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2 (1860) Director - Globus
Entstehung
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Fürstenschnlen.

beweist das weise Streben etwas durchaus sich bewährendes zu schaffen. Die Verhand-lungen zu Ende zu führen blieb Heinrichs Sohn und Nachfolger Moriz (regiert seit21. März 1541) Vorbehalten. Bei diesem einsichtsvollen und selbst wissenschaftlich ge-bildeten Fürsten fand den lebhaftesten Anklang der Vorschlag seines Raths Dr. Komer-stadt, welchem entsprechend schon am 18. Nov. 1541 auf dem Ausschußtage zu Dresdenin Bezug auf die Klostergüter der Antrag gestellt ward:So kondt man auch davonvorordnen ehne underhaldung der schulen lar und Kinder Zucht das armer Lenthe Kin-der wol gezogen und gelernet werden, Auch ezliche außerhalb und innerhalb Landesunderhalden wurden. Das ist der Kloster erste ankunft und gerechtigkeit das sie zurZucht und lehr gestift sehn. Wan mans nuhn wiederumb dohin richtt so kan mansmit got und rechte erhalten." *) Die Stände nahmen diesen Antrag bereitwillig auf undin der vom 21. Mai 1543 datirten neuen Landesordnung heißt es:Und nachdemezu Christlicher Lahr und Wandel, auch zu allen guten ordenungen und Pollicey vonnöthen, das die Jugent zu Gotts Lobe und im gehorsam erzogen, in den Sprachen undKünsten, und dann vornemlich in der Hehligen Geschriefft gelernet und underweisetwerde, damit es mit der zeit an Kirchendienern und andern gelahrten Leuthen ine unserenLanden nicht Mangel gewinne, Seindt wir bedacht von den vorledigten Clöster undStiefftgüthern, Dreh Schulen aufzurichten, Nemlich eine zu Meißen, Dorinne ein Ma-gister, zwene Baccalaurien, ein Cantor und sechzig Knaben, die Ander zu Merseburg,Darinnen ein Magister, zwene Baccalaurien, ein Cantor und siebentzigk Knaben, dieDritte zu der Pforten, Darinnen ein Magister, Dreh Baccalaurien, ein Cantor undein Hundert Knaben sein, und an allen Orten mit Vorstehern und Dienern, Lare,Küsten und anderer Notturft umbsonst versehen und underhalden werden." Daß dabeidie Bestimmung getroffen wurde, daß die Knaben alle Landesunterthanen und keineausländische sein sollten, kann nicht.Wunder nehmen.**) Das Werk war schon in An-griff genommen und wurde kräftigst gefördert. Am 3. Juli 1543 wurde im ehemaligenSt. Afra Kloster zu Meißen die neue Landesschule eröffnet***) und am 1. Nov. des-selben Jahres zog auch in Pforta der erste Zögling ein. 4) Nur die Errichtung derdritten Schule zu Merseburg gelang dem eifrigsten Streben des Herzogs Moriz nicht,da das Stift durch Widerspruch und endlich Errichtung einer unbedeutenden eigenenSchule zu St. Petri die Bemühungen vereitelte. 44) Gleichwohl gab Moriz den ein-mal gefaßten Gedanken nicht auf, um so weniger als er durch die Erwerbung desKurfürstenthums sich verpflichtet fühlte seinen neuen Unterthanen dieselbe Wohlthat wieseinen alten zukommen zu lassen und es ihm Ernst damit war seine Treue für die evan-gelische Kirche den Verdächtigem gegenüber durch die That zu beweisen. Als nun inGrimma Ende April 1549 eine Versammlung von angesehenen Theologen auch

? *) Um nicht eine Menge einzelner Citate zu geben, bezeichne ich als die Hanptschriften,welche der folgenden Darstellung überall zu Grunde liegen: Uertuells Ollrouieon l?ortsnss.Kraft und Schmidt: Die Landesschule Pforte. Schleusingeu 1841. Kirchner im Programme vonPforte 1843. Müller, Versuch einer vollständigen Geschichte der chursächsischen Fürsten-und Land-schule Meißen. Leipzig 1789. 2 Bde. Dippoldt: histor. Beschreibung der Landsschule zu Grimma.Lorenz: Bericht über die Landesschule zu Grimma. Grimma 1856. Uslm: äs zuüstinu illustrisblolckanl ckisoipliuu nnrrutlo. Oriminn 1850. I-orsnir: seriös xrusesxtoiuin III. bloläunl.6rimmo. 1848. Selbstverständlich sind auch die Werke über Sächsische Geschichte, namentlich vonLangenns Herzog Moriz benützt.

**) Der Besuch der Landesschulen ist nie Ausländern verwehrt, aber der Genuß der Bene-ficien auf Inländer beschränkt gewesen.

***) Erster Rector war M. Hermann Vulpius, dem 1546 der berühmte Georg Fabricius folgte.

4) Lutze aus Kindelbrück. Bis zum 24. Dec. folgten 43 nach. Erster Rector war M. Joh.Gigas aus Nordhausen.

Pf-) Fraustadt: Die Einführung der Reformation im Hochstift Merseburg. Leipzig 1843 S.