Fröbel.
Frömmigkeit.
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kräftigen Fortentwicklung ebenso fähig ist, als dieselbe verdient. In der That bestehenauch jetzt schon eine beträchtliche Zahl von Fröbel'schen Kindergärten und sie mehrensich fort und fort. Am meisten blühen sie gegenwärtig wie es scheint in Hamburg,indem daselbst nicht bloß 9 Bürgerkindergärten bestehen, sondern im vorigen Jahre aucheine Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen errichtet worden ist, die von FröbelsWittwe geleitet wird, auch werden daselbst regelmäßige, gut geschriebene Jahresberichteherausgegeben, die das größere Publicum von der Organisation und der Fortentwick-lung dieser Anstalten in Kenntnis setzen.
Zum Schluß wollen wir noch bemerken, daß in dem Obigen die Lichtseite vonFröbels Bestrebungen und System hervorgehoben ist, und wir glauben damit den Kernund das Wesen des merkwürdigen Mannes dem Leser zur Anschauung gebracht zuhaben. Die zeitliche Erscheinungsform, in der Fröbel sein System aufstellte, ist indesnicht frei von wesentlichen Mängeln, die aber, wie uns scheint, nicht in der Idee seinesSystems, sondern in einer gewissen Maß- und Taktlosigkeit liegen, womit der enthusia-stische Fröbel dieselbe realisirte. Wir erwähnen nur zwei der .Mängel, die sich in derArt und Weise finden, wie Fröbel die Kinder in seinen Kindergärten beschäftigte. Fröbelerkannte ganz richtig, daß die kleinen Kinder in ihren Spielen die Beschäftigungen derErwachsenen nachahmen und das spätere Leben in der Form des Spiels gleichsam vor-ausnehmen und er suchte sich daher in den Mittelpunct dieses bewußtlosen Triebes derKinder hineinzustellen und die Spiele so zu ordnen, daß die Kinder durch das Spielallmählich in das Leben und seine Gesetze hinübergeführt werden. So richtig nun auchdieses Princip ai^sich erscheint, so verfährt doch Fröbel in der Ausführung oft zu didaktischund reflectirt und hebt die Richtung auf das Praktische oft so nackt hervor, daß diekindliche Unmittelbarkeit leicht dadurch gestört werden kann. Die Hauptsache aber ist,daß das Spiel das bleibt, was es ist, nämlich — Spiel und daß dem Kinde seineFreiheit, die es im Spiele hat, in keiner Art verkümmert wird.
Ein zweiter Mangel liegt in den Poetereien, die Fröbel in seinen Schriften zurBenützung für seine Kindergärten mitgetheilt hat. Er ist darin gewiß in seinem vollenRechte, wenn er die Poesie als ein wesentliches Mittel zur Erziehung des Kindes be-trachtet und als solches benutzen will. Ist doch das kindliche Alter gewissermaßen selbstein poetisches Alter und gewiß jeder verständige Erzieher hat die Erfahrung gemacht,daß angemessene Poesien auf Kinder die heilsamsten Wirkungen ausüben, wie denn z. B.die Speckter'schen Fabeln ein äußerst wichtiges Erziehungsmittel für die deutsche Kinder-welt geworden sind. Aber, was den Kindern geboten wird, muß auch Poesie sein undnicht wässerige — wenn auch gereimte — Prosa. In dieser Beziehung findet sich aber inFröbels Schriften vieles unpassende, ja selbst vieles abgeschmackte. Wer sich davonüberzeugen will, mag nur die Mutter- und Koselieder lesen, die Fröbel mit Raüdzeich-nungen, einem erklärenden Texte und einer Musikbeilage von Robert Kohl herausgegebenhat. Es sind darin viele leere Reimereien enthalten, freilich auch vieles, was ein Er-zieher recht gut wird benützen können. Wer Fröbeln unter einer Schaar kleiner Kinderthätig gesehen hat mit seiner vollen Freundlichkeit, Lebendigkeit und Kindlichkeit, derweiß auch, daß auch viele Reimereien, die er extemporirte und sang und singen ließ,einen günstigen und belebenden Eindruck machten, da sie aus seiner ganzen Individua-lität kamen und durch den Geist der Liebe getragen wurden; aber für sich genommensind und bleiben es leere Reimereien und ein anderer kann sie nicht gebrauchen. Sokönnten noch manche Mängel in der Art und Weise, wie Fröbel seine Idee zu ver-wirklichen suchte, angegeben werden, aber trotz alle dem sagen wir: Ehre dem Manne,der eine an sich wahre und fruchtbare Idee ergriff und so durch und durch von ihr er-griffen war, daß er ihr, wie selten einer, Vermögen, Kraft und Leben willig und freudigzum Opfer brachte. Deinhardt.
Frömmigkeit. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes fromm ist soviel alstapfer und steht wahrscheinlich im Zusammenhänge mit främen, fromm — machen, voll-