Augusts zur katholischen Kirche desevangelischen Kirchenraths in reichstem Maße erfahren. Ihr Aeußeres hat sich viel-fach durch Umbauten und Erweiterungen, aber immer nur zum Bessern verändert, ch) unddie zu ihrer Erhaltung gestifteten Mittel sind vermehrt und vergrößert worden. Frei-lich ist manches, was ursprünglich beabsichtigt war, unterblieben oder unterlassen worden,die gänzliche Unterhaltung der Alumnen selbst mit Kleidern ffff) und Büchern ist später

*) Der erste Rector war M. Adam Siber, ein Schüler von Rivius und einer der bedeutend-sten Pädagogen seiner Zeit. Nur für Meißen ist eine Stiftungsurkunde vorhanden vom 23. Jan.1544, abgedruckt bei Müller I. S. 12 ff. Für die beiden anderen sind solche nie förmlich aus-gestellt worden; s. Lorenz Bericht S. 21 f.

**) Katholiken können nicht zum Genüsse einer Stelle gelangen.

***) Der 30jährige Krieg hat mehrmals die völlige Schließung nöthig gemacht. Bei demEinfalle des Schwedenkönigs Karls XII. verhütete nur ein später hochherzig in eine Stiftungverwandelter Vorschuß des Herrn Wilh. Ernst Beruh. Vitzthum von Eckstädt die Nothwendigkeiteiner Schließung von Grimma und Meißen. Der 7 jähr. Krieg traf am härtesten Meißen, ließaber auch die beiden anderen Schulen nicht verschont. Glücklicher wurden die Gefahren währendder Napoleonischen Kriege abgewandt.

ff) Als eine gnädige Bewahrung Gottes muß es erkannt werden, daß kein Brandunglück dieLandesschulen getroffen hat, und daß selbst solche Unfälle, wie der Einsturz des SpeisesaalsjLeiaxtsr) in Pforta, den Verlust keines Menschenlebens gekostet haben (Schmidt u. Kraft S. 82 f.).

fff-) Bis zu Ende des vorigen Jahrhunderts blieb eine vorgcschriebene Tracht, ein kurzerMantel (Lekolana, daher Schalaune). Die hohe runde Mütze (der sogenannte Spanier in Pforta)wich zuerst dem Hute.